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Full text of "König Rother"

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RTES SCIENTIA VERITAS 



König Rother 



Herausgegeben 



von 



K. V. Bah der. 



Halle. 
Max Niemeyer. 

1884. 









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Altdeutsche textbibliothek, herausgegeben von H. Paul. 

No. 6. 



Vorwort. 



Die vorliegende Rotherausgabe macht nicht den 
versuch die ursprüngliche gestalt des gedichtes zu re- 
construlren, sondern will nur einen lesbaren abdruck 
der Heidelberger handschrift geben, die von mir noch- 
mals nachverglichen worden ist. Sie verzichtet daher 
darauf die älteren und jüngeren bestandteile des 
gedichtes von einander zu scheiden, sie behält nament- 
lich auch die sprachformen der handschrift, so bunt 
zusammengewürfelt dieselben auch sind, unverändert 
bei. Da nun einmal nicht versucht werden sollte das 
gedieht in die dem dichter zukommenden sprachformen 
umzuschreiben (ein unternehmen, das ich für unaus- 
führbar halte, da der dichter sich keines in sich ge- 
schlossenen dialektes bedient hat), so blieb nichts an- 
deres übrig als diese durchgehende bewahrung der 
Überlieferung. Die zahlreichen fehler der hs. habe 
ich mich zu verbessern bemüht mit Verwertung der 
schon früher aufgestellten Verbesserungsvorschläge, doch 
scheute ich mich auch hier vor gewaltsamen änderungen 
und habe mich öfters damit begnügt in einer anmerkung 
auf das Verderbnis im texte hinzuweisen. Alle worte 
und buchstaben, die in der hs. nicht stehn — von 
der regelung der Orthographie und besserung von 



ly 

schreibversehn abgesehn — sind cursiv gedruckt, all es 
zu tilgende ist in [ ] gesetzt. 

Was in der einleitung über die entstehung, sprach e 
u. 8. w. des gedichtes gesagt wird, begründe ich, soweit 
es sich nicht um allgemein anerkanntes handelt, aus- 
führlicher in der Germania bd. XXIX, S. 257 ff. 

Folgende berichtigungen erlaube ich mir an dieser 
stelle anzuführen. 10, 18 'zweimal har für her zu 
streichen; 12,5 hätte bemerkt werden müssen, dass 
die vollen vokale öfters nur aus dem reim zu er- 
schliessen, dagegen in der hs. in e verwandelt sind; 
21, 216 du 1. dü'^ 23, 314 nü l. nii\ 24, 334 du 1. dii\ 
25, 381 etlichir 1. efHchir; 28, 475 Helfrich 1. Helfrich; 
29, 515 Krechen 1. Kreichen; 30, 567 gän 1. gänt] 
31, 617 gewinnin 1. gewinnint'^ 34, 710 Asp?iän 1. 
Aspriänt; 40, 940 gebin 1. gibin] 47, 1178 ir l. iz; 
52, 1357 so 1. SO] 53, 1388, 55, 1461, 73, 2057, 
74, 2113, 75, 2152, 79, 2289, 93, 2819 Dielherich 1. 
Dietherich] 52, 1384 ?va?'t 1. war; 64, 1748 nach getan 
komma; 68, 1873. 85. 87 gaf 1. gaph\ 78, 2270 sazfe 
1. satte; 78, 2271 nach her komma; 86, 2567 görziste 
1. grdziste] 96, 2928 stundiz 1. stündiz] 97, 2958 genam 
1. genan\ 2970 ge?^wen L gerüwent; 111, 3492 zit 1. 
zieh; 112, 3546 genedecHcher 1. genedencJücher. 

Leipzig, 30. März 1884. 

E. V. Bahder. 



Einleitung. 



1. Die sagenhaften bestandteile der dichtnng. 

Das gedieht vom könig Rother gehört der Spiel- 
mannsdichtung ^n und berührt sich so mit den ge- 
dichten von Oswald, Orendel, Salman und Morolf, die 
es aber durch grössere kunstmässigkeit und eine edlere 
ausdrucksweise überragt. Der Charakter der Spiel- 
mannsdichtung ergibt sich aus der formelhaften wider- 
kehr gewisser Wendungen, der anwendung stehender 
beiwörter, oft alliterirend, gewisser zahlen; ferner aus 
den mit besonderer verliebe behandelten komischen 
Zügen, der rolle, welche den spielleuten angewiesen 
wird, und namentlich aus dem willkürlichen umspringen 
mit dem sagenhaften stoff^). 

Den grundbestandteil bildet die erzählung von 
einer durch list eingeleiteten, durch gewalt beendeten 
brautwerbung, eine sagenhafte Überlieferung, die auch 
einem uns verlorenen deutschen gedichte den stoff ge- 
liefert hat. Dasselbe ist uns seinem Inhalt nach in 
der isländischen Thidreksaga überliefert, die auf deut- 
schen quellen beruht. Der held der erzählung ist 
hier Osantrix von Wilzenland, derselbe, der in der 
deutschen sage als Oserich, vater der Helche, begegnet. 
Er wirbt um Oda, die tochter des königs Milias von 
Hunneoland. Er sendet zuerst sechs ritter, die Milias 



1) Ueber den etil der spielmannsdichtuDg handelt F. Vogt, Salman 
und Morolf CXYIIIff. Vgl. auch dessen leben und dichten der deutschen 
Spielleute im raittelalter. Halle 1875. 

König Rother. { 



ins gefäDgnis werfen lässt, dann seine brudersöhne 
Hertnit und HirSir, denen das gleiche Schicksal wider* 
fährt. Darauf versammelt könig Osantrix seine mannen, 
zu denen auch die riesenbrüder Aspilian, Aventrod^ 
Adgeir und Widolf gehören; letzterer muss seiner Wild- 
heit wegen mit einer eisenkette gefesselt geführt werden* 
Ins Hunnenland gekommen, ändert der könig seinen 
namen und nennt sich Thidrek. Er erbittet von könig 
Milias schütz gegen Osantrix, der ihn vertrieben habe» 
Als Milias zaudert seine bitte zu erfüllen, tritt Aspilian 
vor wut bis an die knöchel in die erde und als der 
könig weiter droht ihn mit gewalt aus der Stadt zu 
treiben, schlägt Aspilian ihn mit der faust nieder und 
die mannen Osantrix erschlagen alles was sich in der 
bürg befindet und befreien die gefangenen. Oda wird 
dem könig Osantrix gebracht und er zieht ihr einen 
silbernen und einen goldenen schuh auf seinem schösse 
an; sie wünscht ihren fuss streichelnd „käme der tag^ 
dass ich meinen fuss so auf könig Osantrix hochsitz 
streicheln könnte^', worauf er sich ihr zu erkennen 
gibt. Es folgt die Versöhnung mit Milias. 

Die hauptzüge dieser erzählung finden wir im 
ersten teile unseres gedichtes wieder, nur vielfach aus- 
geschmückt und erweitert, wie es der dem romantischen 
bereits zugewandte geschmack in der mitte des 12. Jahr- 
hunderts erforderte. Aber der Schauplatz ist ein ganx 
anderer. An stelle des Osantrix von Wilzenland finden 
wir Roth er, könig von Rom, an stelle des Milias von 
Hunnenland den griechischen könig ConStantin. Es 
handelt sich hier keinenfalls um willkürlich von dem 
dichter vorgenommene änderungen, er folgte vielmehr 
der in Süddeutschland herschenden tradition der sage ^). 



1) Während MüUenhofif, Zs. f. deutsches Alterth. 6, 446 ff., die ansieht 
begründete, dass die hauptzüge der erzählung der sage von Hug- und Wolf- 
dietrich entlehnt seien, hat sich Bückert und neuerdings Heinzel,- Anzeiger 
f. deutsches Alterth. 9, 248 f., für den langobardischen Ursprung derselben 
erklärt. Dieser will a. a. O. 248 auch die gestalten der riesen aus lango- 
bardischer tradition ableiten, von denen Scherer, Quellen u. Forschungen 
12, 92 vermutet hatte, dass sie dem französischen volksepos entnommen seien. 



In Rother dürfen wir wol den Langobardenkönig 
Rothari (614 — 50) sehen, der als Veranstalter eines ge- 
setzbnehes berühmt geworden ist; allerdings ist er der 
deutschen heldensage sonst fremd, doch darf vermutet 
werden, dass die sage von der brautwerbung des königs 
Authari um Theodelinde, von der Paulus Diaconus be- 
richtet, auf ihn übertragen worden ist. Wenn Rother 
in unserm gedichte um die tochter des griechischen 
königs wirbt, so erklärt sich das aus dem allgemeinen 
znge der späteren Spielmannsdichtung ihre erzähiungen 
in den Orient zu verlegen. Dass Rother selbst zu 
einem deutschen könig von Rom geworden ist, erklärt 
sich aus den zeitanschauungen. 

Ausserdem finden wir im gedichte andere gestalten, 
die in der erzählung der Thidreksaga nichts ent- 
sprechendes haben. Vor allem der alte ratgeber des 
königs Rother Berchter (oder auch Berker), herzog 
von Meran. Ohne zweifei steht derselbe im Zusammen- 
hang mit dem Berchtung von Meran, der in der Wolf- 
dietrichsage eine so grosse rolle spielt; da er hier 
eine unentbehrliche figur ist, indem er seinem herren 
sein land erhält, kann er nicht erst ans dem Rother 
herübergenommen worden sein, sondern der Vorgang 
muss der umgekehrte gewesen sein. Von hause aus 
aber ist er ein ostgotischer held und begegnet als 
solcher in den meisten gedicbten aus dem Sagenkreise 
Dietrichs von Bern ; Meran d. i. Dalmatien und Kroatien 
wurde als das stammland der Goten angesehen, vgl. 
Kaiserchronik D 424, 8 ff. Mit der Rothersage ist er 
erst spät und bloss in der süddeutschen tradition in 
Verbindung gebracht worden. — Im Wolfdietrich hat 
Berchtung 16 söhne, in unserem gedieht werden dem 
Berchter 12 beigelegt (doch vgl. zu v. 5135), von 
denen zwei, Liuppolt genannt ^^von Meyl&ri^ und Erwin 
an die stelle des Hertnit und Hirt5ir in der Thidrek- 
saga getreten sind. Auch diese gehören wol der sage 
an^ im Biterolf kommen ^^Berkers kint^^ als die j/ürsten 
von Meyldn^'' vor, allerdings mit den abweichenden 
namen Randolt und Rienolt. — Auch die beiden Tenge- 



lioger, Amelger und Wolfrat, tragen die namen zweier 
helden Dietrichs von Bern (vgl. z. B. Alpharts Tod 11), 
doch können die personen selbst nicht als eigentlich 
sagenhafte gelten, sondern sind im wesentlichen 
Schöpfungen des dichters. — Mehrfach zeigt sich also 
Vermischung mit der sage Dietrichs von Bern. Auch 
der name Dietrich, den sich Rother beilegt, findet 
hierdurch am wahrscheinlichsten seine erklärung. 

Aber auch die geschichte selbst hat in unserem 
gedichte eine erweiterung erfahren. Die königstochter 
wird dem Rother durch einen listigen spielmann wider 
entführt, sie gelangt in die gewalt eines heidnischen 
königs, dem sie Rother mit eigener lebensgefahr wider 
entreisst. Hier haben wir es mit jüngeren erfindungen, 
teilweise entlehnungen aus anderen Sagenkreisen zu 
tun. Die listige entführung der königstochter vergleicht 
sich der der Hilde in der Kudrun, ihre befreiung von 
dem aufgedrungenen freier durch den rechtmässigen 
gemahl ist ein zug, der in vielen volkstümlichen ge- 
dichten widerkehrt; ganz ähnlich wie Rother durch 
seine mannen vom galgen errettet wird, wird dies im 
Salman und Morolf vom könig Salman erzählt. Der 
kämpf mit den beiden verrät deutlich den einfluss 
der kreuzzüge. — Wenn schliesslich Rother zum vater 
Pippins, zum ahnherrn Karls des Grossen gemacht 
wird, 80 Hesse sich das vielleicht aus dem umstände, 
dass die Karolinger als rechtsnachfolger der lange- 
bardischen könige betrachtet wurden, erklären. Viel- 
leicht haben wir es auch mit einer erfindung des 
dichters zu tun, der seiner erzählung eine grössere 
beglaubigung geben wollte. 

2. Ort und zeit der abfassung. 

Der dichter hat in seine sagenhafte erzählung 
einige historische demente hinein verwebt. Wie Wilken, 
Geschichte der kreuzzüge 2. bd. beilagen S. 17 ff. zuerst 
nachgewiesen hat, verbanden sich kreuzugserinnerungen 
mit der darstellung der ztige Rothers nach Griechen- 
land; jedenfalls hat man dabei an den zug zu denken, 



den der Baiernherzog Weif im Jahre 1101 unternahm. 
Das heer der Baiern lagerte damals längere zeit vor 
Constantinopel und hatte Ursache sich über den wankel- 
mut des kaisers Alexius, der mistrauen und furcht vor 
den kreuzfahrern hegte, zu beklagen. Sicher hat dem 
dichter bei der gelungenen Charakterzeichnung Con- 
stantins der kaiser Alexius vorgeschwebt. Wenn uns 
weiter erzählt wird, dass ein kreuzfahrer einen zahmen 
löwen am hofe des Alexius erschlagen habe, so haben 
wir hierin das Vorbild für die heldentat des Asprian 
zu sehen. Die kämpfe mit Ymelot, könig von Babilon^ 
erinnern dann auch an die kämpfe, welche das kreuz- 
heer in Kleinasien zu bestehen hatte, freilich durchaus 
nicht mit dem günstigen ausgange, wie in unserem ge- 
dichte. Dass der dichter den kreuzzug mitgemacht 
habe, braucht aus dem allen nicht geschlossen zu 
werden, seine kenntnis beruht wol nur auf den er- 
zählungen, welche die kreuzfahrer nach ihrer heimat 
mitbrachten und die dort in Baiern sagenhaft ausge- 
schmückt umgingen. 

Wird hierdurch schon wahrscheinlich, dass da& 
gedieht in Baiern entstanden ist, so ergibt sich die ge- 
wisheit daraus, dass der dichter einige bairische familien 
nennt. Vor allem die von Tengelingen, Amelger und 
seinen söhn Wolfrat, die in nächster beziehung zu dem 
alten Berchter von Meran stehn. Diese verknüpfung^ 
einer sagenhaften figur mit einem bekannten bairischen 
geschlecht (vgl. über die grafen von Tengling im 
Salzburgischen, Riezler, Geschichte Baierns 1, 861) wird 
nur dadurch verständlich, dass der titel herzog von 
Meran (oder auch Dalmatien und Kroatien) im 12. Jahr- 
hundert bairischen adelsfamilien zukam und zwar zu- 
nächst den grafen von Dachau (nordwestlich von 
München); da der zweite herzog Konrad 111. keine 
nachkommen hatte, ging der titel (seit 1178) auf die 
grafen von Andechs (am Ammersee), zunächst Bert- 
hold IV. über. Diesen darf man allerdings nicht, wie 
früher geschehen ist, mit unserm Berchter zusammen- 
bringen, denn das gedieht ist sicher vor diesem Zeitraum 



entstanden; dagegen kann der dichter die grafen von 
Dachau sehr wol im ange gehabt haben. Zuerst im 
jähre 1152 erscheint Konrad II. von Dachau of&cieU 
mit dem titel ,,herzog von Meran^', und nach diesem 
jähre wäre also unser gedieht anzusetzen, wobei freilich 
die möglichkeit bleibt, dass das geschlecht schon vor 
1152 den herzogstitel trug oder beanspruchte. Dachte 
sich der dichter den Berchter von Meran als bairischen 
magnaten, so konnte er ihn zu einem verwandten der 
Tengelinger machen. Ob die tradition dieses geschlechtes 
von einem Amelger und Wolf rat zu erzählen wusste 
oder ob er diese frei erfunden hat, muss unentschieden 
bleiben. Dass er von dem bestreben geleitet ist die 
familie zu verherrlichen, tritt unverkennbar hervor. 
Endlich wird noch ein Hademar von Diessen genannt, 
der bei Rothers an Wesenheit die kröne zu usurpiren 
sucht: es ist das geschlecht gemeint, das später den 
namen „von Andechs" annimmt; diesem war der dichter 
wol weniger geneigt. — Diesen bairischen dementen 
reiht sich auch der lobspruch auf den Baiernstamm 
V. 3844. 45 an. 

Weisen uns diese merkmale alle nach Baiern, so 
lässt auf der anderen seite manches an die Rheinlande 
denken. Nicht etwa, wie man wol gesagt hat, dass das 
gedieht Karl d. Gr. zum enkel Rothers macht, denn Karl 
war überall populär, in Baiern so gut wie in Rhein- 
franken. Eher wäre schon das heranzuziehn , dass 
Rother, nachdem seine fahrt gelungen, nach Riflanden 
zieht, dass hier in Aachen sein söhn schwert nimmt. 
Sicher verrät rheinische herkunft die erwähnung der 
heil. Gerdrut von Nivelle, die häufige anrufung des 
heil. Egidius. Beide sind in den Rheinlanden verehrte 
heilige. Wir müssen annehmen: das gedieht ist von 
einem rheinischen spielmann in Baiern verfasst worden ^). 
Mit dieser annähme stimmt nun auch die spräche 



1) Nicht zu billigen ist Edzardi's annähme, dass das gedieht am 
Scheine verfasst und in Baiern bloss umgearbeitet worden sei vgl. unten 
8. 10 anmerkong. 



tlbereiD. Die spräche des gedichts in seiner ursprüng- 
lichen gestalt, wie sie aus den reimen zu entnehmen 
ist, während sonst vielfach unursprüngliches hineinge- 
tragen ist, weist uns auf das nördliche Mittelfranken, 
die gegend nördlich von Köln, ganz nahe der nieder- 
fränkischen grenze. Der dichter hat indes nicht un- 
eingeschränkt von seinem dialekte gebrauch gemacht, 
sondern sich teilweise auch ebd. formen bedient. Eine 
Ähnliche mischung liegt vor im Rolandslied des pfafPen 
Konrad und der Kaiserchronik, bei denen aber die be- 
einflussung durch das obd. noch etwas grösser war, 
während z. b. in Lamprechts Alexanderlied uns der 
reine mfr. dialekt entgegentritt. 

Um die zeit der abfassung zu bestimmen, ist vor 
allem metrik und reim heranzuziehn. Das metrum 
zeigt noch grosse freiheiten. Das ganze ist in ab- 
schnitte von ungleicher dauer (durchschnittlich 15 bis 
20 verse) gegliedert. Die grosse mehraahl der verse 
is^ mit 4 hebungen zu lesen, wobei jedoch notwendig 
angenommen werden muss, dass auf eine hebung zwei 
Senkungen folgen können, in der auch minder betonte 
Wörter, wie artikel, pronomina, präpositionen, partikeln^ 
auxiliaria stehen dürfen (vgl. Amelung, Zeitschr. für 
deutsche Philologie 3, 253 ff.). Zwischen diese sind 
aber längere verse von 5 — 8 hebungen eingestreut. 
Sie finden sich namentlich am ende eines abschnittes, 
manchmal auch am anfang, oder innerhalb eines ab- 
schnittes, falls etwas neues kommt z. b. bei beginn der 
rede. Sehr häufig lässt sich durch leichte änderungen 
der Versbau regelmässiger machen, was indes in dieser 
ausgäbe vermieden ist^). Gross ist auch noch die reim- 
freiheit. Etwa die hälfte aller reime sind bloss asso- 
nanzen. Dass bloss zwei fiexionsvokale mit einander 
reimen, kommt nur vereinzelt vor, dagegen mehrfach, 
dass Stammsilbe und fiexionssilbe reimen: letztere ist 



1) Amelung a. a. O. versucht es alle nach mhd. princip zu langen 
versen durch Zerlegung in 2 verse, tilgung von Worten und änderungen auf 
das mass von 4 hebungen zu bringen. 



8 

dann mit einem vollen vokal a i o u zu lesen. Fflr 
den fall der assonanz wird entweder gleichheit der 
vokale bei ungleicher consonanz oder gleichheit der 
consonanten bei ungleichem vokal verlaugt. Letzterer 
fall kommt beim stumpfen reim nur selten vor, dagegen 
beim klingenden sind beide fälle häufig. Am grössten 
ist die freiheit bei den dreisilbigen reimen. 

Einen grossen teil dieser freien reime werden wir als 
in der dichtungsgattung, dem der Rother angehört, alt- 
überlieferte ansehen müssen ; sie begegnen auch in viel 
späteren spielmannsgedichten. Indes erlaubt uns doch 
die reimbehandlung im ganzen die zeit des dichters 
darnach zu fisiren. Gewöhnlich setzt man dieselbe als 

1130 an, doch schwerlich mit recht. In dem bald nach 

1131 gedichteten Kolandslied sind die reimfreiheiten 
noch bedeutend grössere. Wie lange nach 1131 das 
gedieht gesetzt werden muss, ist nicht leicht zu ent- 
scheiden. Nicht wahrscheinlich ist die abfassung nach 
1160 wegen einzelner sehr freier reime, freilich ist 
dabei zu berücksichtigen, dass ein rheinisches spiel- 
mannsgedicht nicht mit dem massstab gemessen werden 
darf, wie ein oberdeutsches gedieht eines geistlichen 
Verfassers. Ziehen wir noch das oben s. 6 gewonnene 
datum in betracht, so werden wir den Kother mit 
Wahrscheinlichkeit 1152 — 60 setzen können. Auf diese, 
keine frühere zeit verweist auch das durchgeführte 
höfische ceremoniell und die bereits hervortretenden 
spuren des minnedienstes. 

3, Die Überlieferung, 

Das gedieht ist uns mit ausnähme der schlussverse 
vollständig in der Heidelberger handschrift (H) cod. 
pal. 390 überliefert. Dazu kommen fragmente: das 
Amswaldische in Hannover (A), das Badener (B), jetzt 
auf der bibliothek des germanischen museums in Nürnberg 
— beide in Massmanns ausgäbe abgedruckt — das Erna; 
litzer (E), zu derselben hs. wie B gehörend, abgedruckt 
Germania Bd. XXIX Heft 2 und das Münchener (M), ver- 
öffentlicht von Keinz, Sitzungsberichte der k. bayer. Akad. 



der WisB. 1869 II 309 — 11. Von diesen suchen A und 
B£ die reime zu glätten, was durch Umarbeitung und 
anfOguug von flickwörtern geschieht; tlber die be- 
schaffenheit der vorläge von A iässt sich nichts sicheres 
entscheiden, die von B£ ist von H unabhängig und bietet 
manchmal die bessere lesart. M endlich könnte auf 
das in Baierb entstandene gedieht direkt zurückgehn. 
Nur die sprachformen sind ins oberdeutsche umgesetzt 
worden y was ein paar mal auch zur änderung der 
reimworte ftlhrte. Es fehlen in M, der Heidelberger 
hs. gegenüber, eine reihe von versen, von denen es 
sehr wahrscheinlich ist, dass sie erst durch Interpolation 
in das gedieht hineingekommen sind. Da diese geringen 
fragmente eine kritische ausgäbe nicht ermöglichen, 
hat man sich im wesentlichen an H zu halten. 

Die Heidelberger hs. bietet uns das gedieht nicht 
in seiner ursprünglichen gestalt Eine reihe von 
grösseren und kleineren abschnitten geben sich durch 
den abweichenden ton, den gebrauch sonst nicht vor- 
kommender Wörter und ausdrücke, durch genauere 
reime und regelmässigeren versbau als interpolationen 
zu erkennen. Von längeren abschnitten gehört hier- 
her: die Schilderung der leiden der boten im kerker 
(364 — 86), zum grossen teil die rüstung zur zweiten 
fahrt Rothers (3379ff.)> Arnolds anspräche an die 
seinen (4115 — 42), die Verherrlichung Wolfrats und 
der andren beiden (4333 — 84), die beratung der 
riesen über Constantinopels Schicksal (4397 — 4458), 
die belehnung Arnolds (4712 — 35) und der beiden 
Rothers (4823 ff.). Der interpolator schiebt geistliche 
betrachtungen ein und hat das bestreben nebenpersonen 
deutlicher hervortreten zu lassen. Auch im einzelnen 
ist wol manches geändert worden, besonders dem reim 
zu liebe, und manches unursprünglicbe in das gedieht 
hineingetragen. An dem ganzen der erzählung hat er 
dagegen nichts geändert und keine neuen sagenelemente 
eingeführt. Nicht begründet ist die annähme, dass mit 
den häufigen verweisen auf daz buoch die original- 
gestalt des gedichtes gemeint sei oder dass der zweimal 



10 

begegnende ausdrack richtere als „ttberarbeiter^ zu 
nehmen sei 9. 

Auch die spräche der Heidelberger hs. ist liieht 
in allen stücken mehr die alte mittelfränkische. Aller- 
dings überwiegen noch die mfr. elemente, ja es sind 
sogar zu denselben andere hinzugetreten, welche anf 
eine nördlichere gegend, also Niederfranken, verweisen 
und bekunden, dass das gedieht hier einmal abge- 
schrieben worden ist, vielleicht hier die Interpolation 
erfahren hat. Daneben sind aber die mfr. eigentümlich- 
keiten (z. B. dat für daz) in grossem umfang beseitigt 
worden. Der Schreiber, von dem diese Veränderung 
herrührt — wahrscheinlich ist es der Schreiber der 
Heidelberger hs. gewesen — muss nach Rheinfranken 
gehören, denn er setzt auch das nur diesem gebiet 
zukommende hit für mit ein. In einigen punkten 
nähert sich seine spräche dem oberdeutschen: häufig 
t für d, einigemal das verschobene pf, zweimal ?uir 
für her. Er muss in der nähe der fränkisch-alemanni- 
schen Sprachgrenze zu hause gewesen sein. — So ist 
allerdings eine eigentümliche mischung von sprach- 
formen entstanden; man muss darauf verzichten diese 
in die des Originals zurück zu übersetzen, da ja dies 
bereits sprachlich gemischt war. Nur bei den reimen 
lässt sich meist die vom dichter gebrauchte form fest- 
stellen, doch durfte auch hier consequenterweise die 
Überlieferung nicht geändert werden. 

Ausgaben des könig Kother haben veranstaltet: 
F. H. von der Hagen in den Deutschen Gedichten des 
Mittelalters 1. bd. (Berlin 1808), Massmann in den 
Deutschen Gedichten des XII. Jahrh. II. tb. (Quedlin- 
burg und Leipzig 1837) und H. Rückert (Leipzig 1872), 
letzterer mit dem bestreben die ursprünglichen sprach- 



1) Ueberscbätzt wird die tätigkeit des interpolatora durch Edzardi, 
der ihm alle bairischeu elemente zaweiaen will. Dem gegenüber halte ich 
daran fest, dass das gedieht im wesentlichen aus einem gusse gearbeitet ist. 
Doch mag allerdings ein älteres gedieht als quelle gedient haben und 
manche Ungleichheiten in unsrem gedichte werden sich daraus erklären, dass 
der dichter die vorläge teils in engem anschluss, teils freier wiedergegeben hat. 



11 

formen des gedichts herzustellen. An die Rückert^sche 
ausgäbe schliessen sich an: die recension von Lambel 
In der Zeitschr. f. Österreich. Gymnasien 1874, 168 — 81 
und Edzardi's ,,UnterBuchungen über König Rother^', 
Germania XVIII, 385 — 453, sowie dessen aufsatz „Zur 
Textkritik des Rother" ebenda XX, 403—21. 

Die haupteigentttmlichkeiten der spräche des denk- 
mals sind folgende. 

Lautlehre. VokaXismus. 

a für mhd. o öfters in van, sal sali, wal oder iväle\ 
vereinzelt in antwaräe, bäte. 

e häufig für mhd. i z. b. mer, der, helf, geherge\ 
umgekehrt auch i für e z. b. wilich, liven, silve, dazu 
ie für i, e z. b. riese, lieben. 

(o) häufig für mhd. u z. b. over, ovele, vorste] 
umgekehrt u {üj für o z. b. genumen. Der umlaut des 
u und bleibt unbezeichnet. 

ä noch häufig, wo das mhd. den umlaut (ß ver- 
langt z. b. ritäre, stäte, besonders in den reimen. Für 
e steht es in kärde. Der umlaut wird durch e bezeichnet. 

e für mhd. i in drS. Durch zusammenziehung 
entwickelt es sich häufig aus ie z. b. de, bles, brechen, 
denest, kne oder aus ei z. b. en, tel, bezechenunge. 

t vertritt auch häufig den diphthong ie z. b. Mit, 
dinest. Selten für mhd. iu z. b. Lipolt, 

d iß) steht allgemein für mhd. uo z. b. got, vor, 
seltener für ou z. b. armbdge, stop oder ü z. b. trdrich, 

ü (ü) neben 6 häufig für mhd. uo. Fast regel- 
mässig vertritt es mhd. iu z. b. bütit, Lüpolt. 

ei öfters für mhd. ie z. b. heiz, reit, leib. 

ie entwickelt sich auch durch znsammenziehung 
z. b. sien, gescien für sehen, geschehen. 

oi manchmal durch zutritt eines i zu o entwickelt 
2. b. schoine, doit. 

ou «== mhd. ü, iu wird vor w geschrieben z. b. 
trouTve, rou?ve. Manchmal für uo z. b. sclouc. 

In den endsilben finden wir neben dem tonlosen 
e auch i. Das e erscheint öfters da, wo es nach mhd. 



12 

regel schwindeD muss z. b. ane, bere] manchmal werden 
die einsilbigen formen aber durch den reim gefordert» 
Auch volle vokale finden sich noch an dieser stelle 
des Wortes z. b. erledig 6t, vor derbst, dienan, trdrande, 
weinunde, erist. 

Consonantisnius. 

b für m häufig in bit. 

p für mhd. pf ist regel im anlaut z. b. plegen, 
penninc. Im inlaut erscheint es z. b. in ritirschap, 
helfen, up. 

V für mhd. b im inlaut ist regel z. b. leven, mve\ 
im auslaut erscheint f oder ph z. b. gaf, rviph. Da- 
neben nach obd. weise b^ im auslaut p. 

f fUllt vor i öfters weg z. b. bedorte, fonzin = 
mhd. bedorfte, funfzehen. Für ch einigemal einge- 
treten z. b. plaf, hofzich, lüften. 

w hat sich im anlaut vor r noch öfters erhalten 
z. b. wringen. Im inlaut einigemal für j z. b. mdwe- 
liehe. In der hs. wechselt häufig w mit v, was nicht 
beibehalten ist 

m assimilirt sich folgendes b in umme mhd. vmbe. 

th = mhd. dy den im mittelfränkischen im 
12. jabrh. noch bewahrten spirantischen laut bietet die 
hs. nur selten z. b. gethige, Thiederich. 

d = mhd. / im anlaut, inlaut nach vokalen und 
liquiden sehr häufig z. b. dag, riden, halden. Da- 
neben t. 

t = mhd. z häufig in den pronominalformen dat, 
dit, it, auch sonst nicht selten z. b. satte, scat, liet, 
vdt. Im auslaut fällt t öfters ab z. b. ivar{t)j knech{t) 
oder wird unorganisch angefügt z. b. Aspriän{t\ scl6ch{t). 
Manches ist wol nur nachlässigkeit, so jedenfalls das 
fehlen des t im inlaut z. b. tocher. 

sc und seh wechseln. Aus s entwickelt sich sc 
öfter vor / z. b. sclagen, wiscliche. 

st für ft in bedorste = bedürfte, ht in vorste ■= 
vorhte, 

n tritt manchmal für m ein z. b. quan, vreissan. 



13 

n fällt aasl. oft weg, namentlich im infin. z. b. gezeme, 
habe, vermezzeHche, Inlautend n nach vokal bleibt 
in der bs. sehr bänfig unbezeiehnet. 

g wird für j im an- und inlaut geBcbrieben z. b. 
genir, vrige; für im mhd. vokalisches i in gehein, ge- 
man, g fällt mehrmals zwischen vokalen aus z. b. 
m&akraft = magenkraft. 

k = mhd. ch öfters in ic, mic, sie, sonst ver- 
einzelt z. b. sprac, leike. 

ch sehr häufig für das inlautende g geschrieben 
z. b. lach, burch. Dass g im inlaut überhaupt als 
Spirant anzusehen ist, beweisen Schreibungen wie ir- 
sag = irsach, ch für k vereinzelt z. b. roch, starch. Das 
für f (virireich, gach, wurchen) und t {hofzich, zieh, 
trüch, goch) einigemal eintretende ch scheint lautlichen 
wert zu haben. 

h zwischen vokalen fast immer ausgefallen z. b. 
s6n oder sien «■ sehen, züt = ziuhet. Oefters wird 
aber die volle form durch den i'eim gefordert. Meist 
schwindet auch h nach / z. b. befeien , häufig vor t 
z. b. forte, tvorte und vor s z. b. ses, Sassen, Im 
auslaut z. b. mar, vld. 

Umstellungen sind bei Verbindung von r mit einem 
consonanten häufig z. b. vorrrdg = vromig, tröste = 
forste, vrochte = vorchte; sogar trüUch = türlich, 
törste = tröste wird geschrieben. Inlautend r nach 
vokalen bleibt in der hs. häufig unbezeiehnet. 

Flexionslehre. Conjugation. 

Endungen: in der 1. sg. erscheint ausser bei hän, 
gdn, stän, ddn ein -n auch sonst vereinzelt z. b. vir- 
lisen ; die 2. sg. geht gewöhnlich auf s aus z. b. lieziSy 
dieselbe endung erscheint oft im praet. ind. z. b. wer es ; 
die 3. sg. auf -t, aber gewöhnlich is neben ist] die 
1. pl. auf -w; die 2. pl. auf -n z. b. m, nemen, liezin 
oder -^; die 3. pl. auf n z. b. gevallen, im praes. ind. 
auch auf -nt. 

Von einzelnen verben weisen folgende vom mhd. 
abweichende formen auf: 



14 

hän und haven neben einander, zu letzterem auch 
formen mit ^ z. Ix hevet, hebet e. 

gän, stän neben gm, sien, und in der 2. 3. sing, 
präs. ind. kommt auch geis, stets, geit, steit vor. 
Prät. gie oder gieng, stünt. 

sehen (sen, sien) bildet sein prät pL meist sägen, 
conj. *^ege, 

geschehen {gesehen, geschien) flectirt regelmässige 
doch kommt einmal ein p. p. gescheit vor, eine dem 
mfr. geschiet entsprechende form. 

wil flectirt zuweilen nach mhd. weise, in der regel 
aber (selbt gegen den reim) als regelmässiges schwache» 
verbum : ich wille, du rvilles u. s. w. 

Declination. 

Von masc. bat schö (= schuoch) schwache flelioD 
angenommen y von fem. kemenäte, ketine, kröne u. a. 

Die ntr. bilden den plur. häufig auf -e z. b, böche, 
rosse. 

Beim adjectiv sind folgende endungen abweichend: 
nom. sg. fem. und nom. acc. pl. ntr. starker flexion 
auf -6] dat. sg. masc. und ntr. st. flexion nach mfr. 
weise auf -en^ daneben auf -eme ; dat sg. fem. schwacher 
flexion auf -er, daneben auf -en. — Wenn nach ein 
und dem Possessivpronomen gewöhnlich die schwache 
form erscheint, so entspricht das der mfr. regel. 

Vom personalpron. 1. 2. person erscheint dat. sg. 
sowol als 7niy di wie als mir, dir^ der acc. lautet mich^ dich 
{/nie, die), PI. wir oder wi, ir] dat und acc. als 
uns-unsich, ü-üch gewöhnlich auseinander gehalten. 
Vom geschlechtlichen pron. 3. person kommt der nom. 
sg. masc. als er, her, he nebeneinander vor. — Der 
gen. dieser pron. nach mfr. regel mines, dines, sines 
in der Verbindung mit selves, 

Possessi vpron.: min, dm, sin, unse, üwe oder ütver^ 
Für fem. sg. und pl. der 3. pers. hat sich ir ausgebildet 

Demonstr.: die {de) oder der, die {de), dat {daz). 
Relat: wie {?ve) oder wer, wat {waz\ 



Bt deme westeren mere^) 
saz ein kuninc, der heiz Ho^ther; 
in der stat zu Bare 
da lebete er zft wäre 

mit vil grözen 6rin. 5 

ime dientin andere h^ren: 
zwSne und sibinzich kuninge, 
biderve unde vormige, 
die wären ime al undertän. 

er was der aller h^riste man, 10 

der da zu Eöme 
ie intfJnc die krönen. 

Rüther was ein here, 
sine dinc stünden mit ^rin 

unde mit grözen zuchtin an sinen hove — 15 

iz nehaben die bo^che gelogen — 
daz ime da an göte nihtes negebrach, 
wene daz er äne vrouwen was. 
dö rededen die jungen gräven, 
die in deme hove wären, 20 



wie s8 äne vrouwen 



ir erbe solden büwen. 

dö düchte sie alle recht, 

swär so war ein gut knecht, 

deme die riche wenn undertän 25 

unde so manic wol geboren man, 

daz er ein wip neme, 

d6 ime zu vrouwen gezeme. 



1) ,,Da8 adriatische meer im gegensatz zum ägäischen^'. 



16 

unde virsciede er an erben, 

s6 wäneden se irsterben; 30 

Werne sie dan die krönen 

solden geben z6 Ro^me? 

Alsus redte der h^rre: 
„ich vorchte vil sere, 

daz ic küninges do^chter gehige 35 

unde iz tan uvele gethige, 
dat her ez gewreche ane minen liph. 
gerne hetich ein wolgeboren wiph, 
die van allem adele 

gezeme eime koninge 40 

unde zö vrouwen riehen herzogen, 
ic neweiz sie neirgen in dime lande ^), 
die mir so wol gevalle, 
daz ir sie lobit alle". 

Dö heter ein gräven 45 

der half ime wol zo" wären 
mit listen grozer eren: 
s6 dienete er sime heren. 
des quam er sit in gröze not. 

Lüpolt heiz der helet gut, 50 

der was in Rötheris hove 
mit grözeme vlize gezogen, 
er was sin man unde mäc; 
an deme stünt ouch sin rät. 

der was der aller getrüiste man, 55 

den ie sichein römisc kuninc gewan. 
die türen volcdegene 
die giengen zö samene, 
die wisen altherren, 

die plagen grözer eren 60 

und göter züchte under in. 
sie nanten ein megetin. 

Lüpolt der sprach zi aller erist: 
„ich weiz wizze Crist 



1) Kanu des reims wegen nicht richtig sein. Bückert vermutet hove, 
das aber dem sinne nach wenig passt. 



17 

öster over se 65 

einis riken kuninges to"cliter vil her 

da z6 Constantinopole 

in der meren bürge. 

ir vater heizit Coiistantin, 

schone ist die tocliter sin: 70 

siu lüclitit üz deme gedigene, 

s6 daz gesterne tut von deme himele. 

siu lüchtit vor anderen wiben, 

s6 daz golt von der siden. 

siu ist in midin also smal, 75 

sie gezeme eime hcrren wol, 

unde mochte von ir adele 

gezeme eime koninge. 

ir dinet aller degeliche.^) 

daz wizze aber got der riche, 80 

umbe de stät iz möweliche, 

wände ir nebat nie nechein man, 

er moste den liph virloren hän". 

Also der kuninc dö virnam 
den rät der was getan, 85 

ein marcgräve der heiz Herman, 
mid deme er erist reden began, 
wer der böte mochte sin, 
de ime irwurbe daz megetin. 

dö sprach der marcgräve: 90 

„ich sage dir ze wären, 
herre, iz to^t Lipolt, 
die ist der van allen herzen holt 
unde weit ouch wol we ez umbe daz wiph stät.^) 
trüwen, daz is min rät: 95 

machtü in mit minnen 
in de rede bringin, 
daz er din bode wille sin, 
der werbit dir aller trüwelichis umbe daz megetin". 



1) Gewöhnlich erklärt als aller degene gelich, was aber nicht ohne 
bedenken ist. Vielleicht tegeliche und ausfall eines verses. 

2) Der vers wird von Amelung in zwei zerlegt, mit annähme eines 
dreifachen reimes (Lipolt : holt : wol). 

König Rother. 2 



18 

E&ther sande boden dräte 100 

nach Lipoide in eine kemenäte. 
aiser vor den kiininc quam gegangen, 
dö war er wol untfangen. 
der marcgräve römt ime den sto^l: 

daz heiz in sin herre dön. 105 

Also Liupolt gisaz, 
der küninc gezügeltche sprach: 
„ich hän durch michele not 
nach dir gesant, helet göt, 

daz tu mir werbes umbe daz megetin, HO 

die da so wundrinscöne st, 
unde hilf mir miner erin: 
ja sprechint dise harren, 
du sist aller best darzo^, 
hellt, nü Salt tüz durc dinis selbes frumicheit do"n". 115 

Alsus redete dö Liupolt 
(dem kuninge Rüther was her holt): 
„herre, dune salt mich so verre manin niet. 
din ere sin mir also liep, 

daz ic dir werbe die bodescaft, 120 

so ich aller trüwelichis mac 
umbe daz vil scöne wip 
oder ich virlesen den lip. 
nü heiz dir gewinnen harren, 

die du mit dinen eren 125 

wol mugis senden 
üz disen landen, 
eilf riche grävin, 
der z weifte bin ich zwären. 

Ich wil daz have gräven tgeltch 130 

zwelf riter hSrlich, 
die alle s6 gut gewant haven, 
daz wir äne laster vor ein kuninc mugin tragen". 

Der kuninc dö sinen hof gebot, 
sowaz er vursten hete gesamenöt, 135 

zwo und sibenzic krönen, 
die deneten ime scöne. 
den sagete he sinen willen. 



19 

dö sprach vile manic hellt suelle: 

„herre, woldit ir mic senden 140 

hinnen zo" der erden enden, 

daz newiderredtich durch neheinen man: 

wir sulen üch alle s!n underdän". 

eilf gräven ime d6 swo'^ren, 

daz sie erme harren umbe die maget vören.*) 145 

sie wären dem kuninge alle holt; 

daz machete silber unde golt, 

daz er in kunincliche gap. 

sie würben des herren bodescap. 

Alse die vart wart gelobit, 150 

dö nam swert üfe deme hove 
ein vil junger degen. 
beide sabel unde kelen, 
ein gräve der heiz Erewin, 

da mite zireter die rit^r sin. 155 

die anderen herren däten sam, 
vil wol vazzetin ire man. 
ir ros wären alle blanc. 
iz quam in nie nicliein lant 

so manic bäte wol getan. 160 

sie leite ein vile listiger man, 
der was dem kuninge vile Ißph 
unde nehäte der untrüwen niet. 

Die kile wären gevazzöt. 
van den Stade wolde Liupolt der hellt göt. 165 

der kuninc heiz in stille haven 
und bad eme sine harfen dar tragen, 
einis zeines her ime gedächte, 
daz her sint vollenbrächte. 

er hiez die htoen alle gän, 170 

Oven üfen kiel stän, 
dri leike er in nande, 
die sie sint wole irkanden. 
dö sprach der herre vile gut: 
„kumit ir imer in decheine not, 175 



1) Von Amelung in zwei verse zerlegt {steören : hirren : vören). 

2* 



20 

swa ir vinienict die k*iclie ilri, 
da suMer iniu gewis siir*. 
des vrouwfte sich mauic iiiuu, 
der siut iu gn>ze not (iiiaiu. 

Iren rrtf sie dö h6]>eii. ISO 

von de nie Stade sie voren. 
eiä, we die segele duzzen, 
dö sie in ouwe vluzzenl 
die herren vluzzin in dat mere. 

dö stimt der kuninc Rötlier 185 

unde hat got den riehen iinde den guten 
durch sine ötniöde, 
daz er sie sande 
wider heim zu lande. 

er sprach: ,,swer danne wil scat nemeu, 190 

denie sal ich in äne zale geben; 
wil er aber bürge unde laut, 
des gibich iuie in sine gewalt, 
unz in des sehen dunket vil — 

we genie ich daz dön will — 195 

und helfe iuie daz beherten 
mit niines silbes swerte". 

Dö vören die boten höre 
üffe den se verre 

gegin Constinopole dar zö Krechen. 200 

ir A'iele se dö stezen 
in daz früniede laut, 
sie trögen riterlich gewant 
alle geliche, 

sie vören venuezzeliclie. 205 

dö bat Liupolt einen koufuiau 
eine wile zö dem scliitte gan, 
unz sie von hove quemen, 
des wolder ime wol lönen. 

einen mantel her hne gab. 210 

,dri tage unde nacht 
hödich dir*, sprach der koufman, 
,,sowar du wilt ritiii oder gtin. 
daz weiz der waldindinger got, 



21 

der mer z6 lebene gebot: 215 

du häs mir s6 kimincltche gegeben, 

ich wil diner schüfe wol mit triuwen phlegen". 

Die Mrren vazzetin sich, 
alsech kan virstän mich, 

daz nie vor nicheinen man 220 

s6 manich schöne bode nequam. 
ire mantele wären gesteinit bi der erden 
mit den besten jächanden die ge dorten gewerden; 
die drachen van schiren golde^), 

also siez haben wolden; 225 

herze unde binden, 
maneger slachte wunder 
truogen die helede göde 
üz van golde an ir gewede. 

mit samite und pfellele 230 

wären die sadilsch eilen 
geztrot, dat was michil loph. 
sie quämen schöne üife den hof. 

Die herren ritin üife Constantinis hof. 
da intfönc man in d6 ros. 235 

dö lüchte manic jächant 
von ^nander in daz gewant. 
der turlichir degen Erwin 
der hez die z weif ritär stn 

mit zuchtin nach ime gän; 240 

die anderen herren däden sam, 
sie gengen alle in sunderlich schare, 
ir gewandes nämen sie gröze wäre, 
da quam deime kuninge möre, 

daz üife deme hove were 245 

ein lossam rittirschap. 
eiä, waz der kaifere was, 
die den vrouwen sageten, 
wilich gewant de geste haveten! 

Alsus redete du göte kuningin: 250 



1) Die mäntel waren am eaume mit edeleteinen besetzt und mit gold- 
plättchen in der geetalt von drachen u. s. w. verziert. 



22 

„nü stallt üf, herre Constantin, 

und intfa wir dise geste. 

wo gerne ich daz wiste, 

wannen sie kuinen weren. 

ir gewant is seltsßne. 255 

8wer sie hat üz gesant 

her in unser lant, 

der ist ein statehafter man. 

of ich mic rechte versinnen kan, 

mich dunket göt, h^rre, 260 

daz wir dese boden eren. 

sine sint der antworte nicht gewone, 

die du tös manigen boten vore. 

ich wdne daz nie so manic man 

schöne in diz lant nequam. 265 

sie sint alle wol getan, 

beide ros unde man. 

iz nequämen nß lüte so wunnencliche 

in diz Constantinis riche". 

In den hof der kuninc ginc, 270 

die helede er alle wol intfenc, 
unde die göte kuningin, 
sie hiez sie willekume sin 
sAle geliche 

unde neig en gezugenliche. 275 

sich höf ein gröz gedranc: 
sie düchte seltsene daz gewant. 
von ritärin unde von vrouwen 
dar wart ein michil schouwen. 

dö redite ein [altjvrouwe ') die heiz Herlint: 280 

„swannen dise herren kumen sint, 
daz ist ein wunderlichiz lant. 
sie tragen so manigen jächant, 
geziröt mit deme golde; 

daz daz got wolde, 285 

daz wer den kuninc gesehen, 
des dise boten weren". 



1^ Amelung uimmt dö redite ein altvrouwe als besoadereu ven. 



23 

Lüpolt z5 dem kuninge sprach: 
„nu orlöve mir mtnes herren bodescap, 
dar umbe ich bin gesant 290 

her in diz lant, 
daz ich der sage, herre göt, 
waz der ein riche kuninc inböt. 
der ist der aller schöniste man, 

der ie von wibe gequam 295 

unde verit mit grözer menige. 
ime dienent snelle helede. 
scal unde vedirspil, 
des ist. in mtnis herren hove vil, 

ros unde juncvroiiwen 300 

und ander ritäris gezouwe, 
des vlizit sich mtn h8rre. 
von du mahtü mit gren 
mir irlouben mines herren bodescap, 
wände her weiz aller tugende kracht". 305 

Alsus antwarde Constanttn: 
„nft sal iz dir irloubet s!n 
durch dtnes harren willen, 
nü werph swaz du willes. 

du bist ein wetltcher man, 310 

du salt mlnen urlob hän". 
dö sprach Lüpolt 

(dem kuninge Röther was er holt): 
,,nü vimim mich, kuninc Constanttn, 

min hörre gerit der tochter din, 315 

der ist geheizen Röther 
und sizzit westert über mere. 
her ist ein statehafter man, 
her wolde dine tochter zö einer kuninginne hän; 
und wil daz got von himele, 320 

daz sie kumen zö samene, 
sone gewan nie bezzer wunne 
wip mit einem manne". 

Trörich sprach dö Constanttn 
(zumich was der möt stn): 325 

>,daz ich die rede irloubit hän, 



24 

des möz ich lange trörich stan. 

were min siete so getan, 

(laz ich sie gebe geheinen man, 

so mochtich sie mit Oren 330 

senden dime hOrren. 

daz weiz aver gut der riche, 

du tätes wisliche, 

du vurreditis iimbe die bodescap, 

dune bescühetis anderis nimmer mer den tacJ) 335 

>vaude miuer tochter nebat nie nichein man, 

er nemoste sin hovet virlorin htin. 

so mag iz ii nicht irgan, 

ir Sit alle geviin 

linde negeset üweris herren 340 

riche nimmer mere". 

Der kiininc heiz die botin kere 
in einin kerkere, 
dfi wären sie inne manigen tac, 

daz ir nie nichein de siinnen gesach, 345 

noch den mäuen so Hecht, 
leider sie neheten vrouwede nicht 
wone vrost imde naz. 
hei wi gröz ir arbeit was! 

sc häten hungir iinde not, 350 

sie wären nä blibin töd. 
die dar heime gnöc habeten, 
mit deme wazzere sie sich labeten, 
daz under in swebete. 

we küme die herren libeten! 355 

dö weinte manic man 
sinen lib wol getan, 
ir herzerüwe was gröz, 
sie nehetin zö niemanne tröst. 

iedoch half in got der göte 360 

durc sin ötmöte. 



1) ,,Du hast weislich gehandelt, dass du vorher um die botschaft 

ladetest (d. h. batest, dass dir gestattet werden möchte sie auszurichten), 

Eonst würdest du niemals mehr das tageslicht Eehen (d. h. sofort getötet 
werden)". 



25 

daz sie alle samen gesunde 
quiimen heim zö lande. 

Nu mugider hören mere 
de nöte von den herren. 305 

du sprach der herre Erwin 
zö Lupoide deme meister sin: 
„owi, lieber brüder min, 
wie lange sul wir hie sin? 

wer heifit nü den mägen, 370 

den wir götis schuldic wären 
oder weme sal unser erbe 
zö Jungestin werde? 
der Adamen gebilidote, 

der helfe uns uze derrer nöte". 375 

dö vielen sie al in erüces stal, 
niichil wart der ir scal [hal], 
da sie zö gote riefen. 
we trörich sie weifen! 

vil trürich iz üz ir herzen gienc. 3S0 

etlichir in daz wazzer viel, 
daz er dar inne belochen lac. 
Sit gesehen sie den tac, 
daz sie vröliche 
besäzen da heime ir riebe. 385 

Der kuninc heiz dö hinen gän 
beide mäge unde man, 
daz sie die zirheit gesähen, 
die in den kielen lägen. 

dö giengin die juncvrouwin 31)0 

diire wunder schouwen 
mit in zö den schitfen, 
cia sie daz göt wistin. 
nii nekan ü nichein mau gesagen 

die wunder, die in den kielen lägen. 395 

da. inne was daz golt röt 
kleine gewieröt, 
nuskele unde vingerin, 
daz die botin mitsam in 
hetin brächt den vrouwen; 4(>0 



vunf düsint bouge, 

die sie al gebon wolden, 

so sie widir keren solden; 

rossekleit iinde vanen 

lac dar ein michil teil ane 405 

unde vehe gezelde, 

wole geworcht mit golde, 

gäben in ir holden, 

dö sie von lande varen solden, 

die sie in selben beten irwelit. 410 

da was manic snellir hellt 

vil virmezzinliche üz kamen, 

iz nehaben dß böche gelogen. 

Nu sagit man uns von schazze^) und von golde: 
sower daz sien wolde, 415 

des lac da ein vil michil magen. 
der kuninc heiz iz abe tragen 
und beval iz sime kameräre, 
daz er is als5 plege, 

sowanne man iz haben wolde, 420 

daz er iz haben solde, 
iz wäre wäfen oder vane, 
daz is icht queme dane; 
swä ein ros irsturbe, 

daz ein ander widir gewunnin wurde. . 425 

daz gebot er ime an sin liben 
und heiz in des s5 plegen, 
ob man iz immer wider gegebe, 
daz iz dar allez were. 

Nu wertiz jär unde dag, 430 

daz vil manic man lac 
in deme kerkenere 
unde qualitin sich s6re: 
gröz was ir weinen. 

unde ouch Eöther da heime 435 

vil sere tröröte 
umbe die botin göte. 



1) In der ha. ausradirt bis auf . . . e. 



27 

her wranc sine hende 

unde gedächte in manigin ende, 

we er daz besage, 440 

wä sine boten lägen. 

dö giengen die alden rätgeben, 

der vrunt da wären un<Jer wegen, 

die weinötin vil sere 

und bätent ouch ir harren, 44ö 

daz er sie silbe geseche, 

ob sie lebende weren. 

Röther ftf eime steine saz — 
w^ trürich ime sin herze was! — 

dre tage unde drie nacht, 450 

daz er zö niemanne nicht nesprach, 
wene daz her allez dächte, 
we er kumen mochte 
zo Elriechin in daz laut, 

da er hete gesant 455 

manigin boten herlich, 
do heiz er gen vor sich 
Berchter einen alden man, 
zd deme er allen sinen rat nam. 
des sune wären ir sibene*) 460 



der nelegitiz ouch niergin nidere. 

her sprach: „du salt mir rätin, Berchter, 

we wir kumen ober mer 

zu Constonopole in d8 stat. 

Is daz des got gestadet hat, 465 

daz der kuninc Constantin 

gehoubetit hat der boten min, 

sone willich nimmer m^re 

beliven an Römesker erden, 

gr iz ime an den lib gät; 470 

owi we tröric her mich gemachit hat!" 



1) Nach V. 460 ist eine lücke anzunehmen. Wie aus v. 474 f. hervor- 
geht, hatte Berchter zwölf söhne , von denen sieben sich der botschaft an- 
geschlossen hatten. In dem v. 461 vorangehenden verse muss von der 
klage Berchters um diese die rede gewesen sein. 



28 

Alsus redete dö Bercliter der aide man, 
(er was ein grave von Merän): 
„ich hete eilif sune herlich; 

der zweite hiez Helfrich, 475 

den santes du über Elve 
mit vil grözer menige. ^ 

da vor er hereverte*) 
und manige stürm herte, 

da er die heidinen quelete, 480 

die sunder ewe leveten: 
an godes dienste wart er irslagen. 
den nemuge wer nummer verklagen, 
nü sin ir sibene an desse vart. 

owi daz ich ie gebom wart, 485 

ich vil weineger man! 
waz ich lieber kinder virlorin hän! 
Lfipolt unde Erewin 
wären die edelsten sune min. 

sowanne ich der vunver virdage, 490 

dise zwene nemach ich nimmir virklagen. 
Rother, lieber herre min, 
daz sal nü min rät sin, 
daz wir varen herevart 

und ir beide Ungerin und Krechen slät. 495 

ich vöruch ritäre düsint. 
mich rüwent sßre mine kint". 

Des antworde ime dö Röther, der getrüwe man: 
„des saltü imer lön hän. 

ja hörtich minen vater hi bevoren sprechen, 500 

sower were ein göt recke, 
daz her unrechte tete, 
so man ime göten rät gebe, 
daz er des nicht neneme. 

nü wil ich üffe den hof gän: 505 

wir suln iz den harren allen sagen 
unde künden iz göten knechtin — 
daran tö wir rechte — 



1) Der dichter denkt an die kämpfe gegen die heidnischen Wenden; 
dass er aber einen bestimniten kriegszng im äuge habe, ist unerweislich. 



29 

wie iz in gevalle, 

unde bedenken unsicli alle. 510 

wat ob ittelicher ist, 

der hat bezzere list, 

dan wir uns haben genumen? 

war umbe solde wir mit so manigime kamen 

hin z6 Krechen, 5J5 

wine wisten werliehe, 

ob se wären gehoubitöd? 

waz ob sie der grimmige tot 

noch hat neicht bevangin? 

söche wir sie mit here dan, 520 

s5 quelit men die helede lossam. 

daz weiz der waldendinger gut, 

der mer zo lebene gebot, 

so rüwin sie mich sere". 

dö weinitin de herren. 525 

Alsus redete do Berther der aide man: 
„kuninc, dune mochtis nimmer s5 göte sinne habe, 
lehne wolde dir gerne gevolgich sin.*) 
die leit die sin half min. 

nü samene, herre, dine man, 530 

ich wil is gerne u:en rät hän, 
mit wie getanen sinnen 
wir Kriechen bekennen. 
daz is sin, herre. 

mich rüwent vil sere 53."> 

mine süne wol getan, 
die ich wunderliche virloren hän. 
die sandich durch dine cre. 
nü westu, lieber herre, 

also vil als ich, 540 

wei iz an iren dingin kumen is, 
wene gut durch sine krefte 
helfe mir schadeī/'/in, 
daz daz muge gesche, 
daz ich mine kint lebende gese". 545 



1) „Welche guteu gedauken du auch haben magst, ich will dir gerui' 
folgsam seiu*^ Die gleiche negativ-hypothetische ausdrucksweise auch 7G.*>. 



30 

Röther gtnc zö hove 
mit deme alden herzogen 
linde bat sine liebesten man 
vor sich an den rät gän. 

dö d^ herren vimämen 550 

die starken nümare, 
da hdrde man manigin vromen man 
vromicltche rede hän, 
dÄ mide sie ir herren 

hülfen grözer ^rin. 555 

sie giengen zd samene 
sprächen vor die kameren. 
sie reiten iren herren, 
er solde mit grözen Mn 

in recke wts over mere vare, 560 

so mochter sin ere aller bezzist beware; 
wente ein ald herzöge 
was in Rötheris hove, 
der riet daz man iz solde irwenden. 

do half der vatir sinin kindin. 565 

er sprach: ,Jä du zagehafter man, 
wei trostis du an disen rät gän?** 
mit der vüst er in sclöch, 
daz ime üz deme halse vuor daz blOt 

und er ouch lach drie nacht, 570 

daz er nehörte noch nesprach. 
dö sprächen Bercheris man, 
her hete ime al rechte getan, 
war umme her in solde sären? 

ir herre hete doch schaden mere 575 

dan der anderin sicheinir, 
man nesolde ene nicht leiden. 

Der herzöge hette den schaden, 
im was ein michil slach geslagen. 

die herren gingen dräte 580 

vor den kuninc mit deme rate 
unde reditin under in, 
ob er is gevolgic wolde sin. 
sie sprächen: „wir haben einis dingis gedächt 



31 

daz mac wol werden voilebrächt. 585 

der herverte ist ein tel zö vil, 
unde ob du iz tun wil, 
8Ö machtü dich aller best bewaren, 
wiltü in recken wis over mere varen. 
wände söche wer die Kriechin, 590 

daz wizzestü weiche, 
sie tun uns vil z5 leide, 
und lebit der boden sichenir, 
sie mozen alle kiesen den töd, 

des is den Kriechen michil not. 595 

nn vore golt unde schaz, 
des ein michil mänkraft 
in diner kameren 
is gelegit zö samene: 

des bistu, kuninc, rtche. 600 

nü teilene vnimeltche, 
min vil lieber herre, 
da mide st^nt din ere. 
wir nemugen mit unsen sinnin 

nicht bezzeris rätis vinden. 605 

nevolgis du des nicht, Röther, 
sone kumistü nimmer über mer". 
• Dö sprach der kuninc riebe 
harte willidiche: 

„ir habit vrumicliche getan, 610 

ich wil ü gerne volgan. 
swaz mir ie war, daz was ü leit. 
diz ist ubergulde aller wärheit, 
daz ir mir nü so vaste bestat, 

nü is mir an die not gät. 615 

ich hän gewisse michelin schaz: 
nü möze er gewinnin gotis haz, 
der sin immir icht gespare, 
swilichin enden er gevare". 

viere boten er dö sande 620 

vil witin inme lande 
unde inböt in al geliche, 
d6 da woldin werdin riebe. 



32 

daz sie z6 hove quemen, 

der da solde sin z6 Rome, ♦>25 

da bedorftf?;- er zö eime dinge, 

daz nemocliter nicht wol vullenbringen 

iine gute knechte, 

iz nequeme ime unrechte. 

einin brief er do sante 030 

zü eime imkundigin lande: 

da was ein riese der hiez Aspriän, 

der ueiner zö hove niquam. 

durch die starken numere 

hüb er sich zwäre 635 

mit unkundiger diete 

vor de?i kuninc göten. 

der vörte riesiniske man, 

die trogin stangin vressam. 

Des kuningis numere, 640 

(daz sagech ü zwäre) 
die irschullen harte wide. 
die herren begunden riden; 
da vazzite sich man wider man, 

daz er schöne zö hove quam. 045 

durch daz iz ein hovespräche was, 
ir nechein iz nevirsaz. 
do gewan her michele heres kraft, 
sie ritin dicke scharehaft, 

dö zwä unde sibinzich krönen 650 

vur den kuninc quämen zö Röme. 
dö sän sie in deme melme gän 
einin wunderlichen man, 
den nemochte nichein ros getragen, 

der dächte sie ein seltsöne knape. 055 

der tröch eine stäline stangin, 
vier und zweinzich ellene lange, 
des wart sie ein michil kaifen an getan, 
sie') brächte ein riese, der hiez Aspriän. 



1) sie iu V. 608. 59 muss auf die gesamte sohaar der rieseu bezogen 
werdeu, von der v. 038, aber nicht unmittelbar vorher, die rede war. Viel- 
leicht liegt ein fehler der Überlieferung vor. 



33 

Also Bertlier die riesen an gesacli, 660 

nü mugit ir hören wie her sprach: 
„ich sie dürt guote knechte, 
die turrin wol vechten. 
uns kumit z6 vöze ein schöne schare, 

die sin harte wicliche gare. 665 

intn vil lieber herre, 
untfa sie nach dinen eren. 
si sint zö den brüsten vil gföz. 
war gewan ie sicheinis kuningis gnöz 

so manigin wichgaren man? 670 

swär sie einen zom willen hän, 
sowilich in intwichet vor der stangin 
unde her in mit deme swerte gelangit, 
der nedorfte umbe daz sin leben 

nimmir einin pfenninc gegeven. 675 

nü vöre, kuninc Röther, 
derre wigande zwelfe ober mere, 
sone dar uns nehein man 
mit sime volke bestan, 

her nemöze virlesin den leben. 680 

al sie in de hof ungelegen, 
sie sin doch so wichgare kumen 
dir zö helfe unde zö vromen". 

Die riesen in deme melme 
trögen Hechte helme 685 

unde brunien snewtze, 
gewroht mit allen vlize, 
die swert zö den Stangen, 
de geislen also lange: 

daz die riemin solden sin, 690 

daz wärin ketenen iserin, 
gröze knöpfe hingen dar an. 
michel wunder sie des nam, 
die so heten gisen, 

waz en solde gesehen. 095 

sie wäfenden sich mit grimme 
in die liechtin ringe, 
ir gebere wärin vrumeliche getan. 

König Rother. 3 



34 

do irsag iz der herzöge van Merän: 

vil luzzil er do twalte, 700 

unze her daz volc irrante. 

her sprach: „wer hat irhaben diesin scal? 

den verb^dich iiber al". 

Do sprächen die stormgierin: 
„wir untforten gine hßrriu. 705 

den sule wer unsich nidliche wenn 
durch daz wir uns generen". 
dö sprach der aide herzöge: 
„sie kumint dur göt here z6 hofe. 

iz ist der kuninc Aspriän 710 

unde bringit riesinische man", 
wol untfenc der kuninc riche 
de riesin al geliche 
unde manigen vromen man, 

der z6 sime hofe quam, 715 

unde sagete in allen sine not, 
die dar hette der helid göt. 
her sprach: „nü vimimet, türin wigande, 
ich möz üzime lande 

in einis recken wise varen 720 

unde Wille mich anderis namen. 
ich wcne, der kuninc Constantin 
gehoubitit habe die boten min: 
des is nü jär unde dach, 
daz ich ir negeinen negesach". 725 

Do begunden die herren dringen 
vaste zö deme ringe 
unde machitin eine schare vil breit, 
dö ztrete sie wisheit, 

unde reditin under in, 730 

Berchter solde kuninc sin, 
biz ir hßrre queme, 
wände her der krönen wole pflege, 
dö sprach der herzöge: 

„ichne darf nicheinis gerichtis hie zö hove. 735 

wände bevildir mir daz üwer laut, 
iz wirt beroubit unde virbrant. 



35 

virhert die marke, 

virwösten^ [sie] vii starke.^) 

von du kiesit ü einin anderin man, 740 

ich Wille nach mincn sonen varin. 

nü bitit Amelgerin, 

die mach wole wesen herre". 

deme bevälen sie die krönin 

unde daz gerichte z6 Röme 745 

an eime vil schönin ringe. 

her was von Tengelingin. 

Der kuninc Röther zö ime nam 
zwelf herzogen lossam 

unde herzogen iegelich 750 

zwei hundert rttar erltch, 
so sie aller schönist wären kumen. 
die vil türltcliin gumen 
imder deme volcmagene, 

die höben sich zö samene. 755 

dO vörte der kuninc Aspriän 
mit ime zwelf stne man, 
da under hette her einin riesin vreissam, 
des moste man gröze höte hän. 

der gienc gebunden alse ein lewe 760 

unde was der aller künisten eine, 
der ie mütirbam gehiez. 
swenne man in von der kitenin geliez, 
deme nitete nieman einin zom, 

er nehette den lib virlom. • 765 

der was verre gegangin 
\on der riesin lande 
durch degenhete willen, 
mit drouwc unde mit minnen, 

so virwant in Aspriän, 770 

daz her wart sin man. 
er was vresliche gemöt. 
Witolt liiez der hellt göt. 



1) Warum Berchter befürchtet, dass seine regentschaft zur verhce- 
rung des landes veranlassen werde, ist aus dem gedichte nicht ersichtlich. 

3* 



36 

Der kiminc hiez daz gedigene 
mit Emilgere ritin widere, 775 

unde daz sie daz riebe 
bewarten vromeliche 
vor aller slachte ubelen mannin. 
dö kärde der herre dannen 

ingegin der stat zcV Bare, 780 

dar die kiele wären 
so witine gereitöt, 
dar inne der helit göt 
over mere solde varen. 

mit golde wären sie geladen 785 

unde mit grözer ztrheit. 
samit unde pfellile breit, 
den schaz man äne zale nam 
unde trog in allez daz an 

üz des kuningis kameren. 790 

sie vörtin üffe den wagenin 
hinne zö den kielen 
maniger slachte gewtre. 

Der kuninc heiz ime gewinnen man, 
die göt gesmtde künde slän 795 

schöne üzer golde, 
alse iz de rttär haben wolden. 
daz worter allez über acht: 
iz newir biz an den tümistach 

nimmer mS nichein man, 800 

der suliche wunder möge begän. 

Dö wären des kuningis kiele 
gereitit vil schire. 
sine harfen her zö ime nam. 

her heiz daz lüt unde die riesin in gän. 805 

von deme Stade sie scubin, 
die sigilriemen sie zogin, 
sie vören zö Constinopöle, 
der vil meren bürge, 

über de so vil breit. 810 

der kuninc gedächte eine wisheit. 
er sprach zö herren allen samint: 



37 

„wir siüin in ein unkundegiz lant. 

iz inist nichein kindis spil, 

daz ich ü nü sagin wil. 815 

wir mözen mit götin listin 

unser lib gevirstin. 

ich bitüch alle geltche, 

armen unde riche, 

heizit mich Thidertch. 820 

sone w6z nichein vremede man, 

wie min gewerph st getan". 

des sworen sie ime eide, 

die liezin sie ummeine. 

sie gelobetin daz sie hietin Röchtere Thtderic, 82S 

daz dätin die herren herlich. 

DO de recken schöine 
zö deme stade quämen, 
dö liefin die bürgere 

durch wimderis mere 830 

unde woldin ire ztrheit gesen hän. 
do begundin die riesin sän 
zö vechtene an dem sande. 
sich hob die vlucht dannen. 

ettilicheme ward s6 leide, 835 

daz her des anderin nicht neb eide. 
dö quam einir harte hesteliche 
vor den kuninc riehen, 
her sprach: „owi, kuninc Constantin, 

wannen mac diz volc sin? 840 

daz veret mit so getaner kraft, 
daz iz neman gesagcn ncraach". 

Alsus redete do die kuningin: 
„wilich mach ire geverte sin?" 

dö sprach der burgäre: 845 

„warumbe suldir mich des vrägen? 
wände unser was ein michil teil, 
dö ne zö rechte nebesägen den kiel, 
wer vorten die vreislichcn diet, 

da newart schouwenis niet. 850 

dar ligit ein gebunden vor sime zome: 



38 

wir wenn anderis die virlorne. 

ich nekan üch nicht m^r gesagen, 

war mite de kiele sin geladen, 

wene mit isirtnen stangen, 855 

grözen unde langen. 

lach och anderis iecht dar ane, 

des nekan ich ü niet gesagen". 

Sie hiezin den vreissamen man, 
der da lac gebunden an, 860 

daz er an deme Stade were 
unde her des gödes plege. 
wol gezierot was ir Itph, 
sie trögen alle bonit h^riich. 

sie ritin sn^wize müle, 865 

de wären da z6 Krieken türe; 
manich appelgrä march, 
beide schöne unde starch, 
die giengen in an den henden. 

den wären de manen bewunden 870 

mit borten also kleine, 
da inne was göt gesteine. 
sowar die herren hinin rietin, 
de riesin liefen alliz mite 
in ere wichgewete. 875 

Dar saz in manigen rßtin 
der kuninc Constantin, 
wie de hörren mochten sin. 
dö sprach stner rätgeven ein: 

„herre, dir ist uvele gescheit 880 

an den boten wal getan, 
die du hast gevangin län. 
unde sin diz ir herren, 
sie möigint unsich alle sere. 

des intgeldet ettelicher man, * 885 

der is nie scult negewan. 
die da mit den stangen 
kumen sint so langen, 
den nemach nchein man widirstän. 
du hast den välant getan". 890 



39 

D6 quan iz an einin östertac, 
<laz Constantin mit scalle was 
an deme Poderamis hove*) 
mit grävin unde mit herzogin 

unde mit vrigin htoen, 895 

dö bette er durch sin 8re 
heim z5 stme hüs geladit. 
die wurden mit swßte gebadit, 
den sie von vrochten haveten, 
wände die riesin gebärtin also sie doveten. 900 

D6 Thiederich unde sine man 
vor den kuninc quam gegän, 
eme ward ein schöne dÄnest getan, 
intgegin ine gingen dg herzogen lossam, 
linde die göte kuningln, 905 

sie hiez sie willekume sin, 
sie neic in allen gellche 
unde intfinc sie gezoginllche. 
dö solden zwßne grävin 

Aspriänes stangin intfähin: 910 

da was so vil stälis zö geslagin, 
sie nemochtin sie hebe noch getragin. 
an iren danc viel sie dar nieder, 
sie liezin sie durch not ligen. 

Constantin saz üpfe sinin stöl. 915 

Thiederich gezoginllche stünt 
vor ime an den knien, 
her sprach: „kuninc, man sagete mer ie 
von dir gröze vrumecheit. 

leider ml ist min arbeid 920 

also gröz z6 mime schadin, 
daz ich in dier nimmer nemochte gesagin. 
nü irkinne got an mir armen man, 
wände mich hat in ächte getan 

ein kuninc der heiz^^ Röther 925 

unde sizzet westrit ober mer. 



1) Es ist der Hippodromus gemeint, woselbst die grossen festlichkeiten 
abgehalten wurden. 



40 

des gewalt ist so getan, 

ime nemach nieman widerstän. 

dö her mir sin riebe virböt, 

dö mostich iz rümen durch de not. 930 

do netrüwidich in negeineme lande 

mtnin liph s6 wol behalden, 

so hir zO deme hove din. 

mir is gesaget, daz du gewaldich sis. 

min dienist biede ich dich an: 935 

nü nim iz, ^uginthafter man. 

durch genäde quam ich here gevaren. 

du Salt dine ere an mir bewarin. 

newiltü mich an din dienist nicht nemen, 

SO möz ich Röthere den Itph gebin". 940 

AI de wile Röther den kuninc bat, 
Aspriän der riese trat 
in de erden biz an daz bein. 
Constantin ward in ein 

mit den bidervisten magin 945 

die an sinen hove wärin, 
we her de herren lossam 
mochte behalden. 

Er sprach: „der herre nemach vor Röther nicht genesen, 
nü wolde er gerne mit mir wesen, 950 

her bütit sich an de gewalt min 
unde sagit mir ouch daz her nötic si. 
waz wert iz umme den virtrivenen man?^) 
mir is leit daz er ie here quam; 

unde die sine ho/den 955 

dunkint mich harte irbolgen. 
die haben so nötliche site: 
da stet ein unde tredet, 
der gezeme wole in der helle 
deme tüvile zö eime gesellen". 960 

Dö reiten ime de herren daz her ir also pflege 2), 
daz sie ez vor göt nemen. 



1) „Was 80U geschehen mit dem vertriebenen mann?" 

2) Von Amelung in zwei verse zerlegt (harren : pflege : nimen). 



41 

„wir newizzen umbe Rötliere net. 

diz ist ein vreislicher diet, 

den sul wir grözltche geben, 965 

daz sie uns läzen daz leben". 

Constantin sprach herllche 

wider Thiedericlie : 

„mir rätin genöge mine man, 

wir sülin dich minnidiche unfan. 970 

ob siez aber widerredit habetin, 

wei ungerae ich en^) virsagete! 

deme eilenden, 

swilichen mir got gesendet, 

deme wirt gedienit, wizze Crist, 975 

also her is wert ist. 

doch neachtich in z6 nicheinen vrumen man, 

der da ie durch richtöm üz quam 

her z6 Kriechen in did laut. 

tfire degen[e] vile halt, 980 

din geverde daz ist gröz, 

du bist ir aller obergnöz. 

nu gebüt dir an de gewalt min, 

du salt hie silve wirt sin, 

wandiz mir zö danke is, 985 

daz du mtnis götis geröchis. 

wer wänden daz du gertis 

einir magit wol getan, 

die ich mit vlize irzogin hän, 

s6 tßtich also Röthere, 990 

der dich virtreib ober mere: 

den hän ich iedoch bedwungin, 

sine boten sin hier[e] gebunden 

in mtme kerkenere, 

her negesiet sie nimmer mere. 995 

dar under wären zwene man, 

daz sie ein keiser mochte hän 

gerne in stner gewalt. 

sie vuortin manigin helt halt". 



1) Edzardi vermutete ez, das zum folgenden besser passt. 



42 

Alse Aspriän dise rede viraam, IC 00 

den seilt er vazzen began^) 
unde vordirte stn wtcgewß/e. 
lier sprach: „man bütit uns lit unrechte, 
ir habit minen htoen zö swache gezalt. 
Röther sante göte knechte in diz laut, 1005 

sower die heiz binden, 
des mochte her noch lichte untgelden. 
nü st wir ht vor ftwen banden; 
^r wir werdin gevangin, 

daz weiz der waldindiger got, 1010 

er geligit etteltcher töd, 
der aller tftrist wil sin, 
mir nezöbreche die Stange min". 

Snelliche her an den rinc trat. 
Oonstanttn z6 ime sprach: 1015 

„herre, ir zurnit äne not, 
wände üch hi neman misseböt. 
die rede die ich hän getan, 
die sulder nicht zö ntde hän. 

mich mach^^w trunkin mine man, 1020 

daz ich hüte alse en töre gäu, 
von dö nekan ich nicheime göten knechte 
geän warten zö rechte, 
min drouwe newart nie von sinne getan, 
des geloubit mer, hörre Asprifm, 1025 

wan diz mer noch in deme libe umbe gät 
unde mich so geweldigit hat. 



1) Vers 1002 — 54 bringt das Badener bruohstUck in folgender Umarbei- 
tung: unde vor der te sin wit gevcete. ,tman Mutet uns hie unrede stete" er sprach 
xo Constantin dem kunich riehen „ir habet minen herren Dietrichen ein tail 
ze swache gezalt. Ruther sande in ditz laut chneht halt, swie ir die hiezzet 
binden, die enmohtens niht erwinden. nu sin wir her entrunnen zu vru und 
^uln wir werden hie gebunden nu, daz weiz der waltende got, hie gelit S manich 
helt tot, der der tiurist teil sin, mir zebreste i die Stange min", snellechlich 
«r an den rinch gie. kunich Constantin in do enpfie. er sprach: ,, herre, ir 
zürnet an not, wan iu nieman drot. die rede die ich han getan, die sillt ir 
ane zorn lan. mich machten trunchen mine man, daz ich Mute als ein rore 
gan; dez enchan ich guoten chnehten nicht geantwurten nach ir rehten. min 
dro wart von sinnen niht getan, daz geloubet, f romer man. wan ez mir noch 



daz ich widir üweris herren man 
negeine göte rede nekan". 

Aspriänis zom was irgän. 1030 

sich herbergetin Thiederichis man 
der porten also nähe, 
daz sie sich wol undersägen. 
dö gingen die kameräre, 

die mit T^thiriche da wären, 1035 

linde gewunnin zwelf wagine: 
die glngin sibin nacht geladene, 
sie trögin golt unde schaz 
and aUez daz in den kielen was, 

ein vil michel macht des götis. 1040 

da mite vor ein der iz wol behöte*), 
dene triven ses riesin vr§sam 
onde heizen ene ungebere hän, 
daz die bürgere 

immer sageten m^re 1045 

von Diethertches mannen, 
dö strebete her an dö lannen, 
zwene steine her in de hant nam, 
dß wröf dier grimmiger man, 

daz dar üz vor du vlamme. 1050 

die Kriechen höven sich danne, 
doch volgete ume manich man, 
unze her vor Constanttne quam, 
dd sprach ein gräve oberiüt: 



umbe gat unde mich also entwelet hat, daz ich wider iwers herren man en- 
haeine rehte rede ehan*\ Asprianes zom was ergan. sich herhergeten Diet- 
riches man zo der porte nahen hin zu, da sie alle sampt warn nu, do giengen 
des chuniges kamerman unde fürten den schätz allen dann unde gewungen zwelf 
wagene do, die siben naht ze samene so trugen in dez kuningez palaz swaz 
da an den scheffen waz. unde der des hordes alles pflach unde alle zit an dem 
schiffe lach, den triben saehs risen freisan unde hiezen in ungeberde han, daz 
die bürgere immer sagten mere von Dietriches mannen, do, strep er an der 
lammen, zwene muolsteine er in die hant nam, die zerraip der grimmige man, 
daz sie gnaistoten vil wunderlichen gnoten unde ouch die fiures bliche dar uz 
gierten diehke. daz widersaz vil manich man er daz er für den kunich quam, 
do sprachen graven uberlut — . 
1) Widolt. 



44 

.,liir veret des tüvelis brüt. 1055 

mochticli die schände 

immer mer gewandelen, 

so mir daz heiliche Hecht, 

ichne gebeite stn vor deme kuninge nicht".*) 

Also die kuninginne gesach 1060 

dene de dar gebunden lach, 
sie sprach: „sich nü, hSrre Constantin, 
hl vören sie den meister din 
in einer ketenen zwären. 

owi WC tump wer d6 wären, 1065 

daz wer unse tochter virsageten Kothere, 
der dise virtreif iiber mere. 
iz^) negewclt nicht grözer wtsheit. 
got der möze geven leit 

dineme ungemote. 1070 

owi, herre gute, 

nü mochtistii dise van oder slän, 
ob wer mtnen rät hedden getan, 
ich wene aber, sowes sie dich beten, 

daz du iz vor vorchtin tetes 1075 

mer dan dur göte. 
owt, hetten sie nü min gemote, 
so heizen sie in geben daz selve wiph, 
dar umbe du manegen man daz liph 

hast benumen unde brächt in arbeid, 1080 

s6 wolde ich sien dine kundicheit. 
dise nesin dir aver kumin nicht rechte: 
sie vören göte knechte, 
mich dunkit daz sie dine meistere sin. 
du torstis baz in daz ouge din 1085 

gegrifin mit tliiner hant, 
den du zometis wider dessen wtgant 
immer mit eineme häre. 
hüde ne is din gebäre 



1) „Ich würde ihm (Widolt) selbst vor dem könige nicht stand halten^ 
falls ich die mir daraus erwachsene schände je wieder gut machen könnte". 

2) „Unser benehmen Hother gegenüber"? Eher wird an einen fehler 
der Überlieferung zu denken sein (tri negew fiten). 



45 

nicht kunincltche getan: 1090 

du zuckis dich trunkenheit an". 

Die recken stalletin ir ros 
unde geherbergetin uffe dene hof. 
in er mantelin sie sich bevengin, 

vor Constantine sie giengen 1095 

harde gezoginltche 
mit eren htoen Thiederiche. 
silbe trögen sie die swert. 
nnder in nehette nigen werc 

der unwizzende hoveman, 1100 

noch nedorfte niergen z6 in gän, 
wände sie vören mit so getanen statin, 
daz den Dietherichis gatin 
nß neblüchte der tach. 

sin holde der da gebunden lach, 1105 

der hette sich geztröt, 
van ume sch^n daz golt rot, 
her tröch eine brunien guldin, 
die bezeichnöte den richetüm ander en. 
dar ober tröch der hellt göt 1110 

einin stalinen höt, 
deme was die liste 
gewracht mit allen vlize, 
gewierit vile kleine. 

dö tröch her an den beinen 1115 

zwo hosen schönir ringe, 
die schon wetin die jungelinge. 
einen göden wäphenroch tröch er an. 
dö sprächen Constantinis man: 

„hüte gesie wer daz beste gewant, 1120 

daz ie quam in diz laut. 
dise recken sin alle riche. 
wer leven bösliche, 
daz wir dienin eime zagin, 

der ime vil seidene grözen schadin 1125 

durch unsir siheinis willen tot, 
wände ene erbarmet zö harde daz göt". 

Die umbehange man üf hienc. 



46 

der kiminc Constantin zo tische gienc 

üf ein schöne palas. 1130 

Constantin da inne was 
mit vile grOzime gedrange 
von Dietherichis mannin. 
der was ein schöne menige: 

ein düsint snellir helide 1135 

vörte der virtrivene 
zö hove in daz gesidile. 
die kamerßre quämin, 
die des götis plägin, 

unde satten Dietheriche 1140 

harde vromicliche; 
tnizzäten ande schenken, 
die solden bedenken 
zucht mit grözen eren: 

sie vorchten die geste sere. 1145 

Dö zöch man vor Constantinis disch einin lewen vreissam*), 
der newolde niemanne vor nicht hän. 
lier nam den knechten daz bröt, 
her teten over deme disge gröze not. 

Aspriän begreif ene mit der hant 1150 

linde war/* ene an des sales want, 
daz her al zebrach. 
we leide ime der kuninc dö säz! 
her negeregite doch nie de vöte. 

„got möze uns gebözen" 1155 

sprächen zwene herzogen, 
„diser herren hir zö hove". 
der eine rümite den sal 
unde sagete iz deme ingesinde over al: 
.,där hat der eine välant 1160» 

den lewin geworfen an die want, 
durch daz her eme sine spise nam. 
ir sulit gewerliche gän; 
wilder minis rädes volgen, 



1) Bückert vermutet : dö zöch man vor den disch des kuningis Constan- 
tinis u. 8. w. 



47 

ir vermidet den unholden lt6S 

linde läzit ene mit gemache 

werven sine sache. 

liödit üch alle üffe daz Ifeven, 

daz ir ime stn bröt nicht nenimen! 

begrifet her iemanne mit der hant, 1170 

her werfit ine an des sales want". 

Die kuniginne sach gerne den zorn, 
daz der lewe was virloren. 
sie lachete Constantine an: 

„nü warte", sprach sie, „wie genir hoveman 1175 

din vedirspiP) irzogen hat, 
der da vor derae disclie stät. 
ir kumet noch an die ride min: 
Jane hettes du die tochter din 

nicht vorloren an Rothere^), 1180 

der diese vertreif over mere. 
owi, wie gerne ich noch riete, 
daz man die boten liete 
ritin hin z6 lande 

unde vazzede sie mit gewande; 1185 

sulicher slachte iz were, 
daz man en mochte given mit eren: 
w^ mochte iz bat bestadet sin? 
nu gedenke, herre Constanttn, 

daz sich dise^) nicht nemochten erweren: 1190 

wß woldestü den dich vor Röthere generen? 
gedenkit her an sine man, 
s6 möz din laut m ouwe gän; 
wane givestu mir noch die haftin, 

die dar ligint in unkrachten, 1195 

daz ich sie möze üz nimen; 
sie havent ein vil swär liven". 

Der kuninc, joch einer nöte, 
sprach daz her diez nine tßte, 



1) Hier so viel wie „Spielzeug"; der löwe ist gemeint. 

2) „Wahrlich nicht hättest du deine tochter weggeworfen, wenn du 
sie Bother gegeben hättest". 

3) Der angebliche Dietrich und seine mannen. 



48 

ir bete were al verloren: 1200 

sie möstin dolen sinen zorn, 

iz were ir leit oder lieb; 

sie ncquämin von Kriechen nicht, 

so lange so er lebete . . .^) 

dö sprach aber die kuningin: 1205 

„waz wunderis wiltü an in begän? 

ir vader hiez Adam, 

danne wir alle quämin. 

du Soldes gotis schönin 

an der vil armer diete, 1210 

unde liezis sie üz der nöte. 

nü stn si virswellit, 

harte missevuorit. 

owt des ir vil schonin libes! 

der mir armen wibe 1215 

einin sulichen belfere 

wider den kuninc gebe, 

also die dar ligit gebundin, 

s6 mostin sie zö lande. 

dune rietis mir nicht so vaste mite 1220 



er iz der äne danc wßre^), 
swi schere er iz verhöre", 

Bercher sprach zö deme [kuninc] herren sin: 
„ich tröste mich an de kuningin. 

iz kumit uns wole, daz Aspriän 1225 

deme lewen so we hat getan, 
sie vröit sich in ir gemöte. 
die anderin neröchtin, 
ob wir also verre werin, 

daz sie nnsich nimmir nigesehin 1230 

hie in ir lande, 
sie gent so rünande 
beide üz unde In, 
w^ne wir in iecht dancneme sin. 



1) Es fehlt das reimwort (gen hs.) 

2) Durch den ausfall mehrerer verse ist der Zusammenhang undeutlich 
geworden. 



49 

ir necliein newenit vor uns genesen. 12:^5 

nü sulen sie mit genadin wesen: 

irlazent sie der sorgin 

imde var z6 den lierebergin, 

daz die eilenden mozen genezen 

des der din vater lieze; 1240 

der hie vil maniger iimbe gät 

linde liabit vil grözen unrat 

von deme armöte. 

got durch stne göte 

der irgezze sie ir leides! 1245 

jö mochtin sie heime 

wole wesen riche. 

sie lieben jämerliche ; 

daz irbannit mich sere. 

■nü hilfen thur dine ere. 1250 

du bist ricliir dan Constanttn, 

war umme soldistü an siner spise sin? 

iz newere uns nicht mugelich". 

do sprach der liere Dietherich: 

„du hast einin stedigen m6t. 1255 

daz der got gove göt! 

swanne ich üz dime rate gän, 

sone volgich nimer nehein^n man". 

Also man daz wazzer genam, 
Dietherich vor den kuninc gienc stän. 1260 

her sprach: „ich wolde gerae, Constanttn, 
zö den herbergen sin 
mit minent holden, 
sie nemugin mer nicht gevolgen, 

also ich hare zo hove gän. 1265 

so ist dar vile manich man, 
da wir al samen sin. 
■nfi helfet mer, vrouwe kuningin, 
wände ich vörc eine helfeluse diet: 

der vromigistin nevolget mir niet. 1270 

swaz so ich der mochte haben, 
die hat Rötlier irslagen. 
her virtreich mich uze deme lande min". 

König Rother. 4 



50 

dö sprach der kiininc Constantin: 

„wir virzilient din ungerae. 1275 

nü vare zo dinen lierbergen. 

gerochis du iecht des ich hän, 

dat sal dir wesin imderdän. 

ich Wille dich gerae miete 

imde wille dir ere biete, 1280 

daz du dinin hoveman 

zogeliche heizis hi zö tiske gtin, 

wander irsrecket mir daz wib, 

die mir ist also der lib. 

minen mannen nemag it nicht schade wesen, 12S5 

die sint is dicke genesen. 

in disime sale ist iz aber seiden getan". 

dö sprach der riese Aspriän: 

„hcrre, iz tete mir michil not. 

mer nam din berwelf^) min bröt". 129D 

Dietherich der herre 
vor zo den herbergin 
unde gebarte verzen nacht, 
also her were imstsideha/'t, 

alwante ime die eilenden 1295 

got begunde senden: 
den wären die porten üf getan, 
sie liezen sie üz unde in gän. 
selve her iz in wol gebot, 

her böttin vlizeliche ir not. 1300 

Berther unde Aspriän 
unde andere Dietheriches man, 
wol entfengen sie die armen 
ande lezin sich ere not erbarmen. 

dicke richte man den tisch: 1305 

da was daz inbiz gewis 
allen die des geröchten, 
daz sie den helit gesöchtin. 



1) Aspriän nennt als ungebildeter Deutscher, der- die tiere der süd- 
lichen länder nicht kennt, den löwen das 'bärchen'. "Vgl. Jacob Grimm, 
Beinhart Fuchs XL VII. 



«■ »■ w"*. 






51 

den besch^mete men gröze minne 

unde brächte sie alles gOdes eninne. 1310 

des was den eilenden not, 

wandez en nieman nebot 

ovir alle die stat. 

ir zöch z6 Dietherichc die kracht, 

die von degenheite 1315 

gelidin hatten arbeite. 

sie nehatten die kleider noch die ros, 

darumbe verbot man en Constantmis hof. 

des livete vile manich riche 

harte jämerliche. 1 320 

Sich virstönt die nötige diet, 
dat sie dem rtcheri wären lieb, 
der in "Constantinis hove was. 
ir zöch dar hiene ein gröz heris kraft 

zö Dietheriche. 1325 

her gab en vrumeliche; 
her genözte sich in, 
her sazte sie inebin in 
unde hiez ir de schenken 

hütin mit deme tränke 1330 

unde gebot den truchtsetin, 
daz sie ir niene virgezin. 
den vremedin gesten 
war die aller beste[n] 

liphnare vore getragen, 1335 

die man iergin mochte haven. 

Also die herren geäzin, 
ir leides ein teil virgäzin, 
swe dar häte ritäris namen, 

die sundirte man dan 1340 

unde gach en göte rosse 
unde pelleline rocke, 
zö den rossin stäline ringe, 
daz sie mit swerte nieman nekunde gewinnen, 
dö tröch der riese Aspriän 1345 

manigen niantil wol getan 
üze der kamerin Dietherichis 



52 

iiiidc vazzite sie al geliche. 

die swert lier eii umb bant 

linde gab in die vanin an die hant. 1350 

do begiuiden sie beliurdiren 

unde vromveden sich vor lieve. 

des lovete man Dietheriche 

dar zü hove grozliclie. 

Do iiuani ein herlich schare, 1355 

die hatte sich virsümit gare, 
daz sie so lange waren, 
sie vrochtin daz man en icht gäve. 
Berker gienc sc umbe 

allez schouwende, 1360 

we ir geläz were getan. 

dö saz dar manich nakit man • 

unde schametin sich vil sere. 
dö sprach Berker z6 sime herren: 

„nü warte zö disin armen! 1365 

daz mochte got irbarmen, 
sie schament sich vor schänden, 
sie netragent nicht umbez liph iin^ in den handen.^) 
du Salt sie alle vazzen 

unde reiclite machen. 1370 

sie sint zö deme gurtele also smal, 
en stät er liph harde wal. 
sie vlizen sich zü wären 
nä riterlichen gebäre. 

die toginlichen blicke 1375 

begän sie so dicke, 
daz iz von ungeslachte 
kumiu nine mochte, 
nesin under in nicht edele man, 

so heit mir min hövet ave slän". 1380 

„ich volge dir gerne", sprach Dietherich. 
„sower so genäde söchit ane mich, 
her vindit sie, ob iz got wil". 
dar wart des gödis harde vil 



1) Ameluug: sie netragent nicht umbe die lenden. 



5S 

den eilenden vor getragen. 1385 

sie intfengen iz al an Cristis namen.^) 

Done stund iz borlange, 
er Dietherich der manne 
ses düsint gewan, 

die ime wären underdän 1390 

mit dieniste aller tageltch: 
sin ingesinde was herlich. 

D6 quam ein verorloget man 
z6 Constantinopele gegän, 

ein gräve der hiez Araolt. 1395 

der vörde ein nödigiz volc, 
dre vrige lierren, 
die hatten gröze ere 
virloren in eren lande. 

die gingen trörande 1400 

vil blüliche in der stat, 
daz en nieman nicht negaf. 
dO sprach der beste koufman, 
der ie vele göt gewan: 

„ich sie an n herren wole, 1405 

er nesint der armöte nicht gewone. 
wildir nü dräte 
volgin mime rate, 
s6 gilt vor Dietheriche: 

her heifit ü vriimeliche 1410 

üz der nöte 
unde gerocht ir mtnis götis, 



1) Hier tritt das Ermlitzer brnchstück ein. Ks beßinnt mit einer ein- 
schiebung; der redende ist wolWidolt: tcan icir chomen al von einemman'*, 
do sprach der rise Asprian: „Dietrich, liher Jurre min, war umbe geloubestu 
dich nicht sin? er ist ain schale nngehorn; mir ist grozlicJien zorn, daz diu 
rede hint wart getan, getorste ich in mit der fuoste slan, er engeritte dir 
nimmer mere weder übel noch ere'*. Vom folgenden gebe ich nur die ab- 
weichungeu: 1387 nicht lange do i;588 manne do 1389 tcol s. 1:392 gesinde 
wart do grozlich 1393 Nu q. e. unchunder m. 1394 hinze 1395 A. genant 139G 
dez volch notich waz erchant 1397 vier 1398 waren grozzer eren 1399 hehert 
in ir l. gar 1400 tr. dar 1401 vil bl.'\ flegende 1405 icol an in herren schon 
1406 der fehlt, ungewon. 1409 und giengte zuo Dietrichen 1410 hulf 1411 
iwer not ir herren min 1412 min guot sol in lerailtet sin. 



54 

ich give ü ein gcwant, 

daz ir ü so barde nicht neschamet, 

daz ir so nachit sin". 1415 

„nü lone der min drcchtin", 

sprach Arnolt der gräve. 

„daz saldii wizzen zwären, 

of mir Dietherich genäde dot, 

ich vergelde der din göt". 1420 

Der eilende gräve 
nam sine mäge 
unde vor vore Dietheriche. 
der intfenc ene vnimeliche 

mit gödeme gebäre 1425 

unde vrägete ene wie her wäre, 
du sprach her txorande: 
„mich hänt mine viande 
virtriven dur iren overmot. 

nfi iz mir türe daz göt. 1430 

swc arm so ich si, 
ich bin doch von minin mägen vri 
unde hän durch genäde 
her zü der gevrägit". 

„die vindistü", sprach Dietherich. 1435 

mit Berker besprach her sich, 
waz sie deme hcrren solden geven, 
daz her mit eren mochte nemen. 
alsus riet dö der aide man: 

„got hat vil wole zö dir getan 1440 

mit grozeme göte. 
nü helf in üzir der nöte 
und wiltus minen räd haven, 



1413 iu gerne (ain) gwant allensamt 1414 sere 1415 der itcer grotzen 
nachenitagen 1416 do hiez er eins dar tragen 1417 na Ion dir got sprach der 
^rave zu im 1418 tmd mzzest ouch zeware und vernim 1419 der hell 1421 
gr. da 1422 nam do s. m. sa 1424 im 1425 m. schöner geberde ane vere 
1427 der riwebaere 1428 mine vint veririben mich von eren 1429 nu ist mir guot 
tiure 1430 dar umbe bedarf ich din sture 1431 und iedoeh s. 1432 rehter 
edel fri 1433 . . . her 1434 die vindest du sprach er 1435 do beriet her D. 
1436 m. Berthere sich 1437 swaz . mochten g. 1439 also riet 1440 vil fehlt 
1443 wil du ez m. 



55 

so heiz den scbaz her vore tragin. 

hir newirt der bo^heit nicht geplegen: 1445 

man sal en düsint marc geven 

und itwaz geven m^re, 

so heifit iz oueh den herren, 

daz her den besten hof gewinne, 

den man in der stat vinde". 1450 

„in trouwen", sprach Aspriän 

„her sal ouch minen^) hän, 

dar inne wil ich ime, daz ist war, 

driezich rittäre vazzen ein jär". 

Dietheriche düchte die rede göt. 1455 

den meren schaz man vor in troch 
inde gaf deme edelen manne. 
dö vor her vröliche danne 
hinne vor Constantinin 

unde sagete ime unde den sinen: 1460 

„diz hat mir Dietherich gegevin, 
got läze ene mit genäden lieven!" 
dö sprach de edile kuningin: 
„weiz got her mach wol edile sin. 

hir schinit Constantinis sin. 1465 

eiä arme, wie ich nü virstözin bin! 
daz min tochtir deme virsagit wart, 
der disen helit virtrieven hfit! 
dirre töd so vnimichliche. 

ich weiz wol, Röther der ist riebe 1470 

unde mac wol gewalt hän". 
dö sprächen' Constantinis man: 
„vrouwe, ü ist der ride not. 
der tüvil tö en den döt, 
die iz ie irwantin, 1475 



1444 fuor dich tr. 1445 der fehlt 1447 u. dar zuo ros diu meren 
1448 hilf ouch ich 1449 gewinnet 1450 hie indert vindet 1452 mine stiure 
han 1453 ich ml im dar zuo deswar 1455 der rat 1456 in fehlt 1457 
eilenden m. 1458 do schiel 1460 und ouch 1462 soelden 1463 do fehlt guote 
eh. 1465 A, seh. aber Constantin 1465 tcelher eren ich v. b. 1470 jener ist 
jseteare r, 1471 grozzen gewalt 1472 entriwen sp. 1473 u ist] iuch ga 
1474 en] im 1475 der ez halt ie erwande. 

1) So wird statt des ninen der hs. zu lesen sein. Das Ermlitzer frag- 
ment bietet fttr diese stelle die bessere lesart. 



56 

wir weren üz deme lande 

mit deme kuninc Kothere. 

der Lette iinsicli widir over mere 

gesant mit grozen eren. 

nü diinkit uns bezzer, hirre^), 1480 

nü des nicht nemacli irgän, 

daz wer werden Dietliericbis man. 

her gevet uns vromeliehe • 

unde machit uns alle riche". 

Die eilende grave 14§^ 

nam sine mage 
unde vor vur Dietheriche. 
her intfienc sie \Tnim(i\i'iche 
und sante in vor in de stat. 

Berker im einin hof gab, 1490 

dar zü gab ime Aspriän 
drizic ritar lossam 
mit grözime göte. 
dö wart vaste zu mute 

des kuningis Ingesinde, 1495 

sie newoldin nicht irweuden, 
sie newurdin Dietheriches man. 
dar begunden vrige herren gan, 
dar nacht die edilen gräven 

unde alle die da Avaren 1500 

in Constantinis hove 
äne die riken herzogen, 
die irlazis daz liet: 
sie netadens ouch nicht, 
swaz der anderen vrome^) was, 1505 



147G ican icir uzzer l. 1477 gevarn m. 1479 nach g.t. 1481 sit des 
niht moht ergan 1482 daz fehlt 1483 der g. 148ü 7iam do 1487. 8ii 
fehlen 1485) und fuor icidev in die s. 1492 d. r. siner man 1494 vaste 
was in z. m. 149G dez niht wollen e. 1498 vrige^ die 1499 edilen fehlt 1501 
chunich C, 15Ü3 die cntaten sin nieht 1004 als uns chwuht daz liet 150i 
vrome] du. 

1) So nach dem fragment, die hs. hat hezzere. 

2) Entweder als adj. zu nehmen vrom oder als subst. , »vorteil, nutzen'*^ 
und dann zu dem vorausgehenden zu ziehen: .,wie viel vorteil auch die 
anderen davon hatten". 



57 

die zugin hin mit heres kraft 

zö Dietheriche. 

her gab en tageliche 

mit golde deme rötin 

d6 pellele ungescrötin, 1510 

dar z6 mantele snSvare: 

dar nach höven sie sie dare. 

do moste die riese Aspriän 

dicke zö der kameren gän, 

biz her sie ge werte, 1515 

des sie an den herren gerten. 

du lovete men Dietheriche, 

die herren al geliche. 

diir newas ouch nichein man, 

her nemochte mit §rin bestän, 1520 

ob sG virsant wären, 

die sinen schaz nämen.*) 

Also die ritäre wider quämen 
mit den schönen gäven, 

dö hob sich harde tougin 1525 

daz rünin ander den vrouwin, 
beide vrö unde späde 
an der vrouwen kemenäten 
von deme lierren Dietheriche, 

her levete vromicliche. 1530 

„owi, we sal ich", sprach die kuiiingin, 
„irwerbe umbe den vater min, 
daz Aver den selvcn herren 
gesien mit nnsen eren?" 

„ich neweiz in trouwen", sprach Herlint; 1535 

„du bist einigiz daz kint. 



150C die cherlen dar alse ich ez laz 1507 Jdnze 1508 der . ßizechliche 
1510 den pfelle 1511 die mandel snewiz gar 1512 da von zogten alle dar 
1514 hinze 1515 untz daz 151(5 dez man von im g. 1517 do lopten D. 1518 
alle 1520 mit erin'\ in mit 1521 virsant] ensiimpt 1524 der gäbe seh. 1525 
harde] also 1527 beide fehlt 1528 an] in 1530 herliche 1531 om fehlt 
1534 mit] nach 1535 in trouwen fehlt. 153G (ein cein. 

1) „Falls die fortgeschickt worden wären, die (jetzt^ seinen schätz er- 
hielten"'!' Es liegt wahrscheinlich eine Verderbnis des textes vor (vgl. das 
fragment). Auch das irin in v. 1520 ist nicht gesichert. 



68 

dinen vater also lieb: 

nü bitte in eiiier hocgezite, 

daz der dene helit zö hüs neme, 

zö wären ich dir daz sagen, 1540 

so mog wir in aller best gesen, 

iz uemac oueh nimmir baz gesehen". 

die juncvrouwe[n] ging[in] dräte 

z6 ür vater kemenätin 

unde sprach: „woldi^ er nü, vater m!n, 1545 

dise pinkesten hir heime sin, 

daz dachte mich ein ere getan, 

unde sameneten üwere man, 

daz die recken sägin, 

ob ir iecht riche wären. 1550 

ich neweiz war zö der vurste sal, 

her ne liette ettewanne schal 

mit vrouweden in deme hove sin". 

dö sprach der kuninc Constantin: 

„wol dich, tochter, daz du levis! 1555 

w§ du nach den eren strevis 

unde retis ie daz beste! 

ich wille haven geste, 

daz man immer, sagete mßre, 

waz hie Schalles were 1500 

z6 disen höchgezitin. 

min gewalt gct s6 wide, 

virsizzit iz danne geman, 

der möz den liph virloren hän". 

Widir zü kemenätin ginc daz megetin. 1565 

dö sante der kuninc Constantin 
Wide sine mere 
unde gebot den ritärin 
hin zö der wertschefte, 
die was gelovet mit krafte. 1570 



1537 a/«o fehlt \hZ2 wirt er d.h. 1540 fehlt \b\\ da mugen 1542 
fehlt 1543 do gie die j. 1545 «» spr. 1548 sam taeten itoer m. 1549 daz 
ouch 1551 waz ein v. 1559 sage m. 1562 toiten 1563 gemari] dehcein man. 
1567. 68 abweichend (. . . unten : . . . herren riten). 1570 geboten nach 1571 eine 
zeile eingeschoben (,. . . sin niht gesparn*). 



59 

lier hiez sie sicliirliche varen. 

«du möstin sie alle dare: 

swer sich iecht sazte dar widir, 

dorne gebot man iz bi der widen, 

daz her geraer dar gienge, 1575 

dan man in hienge. 

done torstiz nieman irlän. 

sich gesellete man wider man 

zu sime geliehen 

linde vazziten sie vlizeliche. 1580 

dar nehette nichen mantil namen, 

her newere mit golde besclagen, 

unde mochte daz so lichte sin getan, 

daz sin nieman niheine war neman. 

die vorsten riche 15S5 

hüven sich geliche 

hin zö deme Poderamus hove. 

sesz^n herzogen 

unde drizic gravin 

mit scalle sie da wären 1590 

unde nuzzin Coustantinis göt, 

so man noch manichis hßrren tot. 

Dö sie quämin z6 Constantinopole, 
der vil meren bürge, 

die vrostin wären dar ober nacht, 1595 

daz man ire da wole plaf. 
der tac begunde üf gän. 
iegeltch kameräre nam 
sime herren eine stat, 

die man eme von hove gab. 1600 

dö heizin sie Aspriäne 
daz gesidile vähen 



1572 allesampt dar 1573 sazte da tcider gar. uach 1574 eine zeile ein- 
ffcschoben (. . .toceren ire lide). 1575 . . . des abe g. 1077 da engetorstes ». 
vertan 1578 cein igelich m. 157i) zuo dem s. g. 1581 enhcein chloiitt het m. n. 
1582 tßol h. 1583 licht sin so g. 1584 ne fehlt 1585 fursten die riehen 1586 
alle g. 1587 hoderames hoven 1589 marchraven 1593 ze C. furent si 1594 
ze d. m. burgi 159H daz ir nieman enpßach 1597 do der t. uf b. g. lUOO alse 
man si im 1602 gegensidel. 



60 

deme hOrren Diethertche: 

dar benketer vlizeliche 

mit aldiuie gestöle, 1605 

daz verre was gevorit 

hie vor von ir lande: 

iz trogen elphande 

wile in den gebeine. 

dar inne lac göt gesteine: 1610 

swe dinster die nacht was, 

sie lüchtin also der tac. 

her sazte einen tisch herlich, 

dar mochte der riche Dietherich 

{ine laster zo gän. 1615 

dö was ein harte her man, 

ein herzöge, der hiez Friderich, 

des kamerare virsümede sich. 

der hiez Aspriäue 

sine benke rucken näliir 1620 

nnde sagite ime zware, 

wie rike sin hcrre Aväre: 

her wolde also tfire sin 

s6 der kiininc Constantin. 

er sprach: „nu rümit, gröze bulgän!^) 1625 

wir siilin daz geginsidile han". 

„in trouwen", sprach Aspriän, 

„daz newirt nfiwet gedän. 

von hove schuf man mir die stat, 

daz sie u niman negaf. 1630 

irhevet ir wider mich socheinen zorn, 

den mochter gerne hän virborn 



Hi<):} (j. gestulet IdOl da v. ICtOi) in den^ ze lülO (yo< fehlt IGll vtnx/er 
tc. d. n. 101:J uzser tische igelich 1014 riche] herre 1010 harte fehlt 1617 der 
fehlt lO'Jü sin ge&tuole 1021 im groze mere 1024 sam 1025 nu r. mirx 
grozzer houlan 1020 muzzin 1027 do A. 1028 ez tc. nimmer g. 1630 i« *i 
1631 dehainen 1032 daz tcirt in sicherlich verlorn. 

1) bulgän ist wahrscheinlich - Aptiliamit, ein volksname, mit dem 
sich im mittelalter eine schlimme uebenbedcutung verband (puljdn ist in 
der bedexitung „kuppler" nachgewiesen). Au das in einem russischen volks- 
liede vokommende polkan, das weiter nichts als ein verstümmelter eigen- 
name ist, darf gewis nicht gedacht werden. 



biz zö eiiue anderen male, 

so iz liie heimlicher wäre, 

daz düchte mich wistüm getan. 1635 

HÜ kiesit einin anderen man 

imde läzit mich min gestöle hän". 

Der kamerere h^re, 
<ler zornite sich sßre 

unde tröste sich zö hundert mannen, 1640 

die mit ime wärin gegangin 
unde düchtin törliche getan, 
daz der riese Aspriän 
icht torste riden da widir. 

her stözt eme einin banc dar nider. 1645 

Aspriän der helit göt 
die hant her üf höf 
unde slöc ime einen örslac, 
daz eme der köpf al zöbrach. 

nach den Schilden giengin sine man , 1650 

unde woldin Aspriäne slän. 
der herzöge Friderich 
selve wäphinter sich 
unde rief sinen seilen. 

do höf sich ein geschelle, 1655 

daz Tiederichis kamerere 
da zö hove bestanden were 
mit michilicher kraft, 
jenir der da gebunden lac, 

der begimde bremin alse ein bere, 1600 

die ketenin die zöbrach er gare 
unde begreif eine stäline stangin 
vier und zwßnzic eile lange. 



1634 iu bezzer 1(535 w. und «in, darnach : mir ist lait daz ich iu so 
Jicezzich bin 1636 eh. iu 1637 u. tat mir mint henke »tan 1638 dez herzogen k. 
1639 d. z. vil gewaere 1640 u. het zuo sinen m. trost 1641 daz er von in 
wurde erlost 1642 wan in duhte 1644 getorste sprechen da u>. 1645 unde s. 
im aein b. nidere 1647 uf] zornlichen 1648 fuoste s. 1649 daz er schiere 
nider lach 1650 nach s. Sprüngen s. m. 1654 u. scehse siner gesellen 1056 
schellen 1657 da fehlt 1658 micheler magenchraft 1660 b. grinen 1661 die 
Jeetten zöbrach er 1662 staline fehlt. 1663 vier und fohlt. 



62 

swaz ime des volkes widirstiez, 

wie luzzel her des genesen liezl 1<»6^ 

dö sprach ein riese die hiez Grimme: 

„iz wirt hie ubil inue. 

ich sie Widolde varen. 

nu gedenket, herre Aspriän, 

fiwir grozer gute!" 1670 

mit listigeme möte 

vrägit^r dene grimmigin man, 

waz eme daz liit hette getan, 

daz her in so viant si. 

„mir wart gesegit, herre min", 1675 

[dö] sprach Widolt, der helit got, 

„sie hetten diclit brächt an gröze not. 

done wistich we iz hette getan: 

ich wolde sie alle irslagen hän. 

were der danno zö iemanne zorn, 16S0 

der moste den liph haben virlorin". 

„in trouwen", sprach Aspriän, 

„sie nehetten mer niecht getan 

wane ere unde götis. 

nu wichit üwers gemötis . 16SS 

linde gebit die stangin diesim man". 

ein riese sie im üz der hant nam. 

Den herzogen heren 
rou sin kemerere. 

daz volc al zö semene 1690 

höf sich dar zö gegine 
linde wolden Aspriäne slän. 
dö sprach Widolt der köne man: 
„waz ist jeniz gedrenge? 
owi miner stangin 1 1695 



1G64 s. I. do d. 16GG der fehlt 1CG7 hie w. vil u. i. 16G8 Witolf kumt 
dort her gegan 1GG9 g.denche, darnach: das wir im gnemen die Stange oder 
ir leben ist zergangen 1670 Aspriän der g. 1672 fragt er 1673 der bovel' 
1674 vaere 1675 du tc. m. g. maere 1677 iu betrübet den muot 1679 des wolde 
iehs a. e.h. 1680 und waere d. 1681 der hiet den l. schiere v. 1683 mir hat 
hie nieman n. g. 1684 ere] minnen 1685 erwinde dines muotes 1689 k. seren 
1690 d.v. in dem geswaere 1691 h. s. d. begewaere 1693 Witolf 1694 in jenem. 
1G95 so we mir m. s. 



6a 

sie woldin di schaden, hSrre, 

des ingelden sie hüte vil sßre: 

iz nest daz ich irsterve, 

in möz vile we werden, 

sie kumin vluchtic widir". 1700 

mit der vust sloc er einin dar nider 

unde begreif den herzogen göt 

unde krazzitime ave den stälin höt. 

mit deme häre her in üf want, 

do intfiel er eme in daz gedranch. 170& 

swä her die anderen gevienc, 

wie strodicke iz üf gienc! 

dar wart gestozen manic man, 

daz her unsanfte nider quam. 

nu neweiz ich wie ein spileman 1710 

zü hove vor den kuninc quam 

unde sagite ime mere, 

daz dar gröz vechte w^re. 

Constantin vrägete mßre, 
waz dar Schalles were. 1715 

her sprach: „daz weiz der heilige Crist, 
ich sage der alsiz ist. 
dar gaf einer daz föter*) 
mit der lengistin röten, 

die ich mit den ougin ie gesach, 1720 

biz man sie ime üze der haut brach: 
dö wart her dancneme. 
sie sin ime alle gezeme, 
armen unde riche: 

her röfit sie vreisliche. 1725 

mir is lieb, daz ich so vrö inran, 



1696 toellent iuch slahen 1697 hüte fehlt 1698 ick muoz e verderben 
1701 er si nidere 1702 er b. 1703 brach im abe den ttal h. 1704 bi . swanch. 
1705 daz er im enpfiel 1706 swat er der a. do gevie 1707 hey vo, s. ez da gie 
1708 erlupftet 1712. 13 fehlen 1716 geschaltes 1716 daz} ez 1717 eu niht 
wan alse e. i. 1718 ainer futer lange 1719 m. ainer statin Stange 1720 nie 
baz gemezzen sach 1721 untz 1722 doch wart gestuemer sin vart 1723 do si 
im genomen wart 1724 die a. zuo den riehen 1725 rauft er 1726 so rro] im. 

1) Volkstümlloher aasdruck für „sohlagen'', wie eine minne schenken^ 
▼gl. 4311. 



64 

doch warf her mich over vcr man, 

daz miiie vozc 

die erden niene berörtin. 

ich stönt ime ouch vor deme liechten: 1730 

her nebedorte min dar zo niechte". 

Widol Avart gevangin, 
gebundin an die lannin. 
aiser zö den herbergen quam, 

wie dnite iegelich man 1735 

na deme anderen zoch! 
vor deme kuninge wart die klache groz 
over Dietherichis kemercre, 
daz sie geroiift weren. 

„daz ist mer leit", sprach Constantin, 1740 

„nü sagit iz deme herren sin. 
wil her fi riechtin, daz is mer lieb, 
lehne underAvindes mich niecht". 

Alsiz Dietherich vimam, 
her hiez zö eme sine man gäu, 1745 

Widolden den könen 
fiffe den liof vronen. 
„hat er iemanne icht getan, 
iz sal ime an den liph gän 

z6 üwir aller gesiebte". 1750 

„wir irläzin in des gerichtis", 
sprach Friderich der herzöge, 
„e der tüvil kiime her zö hove, 
swanner her quame, 

da wir in alle gesöchin". 1755 

bi den henden sie sich bevingen, 
vor den kuninc sc giengen. 
sie sprächen: „neinä herre Dietherich, 



1727 virzech 1728 die mine 1729 rurten die erden unsuzze 1730 ouch 
Stundich im an d. l. 1731 er hedorfte 1732 Witolf 1733 toider g. tuo der 
landen 1734 do er ze h. ehan 1737 vor Constantin wart doch, darnach zwei 
verse eingeschoben, von denen nur zwei worte erhalten 1738 von 1739 teie 
sie gefroB . . . 1742 teil erz iu 1743 ne fehlt 1744 alse 1745 do hiez er tv> . . . 
1746 Witolftn 1749 daz mnoze im 1750 ir aller 1751 nu e. 1758 daz er 
immer 1754 wan sone moh . . . 1755 ichn ruoche in . . . 175G hehanden 1757 
recken 1758 und s. 



65 

nicht neladene vore dich. 

her nehät uns sulechis nicht gesehadit, 1760 

daz iz dir immer werde geklagit. 

nü du helith virtriven bist, 

man sal dich ^ren, wizze Crist, 

he in diseme riche, 

daz stSt uns gevöchltche". 1765 

dö dankete in der h^rre. 

ettelicher forte sßre, 

her wurde des roufens gedagit^) 

mit vil grözin bülslagen, 

ob der helit köne 1770 

üf den hof qu§me, 

dar umbe liezen sie die klage 

unde swtgitin lasteris unde schaden. 

Die gerouftin mit deme häre, 
die swigitin is zwäre 1775 

swilche wis sie mochtin. 
der kuninc saz in riechte*) 
linde klagitiz der kuningtn: 
„eiä arme, wie ich nü gehönit bin 

an den vremeden mägin, 1780 

die here geritin wären 
üz anderen rtchen: 
die stn so vreisltche 
beide gerou/V unde geslagin, 

daz siez immer mugen klagen. 1785 

daz hat Dietherichis man 
umme ein ^^stöle getan, 
vluchtic quämen sie wider, 
her stiez sie mit der vüst nidir, 



1759 gtbiute in 1760 ne fehlt 1761 der toir nu ehla . . . 1762 iit 1765 
d. s. hoveliehen 1767 im sere 1768 . . ./en hin legen 1772 daz chlagen 1774 6» 
ä. h. 1777 mit Irahten 1779 nu fehlt 1785 nimmer mach verehlagen 1767 . . • 
sidel g. 1788 alle w. 

1) Wahncheinlloh gedegit (: Mhlegen) „zum sohweigen gebracht hin- 
Bichtlich des raufens'*. 

2) Wahrscheinlich entstellt ans sas in treckten (wie 4330. 4569. 4865) 
Tgl. das fragment. 

König Rother. 5 



66 

daz sie in deine liore lägen. 1790 

Wime niücliten sie umbe die scbuzzen vrägen? 

die mochten sie^ liaveu gescliozzen, 

sone betten sie ' is nicbt geuozzen, 

des woldicli immer vrö sin". 

„ufi swicb", sprach die kuuingin, 1895 

„imde laze wir daz geschnzze. 

din rede ist uunuzze, 

bette der der so nfi gesin, 

daz dfi ene rechte hettis gesen, 

dir negehulfe des nichein böge, 1800 

dime niüstis sin gevlogin'^ 

zo aller vurdrist after wege; 

unde were aber Röthere gegeven 

die unse tochter schöne, 

sone tröste dich nieman honen, 1805 

her bette dir üze sime lande 

der türin wigande 

gasen dit, daz dich nieman 

mit here torste bestän. 

von dfi moz ich wole klagen. 1810 

nü dulde honede unde schaden 

bir in dime lande 

von Dietherichis manne! 

Den zorn liez Constantin bestän 
unde biez nä siner tochter gän, 1815 

daz die magit schone 
scbire zö dische (luäme. 
dar ane nesümete sie nicht, 
ir was üflfe den hof lieb, 
die vrouwe begonde vore gän. 1820 

17!)"i en fian erxchozzen 179:j so enhet erz ITüG la varen ditz gesehikte 
1797 enwihte 1798 wan war er dir so nahm gestan 1799 reht mohtest ge- 
.uhen an 1800 so enhetest du von kainen bogen 1801 ouch sin geflohen 1802 
uf dem w. 1804 iiuscrr 1S05 sin engetorsten dich niht gehonen 1807 die 1808 
dekain m. 1810 da von muet mich din cht. 1811 chumber 1812 dinen landen 
1813 handen, darnach: entriwen ez lit vil eben an er hat dir rehte getan 1814 
stan 1815 noh. Das fraginent bricht hier ab. 

1) Kaun nicht richtig sein, da es nur auf Widolt zu beziehen ist. 

2) Entstellt aus gevlohin. 



67 

hundert megede lossaiu, 

die volgedin ir zwären, 

alle valehere. 

nianigin armbouc rot 

trögin sie gewiröt. 1825 

uns sagit daz liet mere, 

wie sie gevazzit weren: 

daz aller vordirste wiph 

die hette gezierit den liph 

mit einer krönen guldin: 1830 

daz gebot ir vater Constantin. 

die anderen megide alle samen 

die trögin ritärlich gewant 

von grozeme overmote. 

cyclät der göte 1835 

der was mit deme golde 

gestickit allen halven, 

dar under zabil unde kelin. 

sie moste manigir ane seen, 

e die vrouwe schöne 1-840 

hin zö diske quäme. 

Dö höf sich daz gedrenge 
von manigcme snellen manne 
mit deme harren Dietheriche : 

die waren wundirliche 1845 

gevazzit, alser vore gieng. 
ir nehörtit e noch sint 
gesagin von bezzermc gewete 
dan die recken hetin; 

ir himide waren sidiii, 1850 

sie trögin bönit guldin, 
da inne göt gesteine. 
ein[en] karbu/zkul schöne 
üffe Dietheriche stunt, 

der virdructe manich gcsmide göt, 1855 

daz wole gelovit wäre, 
ob man dit dar inne nich nesäge. 

Wie mochtiw ftflfe der erden 
. die mantele immer werdin 

5* 



68 

bezzer mit geyöge 1860 

dan die harren trögen? 

die inville wären hermeltn, 

dar over gezogen cyclatin; 

der in nä bi was, 

den düchtiz schöne also ein gras. 1S65 

alse die varwe virlasc, 

aller steine ubirglas 

lochte von der edelicheite stn.*) 

wie mochte törirs icht sin? 

dar zu smactiz süze. 1870 

iz brächtin blatvüze*) 

Aspriäne zö 6ren: 

her gaf iz sime harren. 

von du möstin sie al intsamt 

des harren Diethertchis gewant 1875 

schouwin, dö da wären. 

von den kaffären 

virlös die vrouwe ir höchgiztt, 

daz sie niene besach des ritäris Itph. 

Die höchgeztt wären alle 1880 

drß tage volle. 

alsiz an den drieten tach quam, 
die varunde diet begunde gän 
vor den Diethericfiis disch: 

her gaf in schöne, wizze Crist. 1885 

den hals her neigöte, 
her gaf sinin mantil göten 
eineme armen spilemanne: 
her was zö heile dar tn gegangen. 

so täten die anderen al intsamt, 1890 

dar nebeh^lt nieman sin gewann 
die mit ime dar wären, 
sie neröchtin zwären. 



1) Wenn die färbe des mantelstoffes wegen der entfexnuxig nicht mdur 
zu erkennen war, leuchtete der karbunkel wieder hervor. 

2) Ein sagenhaftes volk, von dem im Herzog Ernst erz&hlt wird, das 
allerdings auch schon früher gelegentlich erwähnt wird, vgl. Bartioh, 
Herzog Ernst CLXIX. Die stelle ist wahrscheinlich später eing«iehob«D, 



69 

wie iz in üz der hant nam: 

ir mantele nequam nich^n dan. 1S95 

Dö scheit sich die höchgezit. 
aller manneltch 
reit zö stnin selidin, 
äne Dietheriches helede: 

die vören zö den herebergen 1900 

unde möstin gevazzit werden, 
vrumicheit hette her dar begän. 
iz newart ouch nie nehein man, 
die Dietheriche dorste bestan, 

die recken namen hette. 1905 

daz her so yile getate, 
von du lobit in daz liet. 
sie nigenöztin sich alle dar zö nicht. 

Die höfztch was irgangen. 
dö lief man wider manne 1910 

zö vröner kemenätin 
unde sagite von der gew6te, 
die der recke Dietherich 
hette gevazzit ane sich. 

also der eine inne was, 1915 

der ander vor den turin was *), 
wante die magit so vil vimam, 
daz sie den tuginthaftin man 
von aller slachte sinne 

in iren herzen begunde minnen. 1920 

noch dan was sie ime vremide: 
sint gewan sie mit deme helede 
manige werltwunne, 
unde ouch trübe dar under. 

In der kemenätin wart iz stille. 1925 

dö sprach die kuninginne: 
„owi, vrouwe Herlint, 
wie gröz mlne sorge sint 
umme den harren Diethertche. 
den hettich sichirliche 1930 

1) Wol $az. 



70 



vorholne gern gesen 

unde mochtiz mit gevöge gesehen 

umbe den tuginthaftin man. 

vunf bouge lossam 

die mochte ein böte schire 

umbe mich verdienen, 

der den helit dnite 

brächte z6 miner kemenäten". 

„in trouwen", sprach Herlint, 

„ich Wille mich heven an den sint. 

iz si schade oder nesi, 

ich ge zö den herbergeu sin. 

doch pflegit her sulicher züchte, 

daz wir sin wären äne laster". 

Herlint gienc dräte • 

zö einir kemenätin 
unde nam die turlichen wät, 
also manich vrouwe hat. 
dar in zierte sie den liph. 
dö ging daz listigez wiph 
zo deme herren Dietheriche. 
her iutfiuc sie vromeliche. 
vil nä sie zö inie saz, 
deme recken sie in daz öre sprach: 
„dir imbütit holde minne 
min vrouwe die kuninginne 
unde ist der vruntschefte underdän, 
du Salt hin zö ir gäu. 
dar wil die magit zwäre 
dich selve wol infän 
nicht wene durch diu ere. 
aller trüwin, herre, 
des machdü vil gewis sin 
an der juncvrouweu min". 

Alsus ridede dö Dietherich: 
„vrouwe, du sundigis dich 
an mer eilenden manne, 
ich bin ouch zö kemenätin gegangen 
hie vore, dö daz mochte sin. 



71 

war umme spozeder min? 1970 

leider s6 t6d man den armen ie. 

üwer vrouwe ingedächte die rede nie. 

hie is s6 vile herzogen 

unde vorsten in deme hove, 

daz ir mit einen anderen man 1975 

ftwerin scheimf mochtin hän, 

des hettir minnir simde. 

ir virdienit daz afgrunde, 

daz er mich so törecht woldit hän, 

ich nebin ne s6 arm man, 1980 

ine wäre doch zwäre 

dar heime ein richer gräve". 

Herlint sprach deme herren zö 
(sie künde ire rede wale gedön): 

„neinä, h§rre Dietherich, 1985 

nicht nedenke des ane mich, 
ich nehän is weiz got nicht getan, 
mich hiez mtn vrouwe here gän: 
sie nimit michil wunder, 

daz du so manige stunde 1990 

in desseme hove heves gewesen 
unde sie newoldis nie gesen. 
daz ist doch seidene getan 
von eime s6 statehaften man. 

nü wizet mer der rede nicht: 1995 

der kuninginne wäre lieph, 
swelich ere der geschd, 
swie du sie nie nigesß. 
woldistu aber dar gän, 
dune tädis nicht ubelis dar anne". 2000 

Dietherich zö der vrouwin sprach 
(her wiste wole daz iz ir ernist was): 
„hie ist der merkere so vile: 
swer stn ere behaldin wille, 

der sal gezogenltche gän. 2005 

ja wenit der eilende man, 
daz her nimmer s5 wole geto, 
daz siez alle vor göt 



72 

nimen, die in deme hove sin. 

nü sage der juncvrouwin din 2010 

min dienist, ob sie is geröchit 

ich nemach sie nicht gesöchen 

vor der missehelle. 

ich vorte daz iz irschelle 

uns beiden lästerliche: 2015 

s6 virbötit mer daz riche 

Constantin der h^rre, 

so möz ich immir m^re 

vluchtich stn vor Röthere 

unde nemach mich niergin generen'^ 2020 

Herlint wolde dannen gän. 
der hSrre bat sie dar bestan 
unde heiz die goltsmide stn 
zwene schö silverin 

tlinde giezin — 2025 

wie sie dö zouwin liezin! — 
unde zwene von golde, 
aiser sie geven wolde. 
dö bat her Aspriän, 

daz sie z5 einime voze quämen, 2030 

daz her die beide neme 
unde der vrouwen gßve, 
unde enin mantil vile göt, 
zwelf bouge goltröt: 

s5 sal men einh: kuninginne 2035 

ir botin minnin. 
dö spranch sie vröliche 
von deme harren Dietheriche. 

Herlint quam dräte 
zö ir vTouwin kemenäten 2040 

unde sagete ir von deme herren, 
her pflege stnir ßren 
harte vUzeltche. 
„daz wizzin wörliche, 

ime sin des kuninges hulde lieb. 2045 

her nemach dich gesdn nicht 
mit nicheinir slachte vöge. 



73 

nü warte an dise schöbe, 

die gab mir der belit göt 

unde tete mir lievis genöcb, 2050 

unde einin mantil wol getan — 

wol micb daz icb ie dare quam! — 

unde zwelf bouge die icb bän, 

die gaf mir der belit lossam. 

iz nemocbte dffe der erdin 2055 

nie scbönir rttär werden 

dan Dietbericb der degin. 

8Ö laze[ne] mich got liebin, 

icb kaffedene undankis ane, 

daz icb mich is imer mach schämen". 2060 

„Iz schinit wole", sprach die kuningtn, 
„daz icb nicht s^licb nebin, 
nft her min nicht wil gesehen. 
macbdü mir die schd geven, 

durch des harren hulde, 2065 

die vullich dir mit golde". 
achtre wart der köf getan, 
sie zöcb dene guldinen an 
unde nam dene silverinen schön. 

der gtnc an den selven vöz. 2070 

„owl", sprach die kuningin, 
„wie wer nü gehönit sin, 
dö dieser schöen lossani 
ist missegrtfe getan. 

ich nebringen nimer an. 2075 

in trouwen du möst hine widir gan 
unde bitten Diethertche 
barde gezogenliche, 
daz her dir den anderin schön gebe 

unde mich selbe wille gesen, 2080 

och her in sime kunne 
ie göter slachte gewunne". 

„Owt", sprach Herlint, 
„wie gare die laster danne sint 

unser beider, vrouwel 2085 

nü wizzistaz in trouwin. 



74 

soldicli immer schände hän, 

ich moz ahir widir gan"^ 

dö hüb die magit wol gettin 

ir wät lossam 2090 

vaste an de kne; 

sie nigedächte der zucht nie, 

vrouwelicher gange sie virgaz. 

wie schire sie ober den hof geloiifin was 

zö deme herren Dietheriche! 2095 

her inline sie vromichliche 

in allen den gebere, 

aiser sie nie gesege. 

dö wiste der hellt wole sän, 

war umme sie dar wider quam. 2100 

Herlint sprach zo deme heren: 
„ich moz immer mere 
in bodescheffe gfin. 
der schon ist missegrife getan. 

sie sin der kiminginne 2105 

gegeven durch dinin willin. 
noch sohle wir den einin haven: 
des heiz dich min vrouwe manen, 
daz du ir den anderen schön geven woldis 
unde sie geseges selbe'), 2110 

ob du undir dime kunne 
ie göt gesiechte gew?/nnis". 

„Ich diitiz gerne", sprach Dietlierich, 
„wane die kamerere die meldin mich", 
„n^m sie", sprach Herlint, 2115 

„mit vrouweden sie in deme hove sint: 
die ritäre schiezen den schat't, 
dar ist michil spilis kraft, 
ich wil liin vore gän: 

nu nim zwene diner man 2120 

unde heve dich vil dräte 
nä mer zö der kemenäten. 



1) Wahrscheiulicli sind die reimworte ursjjrünglich geves : gesige» 
gewesen . 



75 

mit deme grözen schalle 

virmissin sie din alle. 

ich gescheffe ein gestille 2125 

von der kuninginne".') 

Herlint wolde dannen gän. 
dö sprach der listiger man: 
„nu beide des kamereris: 

ich Wille nä den schön vrägen". 2130 

schire quam Aspriän. 
her sprach: „owi, waz hän ich der getan? 
die wege ich nicht irlidin nemac. 
du möwis mich allen disen tac 

mit itenuwim mere 2135 

dan du ie getatis, herre. 
ir was hie ein michel teil geslagen, 
die hän die knechte zotragin. 
ist ir dar ich irvalleu, 

ich bringe der sie alle". -140 

dö nam Aspriän 
de anderen schön lossam 
unde einin mantil vile göt 
unde zwelif armböge röt 

unde gab di al der vrouwin, 2145 

dö gienc sie also tougin 
vil harte vröliche 
von deme hßrren Dietheriche 
unde sagite ouch zwären 
ir vrouwen lieb märe. r 2150 

Der megede wartin was grözlich. 
sich beriet der herre Dietherich 
mit Berkere, deme alden manne, 
we iz mit ^QYOgQ mochte gän. 

„vile wole", sprach der herzöge, 2155 

„an deme Poderamus hove 
sal ich machen grözen schal: 
dar züt daz lüt ubir al, 
sone wardit din nicheiu man". 



1) ,.Ich mache, dass man die königin in ruhe läBBt". gestille ist inf. 



76 

her heiz die riesen üz gän; 2160 

selve bedacter sin ros. 

»ich höf der lüt öfTe dene hof. 

dö vörte der aide jungelinc 

düsint rttar in den sint. 

Widolt mit der Stangen 2165 

vor dar scrickande 

in allen den gebore, 

alser heriz wäre. 

da ubirwarf sich Aspriän, 

der was der riesen spileman, 2170 

Grimme zwelif kläfter spranc, 

BÖ dätin die anderin al intsamt. 

her greif einin ungevogen stein, 

daz der merkere nechein 

Diederlche vimam, 2175 

dö sie begunden umbe gän. 

In deme venstere die junge kuninginne stunt. 
schtre quam der helit junc 
over hof gegangin. 

da wart er wole infangen, 2180 

mit zw8n ritärin erlich. 
dar ginc die recke Dietherich, 
dö wart die kemenäte üf getan, 
dar in ginc der helit wol getan. 

den hiez die junge kuningin 2185 

selve willekume stn 
unde sprach, swes her dar geböte, 
daz sie daz gerne d^ten 
nä er beider ßren. 

„ich hän dich gerne, herre, 2190 

durch dtne vromicheit gesßn, 
daz ne is durch anderis nicht gesehen, 
desse schön lossam 
die saltu mir zien an". 

„vile gerne", sprach Dietherich, 2195 

„nö irs gerüchit an mich", 
der hörre zö den vüzen gesaz, 
vil schöne sin gebere was. 



77 

üffe sin bein sazte sie den vöz: 

z newart nie vrouwe baz geschöt. 2200 

dö sprach der listiger man: 
,,nü sage mer, vrouwe lossam, 
m§re üflFe die trüwe dtn, 
alse du cristin wolles sin — 

nü hat din gebetin manic man — 2205 

ob iz an dtnin willin solde stan, 
wilich under in allen . 
der beste gevalle". 

„Daz sagic der**, sprach die vrouwe, 
„vil emistltche in trouwen, 2210 

hSrre, üffe die sele mtn, 
alsich getoufet bin: 
der üze allen landen 
die turin wtgande 

zö ein ander hieze gän, 2215 

sone wart nie nichein man, 
der dtn genöz mochte stn. 
daz nemich an dS trüwe mtn, 
daz nie nichein möter gewan 

ein barin also lossam, 2220 

daz iz mit zuchtin, Diethertch, 
mochte gesizzin ineben dich, 
von du bistü der tuginde ein üz genumen man. 
soldich aber die wele hän, 

so nemich einin hellt göt unde halt, 2225 

des botin quämin her in diz lant 
unde ligin hie zwäre 
in mtnis vater kerken^re. 

der ist geheizin Böthere ^ 

unde sizzet westert über mere. 2230 

ich wil ouch immer magit gän, 
mer newerde der hellt lossam**. 

Alsiz Diedertch vimam, 
dd sprach die listege man: 

„wiltü Röthere minnen, 2235 

den wil ich dir schtre bringin. 
iz nelevet nichein werltman, 



78 

der liier su leve hette getan. 

des sal her noeli goniezen. 

bit in die hoiiede liezin'), 2240 

her bozte iiier dicke iiiine not, 

des luiie inie noch got. 

wir niizzen vroUche daz lant 

imde leveten vröliche samt. 

her was mir ie genedich iinde göt, 2245 

allen have mic nü virtriven der helit ^öt". 

„In trüwen", sprach die junge kuningin, 
„ich virsta mich an der ride din, 
der ist I^öther also leib, 

her nelifit dich virtriven nicht. 2250 

swannen du verist, lielit halt, 
du bist ein bode her gesant. 
di sint des kuningis hulde lieb, 
nune virhel mich der rede nicht! 

swaz mir hüte wirt gesagit, 2255 

daz ist imer wole virdagit 
biz an den jungistin tac". 
der herre zö der vrouwen sprach: 
„nü lazich alle mine dinc 

au godes genade ande din. 2260 

ja Stent dine vote 
in Rötheris schöze'*. 

Die vrouwc harte irscricte, 
den voz sie üf züchte 

unde sprach zo Dietheriche 2265 

harde blötliche'^): 
„nune wart ich ne so ungezogin; 
mich hat min ubermöt bedrogen, 
daz ic mine vöze 

sazte in dine schöze. 2270 

ande bistu llöther so her. 
sone machtfi, kuninc, nimir mer 



1) ,,So lauge als ihn die hochfahrende gosinnung frei liesi", d. h. bis 
diese herrschaft über ihn gewann. 

2) So mit Edzardi für boUliche der hs. baltliche „geschwind, rasch** 
bei Rückert pnast nicht. 



79 

bezzer tugint gewinnen. 

der üz genumener dinge 

hästü von meisterscliaf list. 2275 

sowilchis kunnis du aber bist, 

min herze was eilende.^) 

unde hette dich got nft her gesendet, 

daz were mer innencliche lieb. 

ich neinach is doch getrüwen niet, 2280 

dune scheinis mir die warheit. 

unde wäriz dan al der werlde leit, 

s6 rümde ich sichirliche 

mit samt der die riche. 

sus ist iz aber immir ungetan. 2285 

doch nelebet nichein man 

s6 schöne, den ich da vor nßme, 

ob du der kuninc Röthere w^rist". 

Alsus redite dö Dietherich 
(sin gemöte was harte listich): 2290 

„nun<? hän ich vrunde mere 
dan die armin herren 
in deme kerkenere. 
swä mich die gesehin, 

dar mochtis dich an en virstän, 2295 

daz ich der war gesagit hän". 
„in trouwin", sprach die kuningin, 
„de irwerbich umbe den vatir min 
mit ettelicheme sinne, 

daz ich sie üz gewinne. 2300 

her negevet sie aber nicheinime man, 
her nemöze sie üffe den liph hän, 
daz er nichein intrinne, 
biz man sie abir wider bringe 

in den kerkenere, 2305 

dar sie mit nötin wären". 

Des antwarte dö Dietherich: 
„ich wil sie nemen ubir mich 



1) Schwerlich mit der hs. und BUckert hellende, das als ,, einen laut 
'von sich gebend'*, ,,laut ankündigend*' zu nehmen wäre. 



80 

vor Constantine deme rtchen, 

morgin sichirliche 2310 

so sal ich her zö hove gän". 

die vrouwe also lossam 

kuste den hcrren. 

d5 schiet her danne mit ^ren 

üz van der kemenätin 2315 

zö den herbergen dräte. 

also daz Berker gesach, 

wie schire der rinc zelazen wasl 

dö sagete der herre Dietherlch 

die mere also wunniclich 2320 

deme tibrlichen herzogen. 

des begundin sie beide got loven. 

Die junc vrouwe lac über nacht, 
we gröz ire gedanke was! 

alsiz zö deme tage quam, 2325 

einin stab sie nam 
unde slouf in ein swarziz gewöte, 
alse sie sich gewilöt hette, 
einin palmen sie ober ir achslen nam, 
alse sie üz deme lande wolde gän, 2330 

unde hob sich vil dräte 
zö ins vater kemenäten 
unde klopfete an daz turltn. 
üf dete dö Constantin. 

also hö die magit an gesach, 2335 

wie listichltche sie zö ime sprach: 
„nü gebüt mir, hörre vatir min, 
möter, er sult gesunt sin. 
mir ist so getroumöt, 

mer nesende der waldindiger got 2340 

siniu botin underdän^), 
ich möz in abgrunde gän 
mit levendigen liphe, 
des nist nehein zwtvil. 
is nemac mich n^man irwenden, 2345 



1) Schwerlich mit Bttckert undtr dan „damider*' nnd „dazwiacheB**. 



81 

ich newille daz elelende 
büwin immir mere 
z6 tröste mtnir sele". 

Trürich sprach do Constantin: 
„neinä, ISve tochter min, 2350 

sage mir waz du willis, 
j& wegich der dir helle", 
„vater, daz ist immir ungetan, 
mir newerden die botin lossam: 

die wil ich vazzen unde baden, 2355 

daz sie genäde mözen haven 
an ir armin live 
etteliche wile. 

ich negerer nicht wane drie tage, 

so werden sie di widir aber 2360 

z6 deme kerkenere". 
Constantin der mere 
sprach, dat her daz gerne dete, 
ab sie einin burgin betten, 

der sie üffe den lif torste nemen 2305 

imde sie ime widir mochte geven, 
daz ir nichein intninne. 
dö sprach die magit junge : 
„ich bitis hüte so manich man, 

daz sie etelicher m5t bestan, 2370 

des lif ist also tuginthaft, 
deme du sie mit eren geven macht'^ 
dö sprach Constantin: 
„daz tön ich gerne, tochter min". 

Der zit iz näöte 2375 

vil harde genöte, 
daz Constantin z6 tiske gienc. 
Dietherlch des nicht neliez, 
her qu@me mit sinin mannen 

vor den kuninc gegangen. 23 SO 

dö man daz wazzer nam,- 
die juncvrouwe lossam 
ginc vor deme tiske umbe 
heize weinunde, 

König Kother. (> 



82 

ob sie iemanne 80 16ve hette getan, 2385 

der die botin lossam 

üflfe den lif torste nemen. 

ir nechein torste sie des geweren: 

herzogin die richin 

virzigint ir geltche, 2390 

biz sie zö den recken quam, 

mit deme die rät was getan. 

do sprach die migit §rltch: 

nu gedenke, helit Dietherich, 

aller dinir göte 2395 

linde hil/* mir üz der nöte. 

nim die botin nffe daz levent, 

die heizit der die kuninc geven. 

irzagit sin mtnis vater man: 

sie neturrin sie nicht bestan. 2400 

doch sol die edelecheit dtn 

mit samt mir geteilit sin, 

daz ich der genieze. 

sw6 gerne du daz liezis, 

dich neläze[n] dtn tuginthafter möt! 2405 

du Salt mich geweren, helit göt". 

„gerne", sprach Diethertch, 

„sin^ irs geröchit ane mich. 

iz negät mir nicht wene an den Ifph; 

doch werdich din bürge, schöne wtph". 2410 

Die botin gab dö Constanttn 
Dietheriche üflfe den lif sin. 
der h^rre sie dö obernam. 
dö volgetin ime des kuningis man 

zö deme kerkenöre, 2415 

dar sie mit nötin wären, 
die eilenden haftin 
lägin in unkreften 
unde leveden bermeliche. 

Berker der riche 2420 

stünt unde weinöte, 
dö her den schal gehörte, 
den kerkenere man üf brach. 



83 

dar in schein du der tac. 

schtre quam in daz Hecht, 2425 

des newärin sie gewone niecht 

Erwin was der 6rste man, 
der üz deme kerken^re quam, 
alsen der vater an gesach, 

wie gröz sin herzerüwe was! 2430 

her karte sich hine umbe 
unde wranc sine hende, 
her netorste nicht weinen 
unde nestünt ime nie s5 leide, 

sint in sin möter getröch. 2435 

Erwin der helit göt 
was von deme liphe getan 
also von rechte ein arm man. 

Sie nämin die zwelf grävin 
üz deme kerken^re 2440 

unde iegelich sinen man. 
die ritär als6 lossam, 
sie wärin swarz unde sale, 
von grozen nötin missevare. 

Lüpolt der meister 2445 

nemochte nicht geleisten 
wan ein böse schurzelin, 
daz want her umme den liph sin. 
dö was der weinige man 

harte barliche getan, 2450 

zoschundin unde zeswellit. 
Dietherich der helit göt 
stünt trörich von leide 
unde newolde doch nicht weinen 

umbe die botin lossam. 2455 

Berker der aide man 
ginc al umbe 
die haften schouwende: 
done niwen in nichein dine 
harter dan sine schönen kint. 2460 

Dietherich der herre 
heiz die botin hören 

G* 



84 

vören zo den herbergen sin, 

wan Lupolt unde Erwin 

die liez man eine gän, 2465 

daz er neplaf nehein man. 

dö sprach Erwin der mere: 

„Lüpolt trüt herre, 

sie^ du einin gräwin man 

mit deme schonin harte stan, 2470 

der mich sehouwete 

wunderen nöte? 

her karte sich iimbe 

linde wranc sine hande, 

her netorste nicht weinen 2475 

unde nestünt ime doch nie so leide. 

waz ob got der gote 

durch sine ötmote 

ein gröz zeichin wil begän, 

daz wir kumin hinnen? 2490 

daz is war, brödir min, 

her mach wole unse vatir sin". 

dö lachetin sie beide 

von vrouweden unde leide. 

Die eilenden geste 2485 

wärin hanfeste*) 
biz an den anderen dach, 
die juncvrouwe eren vater bat, 
daz her sie lieze dare gän, 

sie wolden selve dienan. 2490 

orlof er der kuninc gaf. 
we schire sie over hof getrach^) 
zö deme herren Dietheriche! 
d5 hiez man al geliche 

die vremedin ritär üz gän. 2405 

dar nebeleib nichein man 
wan der verchmäge 
die über mere wärin gevarin. 



1) Wol: B. in die liand gegcbcu und nur so gebunden. 

2) getraeh kann (vgl. einl. 8. 13) sowol -- getraf^ als getrat sein. 
Letzteres ist vorzuziehen wegen der Verbindung mit z6. 



85 

den botin also lossam 

den legete man göt gewant an 2500 

unde vazzede sie vlizieliche. 

daz quam von Dietheriche. 

der tisc wart gerichtöt. 

Berker der helt göt 

was iTochtsäze 2505 

die wile sine kint äzin. 

Alse die herren gesäzen, 
ir leides ein teil virgäzen, 
dö nam die recke Dietherich 

eine harfin, die was erlich, 2510 

unde scleich hinder den ummehanc. 
wie schtre ein leich dar üz klancl 
swilich ir begunde trinkin, 
deme begundiz nidir sinkin, 

daz er iz üflfe den tisc[e] göz. 2515 

swilich ir abir sneit daz bröt, 
deme intfiel daz mezses durch not. 
sie wurdin von tröste wizzelos. 
wie manich sin trören virlös! 

sie säzin alle unde hörtin 2520 

war daz spil hinnen karte, 
lüde der eine leich klanc: 
Lüppolt ober den tisch spranch 
unde der gräve Erwin, 

sie heizin in willekume sin, 2525 

den riehen harfere 
und kustin en zwären. 
wie rechte die vrouwe dö sach, 
daz her der kuninc Röther was! 

Alse die juncvrouwe hinnin widir quam, 2530 

dö liez man die botin üz gän 
allenthalven in die stat, 
daz ir n^man neplach. 
dö merketen iz des kuningis man 

unde sagetin iz ir herren sän. 2535 

„nü neröchit", sprach Constantin, 
„ich bevalch sie eme üffe daz leven sin. 



86 

her pleget so göter sinne, 

ir nemach ime nichein intrinne^^ 

der kerkenöre wart gero^möt, 2540 

alse die junevrouwe gebot. 

dö drie tage irgengin, 

die botin sie aber viengen 

unde legetin sie zwären 

widir in den kerken^re. 2545 

miehil bettewäte 

unde ander göt gerate 

wart in virholene dar In getragin, 

(dö mosten sie genäde haven) 

similen unde wtz bröt, 2550 

des was den helidin vil not. 

die junevrouwe heiz €nin man 

zö Dietherichis herbergen gän, 

der grob ein hol zö berge 

von deme kerkenöre, 2555 

swar sie woldin hinnin kören. 

dö lägin die haftin 

in sanftin unkreftin. 

die botin lägen dar alle 

zwenzich tage vulle 2560 

unde havoten grözen wirtschaf. 

sie wunnen an dem live kraft. 

Dö hob sich under deme himele 
von zwein unde sibinzic kuningin 

von wvsier Babilöne *) 2565 

zö Constantino deme kuninge 
die aller görzisto hervart 
die iergin gewart. 
Ymelöt^) gerte sin zö man, 



1) Babilou in der wUsto ist Kairo. 

2) Jedenfalls identisch mit Nibelöt, der im Biterolf unter anderen 
heidnischen köuigeu genannt wird. Vers 205 f.: Man taget von A'ibtlöte dat^ 
wie er ze Bäryse mt in einem riehen lande; den ich vil uol erkandt. der 
machte himele guldin, selbe wolde er got <tn, mit kraft er töte tüsent her; ez 
mohte nieman keine wer wider in gefüeren, et getonte oueh gerüeren mit ttrtte 
nieman siniu lant. 



87 

her was ein heidin vreissam, 2570 

ime nemochte nicht widirstan, 

her wolde die riebe alle han 

bedwungin mit grözir gewalt 

über al uneristin lant 

sone virsaz neiman stn gebot. 2575 

her wolde selve wesen got 

Simelin heiz stn wtb. 

her virlös zö JSrusalgm sint den Itph. 

D6 quam en tlinde man 
vor deme volke gevarin 2580 

zd Constantinopole, 
der vil mßren bürge, 
undd sagete deme kuninge m^re, 
wie not ime wöre, 

ob her sich mochte irweren, 2585 

in söchte ein kreftigiz here. 
alsus redede dö Constanttn: 
„wer mochte so riche stn, 
der mich torste bestan"? 

dö sprach der gähinder man: 2590 

„din gröze overmöt 
der nis zö nichte göt 
in trouwen sie havent genendöt 
iz is der herre Ymelöt 

von wöster Babilönie. 2595 

zw^ne unde sibinzic kuninge 
die soeben daz lant dtn. 
ich sach die vorreise stn, 
so manich zeit üf geslagen: 
sie mugin wol zönzic düsint haven". 2600 

Deme kuninge wurden sware 
die starken nümere. 
Diethertch der hellt göt, 
der tröste wole stnin möt. 

her sprach: „halt dich wole, Constanttn, 2605 

unde gib mer üffe den llph mtn 
die eilenden haftin 
Iz den unkreftin. 



88 

hettin sie ros unde gewant, 

under in is manich hellt balt. 2610 

dar zö besende dine man, 

wer sulen ingegin in varen". 

„uü 16ne dir got^^ sprach Constantin, 

„ich bevalch den kemerere min 

beide ros unde gewant 2615 

daz sie brächtin in diz lant. 

iz wirt in allez widir gegeven, 

nü du, türllchlr degin, 

mit mir wenigin man 

in derre note wilt bestan''. 2620 

Constantin gienc dräte 
uä Dietherichis rate 
unde sante wtde in daz lant. 
dö quam vil manich helt balt 

zu Constantinopole, 2625 

der vil meren bürge; 
innirthalp drin tagin 
dö mochter vunfzic düsint haven. 
dö giengin ilande 

die türin wigande 2630 

unde nämen die zwelf grävin 
uz deme kerkenere 
unde iegelich sinen man. 
wie schire iz allez widir quam 

daz sie brächtin in daz lant! 2635 

Dietherich der hellt balt, 
die nam sie z6 siner schare, 
dd wärin sie dar herliche gare 
fiffe rossen sneblanken. 
daz was deme hellde wal zö danche. 2640 

Den heleden vil jungin 
giengen die ros in sprungin. 
dö brächte Dietherichis vane 
zwenzic düsint lossam 

in breite?» blickin über lant. 2645 

manigin götln wigant 
vörte der kuninc Constantin 



89 

ingegin die viande sin. 

sie ritin wol sibin nacht 

ingegin der heris kraft. 2650 

die zw§ne unde sibinzich kuninge 

von wöstir Babilönie 

die ligetin sich also nähe, 

daz sie den rouch gesägen 

von den herbergen. 2655 

dö höben sich die sorgin. 

do gaf in Dietherich den tröst: 

her herbergete dö aller vurderöst 

mit den stnin heleden 

inzusken der menegin. 2660 

Schire viel die nacht an. 
dar bevälen Constanttnis man 
einin anderen die kint unde wiph. 
ir nichein tröste sich an den Itph. 

Dietherich unde sine man 2665 

begnnden runinde gän 
unde rietin an die heidenschaf, 
die dar lach mit heris kraft; 
wilich ^re in daz were, 

ob sie den kuninc meren 2070 

äne Constantinis schadin 
gevähin mochtin odir slän. 
„introuwin" sprach Widolt, 
„kume wir in daz volc, 

sie sin uncristine diet, 2675 

ich newerdin borsenfte niet, 
des sulin sie vil gewis sin. 
unde läzet man mi die hende min,^) 
iz möz en an den liph gän^^ 

dö wäfende sich Aspriän, 2680 

unde zwelf ritär lossam 
sluffen in er wicgewant. 
in was zö deme storme harte lieb, 
dö schein ein halsperg Hecht, 

1) wol tri. 



90 

die tröch der helit Aspriän. 26S5 

iz nelevet nichein so köne man, 

der ime widirstieze, 

daz her/» ginesin lieze 

under der heidinschefte. 

sie hobln sich mit krefte. 2690 

Der herzöge von Meran 
heiz Dietherichis man 
vltzelichon wachen 
nnde grozen schal machin. 

her sprach: „mtn herre mit den sinin 2695 

wil zö Constantine, 
der hat na ime gesendöt'^ 
d5 was vil manic helit got 
wol gewäfint an den wich: 

iz newiste niemannis liph, 2700 

wan die verchmäge, 
die over mere wären gevaren. 

Dietherich gtnc zö den rossen sin. 
do lüchte ein brunie guldin 

an daz marc lossam. 2705 

die tröc der zumigiste man, 
der von Adame 
z6 der werlde ie bequeme, 
unde eine stangin vreissam, 

dane mochte nicht vor bestan, 2710 

die tröste[n] Dietheriche^ volc: 
daz was der helit Widolt. 
Lüppolt der getrüwe man 
sprach zo den riesen al: 

nir in den halspcrgin Hecht, 2715 

nunc kumit üz der dicke niet, 
daz sie icht zo verre schinin". 
Dietherich mit den sinin 
der reit umbe die heidenschaft, 

die lag mit heris kraf, 2720 

unde begonde vrägen, 
war sin herre wäre; 
her hetto sich virsümöt. 



91 

her brächtime manigin hellt g5t. 

dö zeigite man z5 manne, 2725 

unzer zo Ymelöte quam 

in ein zeilt lossam. 

daz swert züchte Asprian 

unde hiez in vil stille stan, 

ob her den liph wolde hän. 2730 

der kuninc dö nicht nesprach, 

aiser die stangin an gesach, 

die düchtin harde vreissam: 

gevangin was der rike man. 

Dietherich unde sine man 2735 

begundin deginliche gan 
ander eine dicke schare, 
dar valtin sie daz here gare. 
Widolt gab die stangin 

nüwet üz den handin: 2740 

swaz her der beiden ane quam, 
die slouc her alse en donir sän; 
swär er z5 der dicke quam, 
dar slouc her nffe den man, 

daz sie al zescreitin 2745 

also ein stop daz d6 hine weite. 

Die zwelf riesen vreissam, 
die scl5gin manichen man. 
die heidin vlün durch not, 

sie jagete der grimme tdth. 2750 

Widolt wart gevangin, 
gebundin an die lannin. 
Dietherich der herre 
vor z6 den herbergin 

in allen den geberen, 2755 

aUiz ime nicht gesehen were. 

Dietherich heiz sine man 
zö den herbergen gän, 
swaz Schalles sie vememen, 

daz sie icht zo den rossen quämen. 2760 

dö rief der wachtere 
obir daz here mere: 



92 

„wol üf, herre Constantin, 

ich höre die viande din 

mit grözeme schalle: 276$ 

ich wßne sie here wollen". 

w3 s8re sie irquämen, 

dö sie die vlucht vimämen 

von der heidenschefte, 

die dar lagin mit heres krefte! 2770 

Constanttn wart gewafenöt 

unde vil manich hellt göt. 

dö sprachin sumiliche: 

„nü siet zö Dietheriche, 

her ligit dar alse ein böse zage, 27 71 

swie her uns here gewisit hevet; 

von den untrüwin sin 

Sit ir virrätin, h^rre Constanttn". 

Constanttn dö rande, 
als ime daz marc irhancte 2780 

vor ein gezelt erltch: 
„wol üf, her Dietherich! 
die heidin willin uns bestan. 
hie nächet der töth manic manne". 

lüte rief Ymelöt: 2785 

„herre, ir spotit äne not. 
htnacht zö mittir nacht, 
dö ich in mtneme bette lac, 
dö quam ein vreislicher man 

unde trouc mich under stnen arme dan. 2790 

mir stn die mtne gar irslagin, 
sie nemugin dir nicht geschadin". 

Alse daz Constanttn vimam, 
dö kerte her vröliche dan 

unde sagite sinen mannen: 2791 

„Ymelöt is gevangin! 
daz hat Diethertch getan, 
nü mözin sie lästerliche stan, 
die den harren äne not 

zö verre habin gevalscut 2S0# 

mit grözeme unrechte". 



93 

d6 gmgin got^ knechte 

zö deme harren Dietheriche 

unde danketin ime grdzliche. 

daz march virleiz Constantin, 2805 

:^ ze vordirst her in daz gezelt glnc. 
j die hande nam her vor sich. 
f her sprach : „got löne der, h^rre Dietherich, 
:f, daz du mit dinin mannin 

" i den kuninc hast gevangin. 2b 10 

/ eiä tftrlicher degin, 
; wilich ere dir ist geschein! 

hettich nü sig^'n gut, 

des dir immir wurde not, 

daz sal der wesen undirtan". 2815 

ir aller sorge was irgän. 
Der tac begunde üf gän, 

dd salite man manic man. 

Dietherich der wtgant 

nam Ymelötin bi der hant 2820 

unde vörtine vor Constantine, 

her bevalch in ime imde sinin. 

dö sprach der listiger man: 

„wir soldin einin botin han, 

der den vrouwen sagete 2825 

waz wir gevromit hebetin". 

„introuwen", sprach Constanttn, 

„der böte saltü selve stn 

durch mtner tochter willen, 

unde sage der kuninginne 2830 

unde den vroiiwin allin samt, 

wt rttin in daz lant 

vil harte vröliche. 

din volc sumelichiz 

laz mit mir hei bestan'^ 2835 

dd sprach der listige man, 

daz her gerne d^te, 

des in der kuninc b^te. 

Dietherich ginc dannen 

mit stnin heimlichen mannin 2840 



94 

linde saute daz volc zö des kuningis vanin, 

her bat sie grözen danc haven. 

z6 ime nan her sine man, 

swaz ir ober mere quam. 

den künin her sagete 2845 

wes her willin habete. 

die türin wigande 

hugitin dö z6 lande. 

Dannin vor dö Dietherich. 
ein zeichin daz was herltch 2850 

brächter zö Constanttnopole, 
der vil mßren bürge, 
mit den stnin mannin 
her sprach w^re intrunnin. 

dö weinte de vrouwe kuningtn: 2855 

jjariä, wä is Constantin 
unde die wigande 
üz von manigeme lande? 
Dietherich, lieber herre, 

gese wir sie immir mere?** 2860 

„nein ir, daz weiz got, 
sie hat geslagin Ymelöt 
unde ritit da here mit heris kraft, 
her wil zevörin die stat. 

ich netrüwe mich nicht irweren: 2865 

nü möz ich vliezin ober mere. 
beide wib unde kint, 
wä sie in der bürg it sint, 
sie kiesint alle den tot. 
sie irslßt der kuninc Ymelöt". 2870 

Dö nam daz Constantinis wib 
ir tochter die was herlich 
unde bätin Dietheriche 
beide grözliche, 

daz her in hülfe üz der heidinschefte, 2875 

die dar quämen mit heres krefte. 
dö heiz der listige man 
die zelder also lossam 
der kuninginne dar zehen 



95 

linde vörte sie zö den kielen. 2880 

dar mugit ir geloubin 

von manigir schönir vrouwen 

weinin unde liantslagin. 

sie nemochtin nicht gedagin. 

er zöch ein michil maginkraft 2885 

nä Diethertche üz der stat. 

sie woldin alle üffe den mere 

vor Ymelöte den liph generen. 

dö tröste sie der karge man, 

her hetiz durch eine list getan. 2890 

Dietherich heiz sine man 
vil dräte in k^l gän. 
Aspriän, der helit göt, 
den kamerschaz[man] dar tn tröch. 

sie gehetin alle üffe daz mere. 2895 

dö heiz der kuninc Röther 
die möter an deme Stade stan, 
die tochter in den kiel gän. 
ir weinin was grözlich. • 

sie sprach; „owi hßrre Diederich, 2900 

weme wiltü, tuginthaftir man, 
unsich armen wiph län?" 
sus sprach die göte kuningtn: 
„nü nim mich in den kiel din 

zö miner tochter lossam^^ 2905 

dö sprach die listige man: 
„vrouwe, ir sollt üch wol gehavin, 
Constanttn nis nicht geslagin. 
Ymelöte hän wir gevangin, 

iz ist Constanttne wol irgangin. 2910 

hd ridit here zö lande 
mit lieven brande, 
her komit ovir dri tage, 
ir mogit eme w^rliche sagin, 

sin tochter st mit Röthere 2915 

gevaren westene over mere. 
nü gebüt mir, vrouwe herlich! 
Jone heizich niuwit Dietherich". 



„Wul mifli" sprach die kimiDgln, 
„ditz ich ie gewan den lif min. 
nfl läze dicli got der g5de 
durch stno ütmüde 
tlie mine fot-hter lossaiu 
lange mit gemachin hau. 
daz ist war, türlicher degen, 
sie were der aamfter gegevin, 
dan dß si hast gewunnin, 
inde stundiz an minia willin. 
■wie Cunatantin nfi den llf 
queledo umbe dax schöne wtf, 
daz ist mir duz luinniat, 
nfi da Kütlier bist. 
n6 -vare, türliclier degin, 
Sante Gilege luöie din ])lcgin". 
äti spraeh daz schöne luegetin; 
„gehavet lieh wole, möder min". 
die vroiiwen also iossam 
^ngin lachende danen 
flf den Constautinis sal 
unde giinden Höthere wol, 
daz in gut ;>:u><aiiili> 
mit €ren beim z6 lande. 

Alse ßdtlier ovec luere i|uan, 
du wart <iie vroiin'e lossam 
8 wanger einia kindis, 
einis af ligin bamis. 
dfi was Eiiie^ger döt. 
die lant jillc verstöröt 
Tan aes margrävin, 
die iviiMin Hademären 

zö eime konluge hün genomin iinde gelovet: 
de was ein r£che herzöge, 
geboren von Diezen, 
die Itötjier gehiezen 
troiiwen biz \i6 qiienii;, 
die wertiii die kröne 
deine riehen ervelösan man. 



97 

unze Wolfrät daz swert genam 

aw eniin schönim ringe, 

der was van Tengelinge, 2960 

des koningis Amelgeres sune: 

iz neciuam van eineme [siuin] kunne 

also manich türe wigant. 

beide liude unde lant 

die beherte der ture man, 2965 

biz Rother wider quam. 

In stride lägen die lant. 
Röther der wigant 
liez die wechuiüdin 

luzzil geruwen* 2970 

he moste durch gerichte varen. 
he heiz die vrouwen bewaren 
Lfippolden den getrüwen man. 
die andre ritäre lossam 

zö den rossin waren sie gerech. 2975 

du reit dar manich göt knech 
bit Rothere ingegin Beme 
unde strichen durch die berge. 
die riesen hetten grözen not, 

sie liefen alle gewäfenöt. 29S0 

d^r reise Wolfr<^^ enersvant,*) 
dö wister over lant 
eine vil breide menie 
Röthere z6 gegine. 

her infienc in mit eren 2985 

also van rechte ein man sinen herren. 

Sich höf der lüt over den döz.^) 
dar wart der scal harde gröz, 
dar der here Constantin 

reit üf den hof sin 2990 

zö Constantinopole in der stät. 
der ko^ninc hastelichc sprach. 



1) ,,er unterliess uicht den auszug, unternahm ihn*'. Andre versucho 
dem corrupt überlieferten verae aufzuhelfen, sind: die riesen Wolf rät an 
erwant (Rück.) „er traf auf die rieaen" oder die reise W. an erwant (Edzardi). 

2) over den döz ist nicht genügend erklärt. 

König Rother. 7 



98 

wil sin toehter were, 

flaz lie sie nicht insege. 

des antwarde die kiiningin: 2995 

„gelialt dich wule, Constanttn. 

geinir ritar crlich, 

der sich da nante Dietherich, 

daz was der koninc Rüther 

linde hat gevort over mere 3000 

mtne tochter unde din. 

wie mochte sie baz bestadet sin? 

si wil der listige man 

zo eineme wette hän, 

biz ime wirt gelönit 3005 

des he der hat gedienit. 

her hat uns rechte getan. 

wir hetten wonderlichen wän; 

wat recken mochte dar so riche sin? 

ir Sit ge warnet, Constantin: 3010 

kome fi imermer gcin vertriven man, 

da solit ir fich baz vor waraan". 

Constantinis gemöde 
sich verwandelöde, 

her bcgunde sere weinin 3015 

inde quelite sich von leide, 
he sprach: „owi, vrou koningin, 
nfi rouwet mich die tochter min, 
die der kiininc Röther 

hat gevört over mere. 3020 

nii ist iz mich düre bestän, 
waz s6 her gaf gehßnin man", 
her viel van leide in unmacht. 
dö zouch der bürgere kraf 

üz der stat mere.^) 3025 

ire röfin was meregroz. 
wß wal des Ymelöt genöz! 
der sin solde plegin, 
der zouch dur wunder after wege 



1) Eine zeile ist ausgefallen. 



99 

linde wolde gerae hän gesien, * 3030 

waz da were gescien. 

Ymelüt mit listin 

begimde den lif vristin: 

dö Constantin dar nider lach, 

Ymelöt hüf sich uze der stat, 3035 

in eirae sciffe he intran 

unde vor bit koufinannin dan 

zö der wösten Babilonie, 

danne sich manigew koninge 

von ime begeginde gröz herzeleit: 3040 

des gewonnin ouch die reckin michel arbeit. 

Alse Constantin zö ime selven beqiiam, 
dö rief man wider man, 
de aldin und die jungin: 

„Ymelöt ist intronnin". 3045 

„järiä" sprach Constantin, 
nü nemit scaz, vrouwe koningin, 
unde gevit den wigandin 
unde vromit si heim zö lande, 

of he mich hie nä best§, 3050 

daz mir des volkis ich zege". 
si was des goldis milde, 
si legedit üf die scilde; 
vorsten den riehen 

gaf si riclichen 3055 

unde lönede den gödin knechtin, 
alse man noch van rechtin 
plegit gröz er cren. 
zö lande riden die herren. 

Dö die gröze menie 3060 

gerömde deme koninge, 
dö sprac ein spileman: 
„hörre, du salt dich wol gehänl 
lönis du mir, Constantin, 

ich brenge dir die tochter dtn. 3065 

wir mözin aver einin kiel havin, 
die maniger hande wondir trage, 
golt unde steine, 

7* 



100 

wazzerperlin kleine, 

searlacliin imde pellen. 3070 

swcr da koiiten wolle, 

daz wir des göde stade hän. 

seszich ritäre lossam 

die solin derinne verliolne sin. 

die juncvroiiwe, Constantin, 3075 

bedrügit die seltsene 7vät, 

dat sie lichte in den kiel gä^ 

imde scliouwet min krämgewant, 

so vöre wir si in daz din lant. 

nü sprich waz du mir biedis; 3080 

linde ))ehaget mir die mede, 

ich sezze in urteil den lif, 

ich nebrenge der Kötheres wif ^ 

„Genädhe, here" sprach Constantin, 
„ich wise dich fif den scaz min. 3085 

des nim dir, trütgeselle, 
swe vile du willis. 
mir ist zö der verde lief, 
ich neversüme dich minis dankis nich". 
der sigel zö deme kele 3090 

wart gereit schire, 
dar in troucli man golt röt, 
alse der koninc gebot, 
mischen iinde böge unde härbant, 

seltsene krämgewant, 3095 

daz sante Constantin 
mit räde nä der tochter sin. 
daz göt begunde man zö tragin: 
scire wart der kiel geladhin. 

veren unde spileman 3100 

huven sich alle dar an, 
ingigin Bare seiften over mere. 
dö was der kuninc Röthere 
hine zö Riflande^) 
mit sinin vianden. 3105 



\) Das ripuarische Franken. 



101 

dar richte der gode keiser 
widewin unde weisin. 

D6 die leide Kriechin 
ze Bare zö stiezin, 

üz giene der spileman 3110 

linde truch der kiselinge an 
vere, die her anme Stade vant. 
listieh was der välant 
nü siet war z6 he se wolde 
oder we si koufen solde! 3115 

Des morgins alsiz dagede, 
der spileman havede 
behangen sine krame 
mit gew^te seltsene. 

dö giengin die bürgere 3120 

üz der stat ze Bare, 
sie veilsceden golt unde pellin: 
„wie biedet ir dat, geselle?*' 
dane was nechein so türe dinc, 

her negevit umbe einin penninc. 3125 

dö düchte die burgäre, 
daz he ein töre wäre, 
si kouften sin gewete, 
swat he götes hette. 

einer die kiselinge gesach, 3130 

her sprach: „geselle, war z6 wollig ir daz?" 
dö böit he einin an der stimt 
nit wan umbe düsint punt 
des allir bestin goldis, 

des die vrouwen tragen woldin. 3135 

dö sprach der burgäre, 
dat iz sin spot were: 
„ir lieget deme düvele an daz bein,^) 
diz dunkit mich ein böse veitstein". 

„Entrouwen", sprach die spileman, 3140 

„ir havent ime unrechte getan, 



1) „ihr macht mit euren lügen dem teixfel zu S'Jiaffen". Aehnlich 
schweizerisch „dem teufel ein ohr ablUgen". 



103 

ii vclschedin änc nCt. 
liS ist ze inanigiD diogin guot. 
nSme in ein koningin an die hant, 
lior hii'litij <j\n al dia lant 
n&man prstiirvi'; 
6 h5 begraven wurde, 
man solden dar midc bestrtcMD, 
so levedüF sichcritche; 
nieman inia halz noch krump, 
hS newurde sciere g-esant, 
gerörde in die kutiinpn 
mit deine göden steine laio; 
si sotdiz äver in disme sciffe d6n, 
over it nis chein vrome dar zO. 
hette wir einin krumbin man, 
indc wolde die koningtn dar in gäi 
[In] nesi it dau nöwit war, 
dat ich ü gesagit küu, 
si1 licizit niicli vän 
unde iip ein boiiin hän". 
Dd spracli eia rttäre, 
de gewcldich was zc Bare', 
„ich hän zwei wSntge kindelln, 
die ein jär gelegin kIti, 
die wir ie möstin tragln: 
ioli willit niinir vTouwen sagin. 
wat of si durch irc göde 
gebözet der aelver nöde? 
gchilfet in der din stein, 
daz sie geint wider heim, 
ieli geve der götes suliche kraft, 
swaz dö is gevOren macht", 
„liogich" ajirayh der spilenian, 
„lieizit mir ratn hövet ave sdän. 
mir ist der lif so lief, 
ieli negeven dir so nict". 
sine vrondc h@ dö nam, 
seszSn kuul'man, 
unrte gienc vor die vrouwen stän. 



103 

do infienc in die riebe 
harde gunsteliclie 
in allen den gebere 
alser ein berre were. 

Dö bat ber die kuninginne 3185 

dureb sancte P6tres willen, 
dat sie üf bulfe zwen baften 
von grözen unkreften. 
„daz sin, vrouwe, mine kint, 

die lange krump gelegin sint. 3190 

bie steit ein kiel bt deme Stade, 
dar sal icb si up beizin tragin. 
dar liget gesteine dat ist göt 
unde bözit manigen siner not. 

nemet ir einin, vrouwe, an die hant, 3195 

be lücbtet over alle die lant, 
swilicb man erstervit, 
e bß begravin werde, 
woldet ir in dar mide bestrtcbin, 

be levede sän vrölicben. 3200 

neman nis balz noeb krump, 
be newerde z6 bant gesunt, 
alse uns gener geseget bat, 
de si bat bere bräcb. 

ber spricbit, inst iz niuwit war, 3205 

daz icb ü gesagit bän, 
daz ic in beze van 
unde üf einin boum bän. 
versöcbtez, vrouwe, dureb got! 

is wirt ü wol gelonöt, 3210 

unde tröstet mine arme kint, 
die nü lange gelegin sint^ 
wand icb weinger man 
sm da micbel leit bän". 

„Nü du micb", spracb die koningin, 3215 

„biddis dureb unsin trecbtin, 
icb ne Wille dir nit versagen, 
nü beiz die kint zö deme sciflfe tragin". 
Lüppolt was üz gegän; 



104 

zwenzich ritar lossaiu 3220 

volgoden der vrouwen zö deine kiele. 

dar (iuämen die sieclicn scire, 

den SU dar göt solde sin. 

in den kiel trat die koningin. 

„wol üf sprach der spileman, 3225 

„zo den Kriechen wille wir varen. 

siet war daz wif stät, 

die uns here gemout hiit*\ 

dö sprungin vil scire 

die Kriechen zo deine kiele, 3230 

die krumben wurchen sie an daz stat, 

genenie wart der hautslach. 

die der vrouwen soldin i)legen, 

die vörden die Kriechen after wege. 

nü siet zö denie v«alandas man, 3235 

we he dat wif gewan! 

Die Kriechen hfiven sich dan. 
die vrouwe vragede den spileman, 
wie in dare sante 

zo deme selvin lande. 3240 

„daz dede min herre Constantin, 
der lieve vater diu 
sante uns over mere". 
„owi koninc Ivöthere" 

sprach daz wenige wif, 3245 

„wie du nü dinen lif 
beginnis quelin umbe mich, 
s6 duon ich minin umbe dich". 

Die vrouwen gehätin sich ovele. 
zö Constantinopile 3250 

vörde sie die spileman. 
wie scire nümere (juam, 
den vorsten were gelungin! 
aldin unde jungin 

heizin sie w^llekomin sin. 3255 

in den kiel trat Constantin 
unde nam die tochter bi der haut 
unde vorde sie üf daz laut. 



105 

he halste sie imde kuste; 

wie wol in des gehiste! 3260 

die moder weinende genc, 

ir tochter sie imgerne infiene. 

swaz die moder redde, 

die tochter iz alliz dolete. 

Constantine was vil lief, 3265 

her machte^) uf ire sprechin nit, 

he liez si swigin unde dagin, 

biz si is gnoch mochte havin. 

Do erscal daz nfimäre 
ovir al die stat zö Bare, 3270 

daz die vrouwe was verloren, 
si vorten Rötheres zorn: 
beide wif unde mau, 
sie woldin alle in wech gän. 

dö quam der helit Lüppolt 3275 

unde tröste daz trörige volc, 
he bat sie dar beliven: 
des inwere negein zwivel, 
he negewonne die hulde, 

daz Röther die sculde 32S0 

an ir negeime reche 
oder icht[es] leides spreche, 
dö vielen al geliche 
die bürgere also riche 

zö den vözen Lüppolde. 3285 

sie sprächen, swaz he wolde, 
des volgeden sie üf sinen tröst. 
ir sorgen wären vile gröz. 
dö sprach der herre vile göt: 

„got helfe uns Cizer not! 3290 

mines herren trüwe is so vile, 
wir genesen wol, of iz got wil". 

Von dem tage over siven nacht 



1) So wahrscheinlich mit Bartsch für inhatte., da ü/ enthüben „auf- 
halten" sonst nicht vorkommt. Im folg. v. vielleicht steigin unde clagin 
fdann auch mochten 3208), was erlaubte si auf tochtfr und mutter zu be- 
ziehn. 



106 

dö quam mit grozer lieres kraft 

Röther der licrre 3295 

imde vant leide mOre. 

Lüppolt der getrfiwe man, 

der gienc vor die lierren alle stan 

uude sprach zo deme koninge herlich: 

„icli hän mich, lierre, wider dich 330Ü 

ovele behalden, Röthere. 

din wif ist wider over mere. 

daz havet Constantinis man 

mit grozen listen getan. 

nü vortich, herre, dinen zorn, 3305 

daz mer der lif si verlorn. 

hie steit min bröder Erwin. 

he lach diircli den willin din 

z6 Kriechen vil manigen tach, 

daz hO die sunne nie gesach. 3310 

mochte wir sin geniezen, 

daz ir genesen liezin 

eine vil unsculdige diet: 

die nehät dir getan nich. 

ich nam die burgäre, 3315 

die woldin fizer Bare 

alle iren wech gän; 

üf minin tröst sin sie hie bestän. 

ich bin eine sculdich wider dich, 

du solt richtin over mich. 3320 

daz ist billich unde recht. 

waz bedort'te ein göt knecht 

richetfimes mere, 

behelde he trüwe unde ere? 

nu ich des nine hän getan, 3325 

nft läz iz mir an den lif gän". 

Nü vernemet wie Röther sprach, 
deme daz herzeleit gescach. 
vor den herren allin samt 

nam he Lfippolde mit der hant 3330 

unde kuste en vor den munt sin: 
„gehave dich wole, neve min, 



107 

imbe qiielis du den lif? 

^et so manich schöne wif. 

s aver sichein guot 3335 

ier vrouwen geordinöt, 

Qach ze jungest wal irgän. 

i, dugenhafter man. 

ites du minen zorn, 

ere din dienest ovele verlorn, 3340 

lü mir dicke hast getan. 

?e du, helt lossam, 

riechen dritehalf jär 

i lives harte ungewar, 

manich ritär eriich. 3345 

mitich imuiir widir dich, 
idich alse Judas, 
ich selvin viridis, 
ilt den bürgeren sagin, 

»ie sich alle wal gehaven". 3350 

3är hurde manich göt knecht 
eres lantrech 

wie sin zom was getan, 
lerzoge von Meran 

! gezogenliche 3355 

len koninc riche 

lachede vor lieve: 
äze dich got verdienen, 
lü Lüppolde hiist getan, 
:ir armen man. 3360 

hat din trfiwe 
Min zucht genüwet, 
Itn vatir p legete 
^ile daz he levete. 

wäre min llf zwäre 3365 

vor vonfzich jären, 
3rdiendich dise ere 

edliehe more. 

mach des leider niwet sin. 

at der kuninc Constantin 3370 

;heme gemachet mo" — 



108 

(liir gedenket, jungelinge, zö! — 

die hie intgcgenwart stau. 

duz ist des välandcs man. 

ich gemezze, Rother, 3375 

wir solin mit kreften over mere. 

mir nist der hart nie so grä, 

daz ich liie heime bestä". 

„War sint nfi", sprach Aspriän, 
minis hOrren Rotheres man, 3380 

den he ie sin göt gaf 
unde den kreftigen scaz? 
nu bedarf her er an der nöde". 
dö dningin helede gote 
vaste zo deme ringe 3385 

■) 

unde erven manich lantrecht. 

dar lovete manich göt knecht 

Rothere deme riehen 

harde vromeliche, 

qiiemez ime an die not, 3390 

sie rieden mit ime an den döt. 

Knie rief Widolt : 

„hie ist ein heriicher volc, 

lant unde mage 

sezzent sie an die wtige 33Ö5 

durch dinen willin, Rothere. 

wir soh'n dir helpin ovir mere. 

swer dir icht- dienet, 

deme wirt wal gelönet. 

uns havint (Jonstantinis man 3400 

ein groz herzeleit getan. 

genuzzen si des, daz were mer zorn, 

so hetticli och einin michelen louf veriorn".'-*) 

Do sprach der helit Wolfrät: 
„nu iz Widolt gelovet hat, 3405 

daz wir deme koninge Rothere 



1) Es fehlt wol nur ein vers, etwa: sie tcoldin göt gewinnen. 
'1) Wahrscheinlich sprichwörtlicher ausdruck. 



109 

solin helfen over mere, 

ich vöre üzer minen lande 

der türen wigande 

eine michele scare, 3410 

zwelif düsent ritäre wale gare. 

Lüppolde zwären 

wil ich sin ere waren. 

der h§re ist min konlinc. 

iz ist ein cristenlich dinc, 3415 

daz beide brödere unde neven 

bit ein ander rechte levin. 

swer den vront durch sin eines rät 

verluzet, so iz ime an die not gät, 

geswiche her deme lantman, 3420 

her hette michel baz getan. 

Berker der riche 

der tede vromeliche: 

dö min vatir was virtriven, 

h§ gewan ime sin lant wider, 3425 

h6 erslüch Elvewine, 

einen herzogen van Rine,^) 

der was ein vreisclicher man, 

her häte uns michil leith getan. 

von den sculdin sin, 3430 

Lüppolt, trüt neve min, 

so wil ich imer dir bi stän 

die wtle ich daz levin hän". 

sus vermaz sich in deme ringe 

der here von Tengelinge. 3435 

„War sin mine mäge unde man? 
wir sulin sicherliche varen 
in daz Constantinis lant" 
sprach Luppolt, der helet halt. 

„nü mm neve Wolfrät, 3440 

aiser gelovet hat, 
ridet heim ze lande 



1) Die sage berichtet sonst nichts von einem herzog Elvewin. Un- 
statthaft ist es an den longobardenkönig Alboin zu denken, oder gar 
Berchter mit dessen mörder Peredeo zu identificiren. 



110 

nä den wigande, 

so vorieh lielede junge 

zü (Ut samenunge 3445 

üz der stjit zö Meyltin, 

die ich von Kötlierc liän, 

zwenzich düsint manne 

mit snewizcn bronien.^) 

des si ein tacli gesprocliin 3450 

van liute ober zweit* wocliin 

her z6 Bare uf den sant". 

daz gelovete manieli wtgant 

vor liothere deme riehen 

harde vronieliche. 3455 

dö sprach der herzöge von Merän: 

„zwenzich düsint hissam, 

der Salt du wartin, Rothere, 

von mir ze volleist over mere. 

ich gelove dir an die triiwe min, 3460 

widervert mir Constantin, 

deme wert lichte ein swerdis slach, 

daz he gedenken nine mach, 

of ime di tochter ie wurde lief — 

stervich Ct [dan], des inmach ich dan nicht — : 3465 

daz inwize mir negein man, 

wände he hat mir michel leit getan. 

mich dwingit noch die aide not, 

daz he Lfippolde so hat gemarteröt". 

Die lierren lagen over nacht 3470 

ze Bare in der stat. 
des morgenis rümpten si den sant 
dö strichen vorsten over laut, 
Lüppolt gegen Meylfm, 

Berker ze Merän. 3475 

dö reit ein hellt junge 
gegen Tenge[n]lingen, 
daz was der hellt Wolfrät, 



1) Da wie aus 0550 f. hervorgeht', Berchter mit seinen kindem sn- 
sammcn nur 20,000 mannen in den kämpf führt (dieselben die 3457 verheil 
werden), so verrät sieh die stelle als jüngerer zusatz. 



111 

als uns daz buch gezalt hat, 

mit wie getanen 5rin 3480 

sie Röthere deme herrin 

gewunuin die vil göten 

Pipinchis müder, 

van deme uns KarlM5 sit bequam 

unde eine magit lossam, . 3485 

die göde sancte Gßrdrüt. 

dar zö Nivelle hat sie hüs^) 

unde hilfet den eilenden 

gerae üze den sunden. 

von du nis daz liet 3490 

von lugenen gedichtet niet.*-*) 

Der zit it nähen began. 
sich vazzede manich man 
in die grözen herevart, 

die Rother gelovet hat. 3495 

dö streich ein alder wigant 
wol gevazzit over laut 
in die stat ze Bare 
unde sagete lieve mere, 

daz qußme manich hereman. 3500 

he reit ein ros lovesam 
unde vörde in deme scilde sin 
eine bukelen guldin. 
der seilt was also getan, 

daz he alse ein vür bran 3505 

von deme overglaste. 
he tröch eine brunien vaste, 
üf den gurtel ginc ime der bart. 
nechein hßre newart 

bi den ztden also lofsam 3510 

alse der herre von Merän. 
Röther der riche 



1) Gertrud, Aebtissin von Nivelle, ist in Wirklichkeit die tochtttr 
Pippins von Landen. 

2) Vielleicht anspielend auf den anfang der Kaiserchronik (D 2,7 manesfe 
erdenchent in luge unde vuogen si zesamen mit seopkelichen vsorten). Vgl. 
auch 4792 f. und Einleitung S. 4. 



112 

entfienc in vromeliclu\ 

also tede Asprian 

linde Widolt der kone man. 3515 

he sprach: ,,eia koninc edele, 

nunc halt dich nicht ovele 

linde gif mir daz boden hröt. 

dir komet manicli lielet got» 

nim die burgare 3520 

inde rit üz ze Bare 

iif den sant lotsam. 

du gesist cdclichen man, 

e dise dach ende. 

ich bin vore gesendit, 3525 

daz ich der, herre, sal ^agin 

wie grözc mankraft si haven". 

Köther uiide Asprifm 
imde Widolt der köne man, 

die nämen die burgfire 3530 

unde rieden üz ze Häre 
fif einin sant lotsam 
unde wartin allinthalviu dan. 
do sägen si under liiften 

volc bit grözer krefte[n| 35:{5 

Tiden wol gewafcnöt. 
dar brachte manigcn helet guot 
Lüppolt, der getnie man 
unde vörde einin herlichen vanen. 

alsiu der wint liette venvandelöt, 3540 

so Ifichte dar ane daz golt rot 
in allin den geberiu, 
alsiz himelbliche werin. 
do sprächen die ])urgäre 

üzer der stat ze Bare: 3545 

„genedeclicher treehtin, 
wer mae geniz volc sin 
bi deme vanen wol getan?" 
do sprach der herzöge von Merän: 

„Rüther, lieve herre min, 3550 

dat sin die nötstadele din. 



113 

jeniz zeichen lossam 

vörit Lüppolt, der getrüe man; 

der verdienet hude sine gräfscaft, 

daz du ir ime wole gunnen macht. 3555 

iz ist harde we iindersniden, 

dar rident zwenzich düsint mide 

also getaner hereman, 

daz dar nuwet mach vore bestant. 

die vörieh unde mtne kint 3560 

durch dinen willin in den sint". 

Dö lüften in strite over lant 
smaracten unde jachant - 
neven der Luppoldis scare. 

deme einin vanen snevare 3565 

deme volgedin jungelinge, 
die vörde van Tenge[n]linge 
Wolfrät der junge man. 
dar rieden vonzich düsint an 

der üz genomenen diete, 3570 

in allin ^ren State, 
pellin unde kleine gewire, 
die scönen gezire, 
die dar ie dechein man 

ze herverte gewan, 3575 

die vörtin si an den rossen, 
in pellinen rockin 
quam die berische diet. 
iz nebeluchte niechein licht 

also manigen heim gut 35S0 

mit golde wol gezieröt, 
dan der helet Wolfrät 
sime neven hette brächt. 
iz scinet den Beieren imer m§r an: 
da ist noch manich wätziere man. 3585 

Alse die helede guote 
geherbegeten 

üife den sant bi dem mere, 
dö gienc der koninc Röthere 
unde intienc mit grdzen eren 3590 

König Kother. S 



114 

Lüppolde den herren 
linde Wolfrätin 
linde manigen lielet güteu. 
die beiz he willekomin sin. 

..owi, Köther lierre min" 3595 

sprach der riese Asprian, 
,.daz ich nicht sanienunge nehän 
üzer mineme lande 
der tüeren wigande; 

daz machet daz si verre sint. 3600 

nü niüz ich leider eine sin", 
„swigit, hcre Aspriän", 
sprach Widolt der köne man, 
„dar zö Constantinopole, 

in der meren bürge, 3605 

nist negeinis salis dnre 
linde gesteint ir mich da vore, 
ist dar dan ieman inne, 
sich hevet ein unminne, 

daz man si biz töme[u]s tach 3610 

bit necheinen §ren verreden inmach". 
Die heren wären dar over nacht 
biz an den anderen tach. 
dö nam der here von Merän 

Lüppolden den getrnwen man 3615 

unde Wolfräten, 
sie giengen vil dräte, 
die swert druch Erwin, 
daz gebot ime der vader stn. 

dd rieden sie deme koninge, 3620 

daz h^ üzer der menie 
welide drizich düsint lossam 
unde lieze die andre ze hüs varin 
inde gäfin bit golde, 

die daz nemen wolde. 3625 

alse de rät was getan, 
dö gienc der riese Aspriän 
unde nam des koninges golt rdt, 
als ime Berker gebot, 



115 

inde gaf den wiganden; 3630 

he vromede sie beim ze lande. 

du vorte der koninc Köthere 

drizic dusint over mere, 

linde zwen unde zwenzich kiele 

wordin geladen sclre. 3635 

dar vor vil manicli man, 

des vader nie ze Bare quam. 

Lüde diizzin die segele, 
die kiele giengen evene 

inde quämen in ses wochen 3640 

over mere gevlozzen 
hin ze Constantinopole, 
der vil meren bürge, 
eine m!le niderhalf der stat, 

dar holz unde geberge lach, 3645 

dar zugen ROtheres man 
under die boume lossam 
die ros üz den kielen, 
daz iz inwiste nieman 

over al Kriechenlant, 3650 

wie manich tüere wigant 
in den walt scöne 
brächte der koninc von Röme. 
an den lach die aide zucht 

unde die wereltliche vroucht,^) 3655 

die solde ein iegelich man 
wider sinen harren hän, 
sone worde die gruntveste 
nüwet der helle geste.*) 

Alse die helede gute 3660 

die seif gerümöten, 
dö zugen die Rötheres man 
under die boume lossam. 
dö sprach der koninc riche 



1) vrouchl hier vorhtj das im gedieht mehrmals die hedeutang 
,, Sorgfalt, eifer'* hat. Statt wereMiehe ist vielleicht tperdecttehe sa lesen. 

2) ,,So würde die erde nicht den feinden aus der hOlle zu teil". 
Schwerlich wird vorde zu lesen sein „so fürchtete die erde nicht das 
aufechätunen der hülle". 

8* 



116 

harde wisliche: 3665 

„vrunt inde man, 

ich wille vor Constantine gän, 

in walleres wise 

werven mine spise 

durch nümäris willen". 3670 

dö sprach von Tengelingen 

Wolfrät der junge man: 

,,dune Salt nicht eine dare gän. 

Berker ist ein wis man 

unde hat dir manigen rät getan; 3675 

wilt du, koninc here, 

behalden din §re, 

dan bidde mit dir gän 

Lüppolde den getrüwen man. 

nü nim daz guode hörn mtn, 3680 

daz sal die bezechenunge sin. 

die Krichen plegent sinne 

unde wirt din ieman innen, 

dich vänt Constantinis man". 

„introuwen" sprach Aspriän, 3685 

„vememe wir din hom, 

so ist die veste verlorn, 

die bruc nist nirgen s6 wit, 

so mir sele unde lif, 

vor wilecher sträze ich bestän 3690 

unde Widolt der köne man, 

dar wir der engeste pfat, 

den iechoin man gesach". 

Dö sluflfen die helede guode 
in pilegrimis gew6te. 3695 

der herzöge von Merän 
unde Lüppolt der getruwe man, 
die volgitin deme koninge, 
gände von der menige. 

Dö reit ein recke guote, 3700 

vor den walt her schouwete. 
Röther der riche 
gröztin gütliche 



117 

linde vrägete *) 

waz dar mores wäre: 3705 

„ich bin ein eilender man, 

nä miner spise möz ich gän. 

nü sage mir, trüch herre mtn, 

ich bin ein arm pile^im 

unde vare durch die rtche 3710 

vil gämerliche. 

s6 möz der nöthafter man 

dicke zö hove gän; 

dar vrägit man den wallere 

gerne nümäre. 3715 

sagistü mir icht durch goch, 

des wirt dir wole gelönöt". 

Dö sprach der helt tuginthaft: 
„ich sage der wunders kraft. 

hi zö Constantinopole, 3720 

der vil merin bürge, 
was ein reck^ here 
unde plach grözir 8rin; 
daz schinit mir immir an, 

her hat mer michil guot getan. 3725 

ime wären die vursten alle holt, 
her gaf in daz kreftige golt, 
daz ie sichein man 
zö desir werlde gewan. 

sin hof stünt offin vromeliche 3730 

den armin unde den riehen, 
die vundin an deme götin 
vatir unde mötir. 
sin wille was zö gebine. 

her neröchte nicht zö lebine 3735 

mit sicheinis scazzis ubersite:^) 
dar hetter urloge mite, 
her swante in nacht unde tac. 



1) Es fehlt das reimwort, vielleicht dräde. 

2) nbersite wol „missbrauch" „üble anwendung". Zum folgenden 
vgl, 1127 * ene erbarmet z6 Tiarde daz göV. Eother übte keine Schonung 
(^egen seine schätze. 



118 

swer iu dusint pfundo bat, 

her gab sie ime also ringe 3740 

also zwene penninge. 

beide, lierre, ich wil dir sagin, 

war umbe ich die rede hän irhaven". 

Röther [der] gerne viraam, 
waz her selve hette getan. 3745 

dö sprach der riche mere: 
,ich sage dir von deme harren, 
her was ötmote 
linde plach der bezzistin göte, 

die ie sichein man 3750 

zö der werlde gewan. 
iclit nelevet nichein zunge, 
die daz gesagen künde, 
waz her tuginde hat begän. 

her bereit die eilenden man, 3755 

arme kint heiz her vazzin imde baden, 
vor sich fiffe den tisc tragin. 
her gaben al daz her gewan; 
her neröchte wer iz nam. 

her vörte sulke degine, 3760 

daz under deme himele 
nie nichein virtriven man 
so gröze hereschaf gewan. 
Constantine deme riehen 

half er vrumicliche 3765 

von grözin nötin. 
lier vinc Ymelötin, 
der was ein heidin vreislich, 
deme dienten tagellch 

zwene unde sivenzic koninge 3770 

von wöster Babilönie. 
dö karte imse gedigine 
vröliche widere, 
her sante den wigant 

zö botin in daz lant, 3775 

daz her den vrouwen sagete 
waz her gevrumit havite. 



119 

hie zu Constantinopole 

in der merin bürge 

was daz scöne wif, 3780 

die ie gewan den lib. 

dar umbe hetter arbeit 

unde irwarb mit sinir hovisclieit, 

daz die magit lossam 

ir vater inran, 3785 

er sie wider quemin. 

dS heter ime zö löne 

unde vörte westert over jpere. 

daz was der koninc Röthere 

van Röme, ein tuginthafter man, 3790 

unde hat uns al lieb getan. 

nu vimim, guote pilegrim, 

we ime des gelönit st". 

Röther wolde dannin gän, 
dö sprach der helit lossam: 3795 

„beite, wallere, 
ic sage der starke m8re. 
alse min herre widir quam, 
ime inran der heidiniske man. 

dö sante der koninc Constantin 3800 

botin nä der tochter sin, 
sie Stalin sie deme koninge Röthere 
unde vörtin sie widir over mere. 
dö reit der koninc Ymelöt 

unde vörte manigin helit göt 3805 

har zö Kriechen in daz lant 
unde sti/te roub unde brant 
unde vienc Constantine, 
den leiden herreu minin. 

dö löste Constantin stnen lit 3810 

unde gaf daz Rötheres wif 
deme vreislichen koninge 
van wöster Babilönie. 
des sune sal sie nemin hinacht 

alse du selbe sen macht. 3815 

zö Constantinopole in der stat 



120 

sin mit grozer heres kraft 

drizic koninge 

van wöster Babilönie. 

dar stät Rotheres wif 3820 

linde quelit den erlicliin lib: 

van lierzeleide daz ist. 

nü se der w&ldendigei Crist, 

der Aspriänen sante, 

c dise tac wante".i) 3825 

de herren spräcliin: „amen, 

dat sto an gotis genädin". 

die recke[n] dravite balde 

widir zü deme walde, 

heize weininde, 3830 

sine bände wringinde. 

dö klagite der helit giiot 

der jiincvrouwen not. 

Eöther gienc in de stat. 
Berker sinin herren bat, 3835 

daz her würbe gewerliche. 
Constantin der riebe 
saz mit grözin kreftin 
zü einir wirtschefte 

uf einim erlichen sal. 3840 

dar was michil schal 
vor den riehen kuningen 
von wösti/' Babilönie. 
Köther (luam mit listin 

zö Constantinis tiske; 3845 

deme saz bi [der sun] ein koninc heiz Basilistium 
unde was Ymelotis sun. 
bi deme saz Rotheres wib 
unde qualite ir lib. 

Dö sprach Constantin: 3850 

„nü swic, tochter min, 
mir troumite nachte von der. 



1) Diese verso wcrdou nur yorstäudlich, wenn man die reimworte in 
sende : wende verändert, der ist dann -- daz er zu nehmen. 



121 

des saltü wol gelouben mir, 

we ein valke quäine 

gevlogin von Röme 3855 

linde vörte dich widir over mere". 

dö slouf Röther 

under tisc unde sin^ man/) 

daz man ir nicheine war nenam. 

dö hörter al daz Constanttn 3860 

redite mit den gestiche'-*) sin. 

Die heideniskin kuninge 
vrouwetin sich der menige 
linde sprächin: „queme Röther, 

er wurde irtrenkit in dem mere 3865 

odir bösliche virlorn, 
daz wäre Widolte zorn". 
dö sprach die kuningin: 
„owi, gesentin unse trechtin 

under üch so richin, 3870 

he worde etlicheme, 
daz lU in sivin nachtin 
virsmerze nine mochte". 

Röther sat näher 
üffe den vözschemil 3875 .. 

unde nam ein guldin vingerin 
unde gaf der koningin. 
dar stünt geböchstavet ane 
des riehen koningis name. 

aisin die vrouwe gelas, 3880 

daz Röther in deme sale was, 
dö lachite die göte 
unde sagetiz ir mötir, 
daz in von Bare 
der kiininc kumen wäre. 3885 

Daz lachin Constantin gesach, 



1) Das handschriftliche sin man kann vielleicht dadurch gerechtfertigt 
wurden , dass man annimmt, dass erst in folge einer interpolation Luppolt 
:{ü79. 97 und 4171 f. als begleiter Bothers genannt wird. Auch 393G geschieht 
Luppolts keine erwähnung. 

1) ge&tich coUective bildung ,, menge der gaste". 



122 

nü mugit ir hören wie her sprach: 

„wol dich, trüt toehter miu, 

nü vroiiwit sich der vatir din". 

dö sprach die vrouwe erltch: 3S90 

„daz ich ie gezornte widir dich, 

daz rftwit mich sere. 

ich negetöz nimmir mere". 

du sprach Ymelot: 

„vrouwe, ir liegit äne not. 3S95 

ich wene uns üwer lachin 

herzeleit icht mache 

unde wringinde die hende, 

swanne iz nimit ende. 

wir hötin unsich wole; 3900 

hie sint in deme sale 

der leidin spehere 

des kuningis von Bare. 

swer mir des nine gelouvet, 

deine gevich min houbit". 3905 

Dö sprach Ymelötis sune, 
der koninc Basilistium: 
„ich sach ein guot vingerin, 
daz gaf din tochtir, Constantin, 

der aldin kuningin. 3910 

Röthere is hie inne, 
der koninc von Röme, 
swie her here queme. 
des saltü wole gevvis sin". 

dö si)rach der koninc Constantin: 3915 

„ich hcze zwelf minir man 
vor dos salis ture stän, 
daz sie rechte irkinnin 
die wir haven hie inne. 

is Eöther dar under, 3920 

den have wir schire vunden. 
wolder aber her vore gfin, 
daz were ime Orc getan, 
e wir den koninc riehen 
söchtin lasterliche 3925 



123 

iinin vliiclitigin dieb. 

t oucli sinis rechtis niet,^) 

nan sin inne werde, 

er sich icht berelie". 

töther der riebe 3930 

sich /i^iVweliche. 
räch der herzöge von Merän: 
3ulin hie vore gkn 
5 des himiliskin koningis 

alles sinis heris, 3935 

er uns beide behöde 

sin ütmode 
ler heidenschefie, 
it sinir krefte 
m heiz gän 3940 

daz röte mere vreissam 
er israhelischen diet; 
elevet ein barin niet 
s meres gründe, 
er hat gebundin*) 3945 

ovil imde guot, 
lez widir inie duot. 
1 si wir reckin, 
unsin trechtin 

lütir linde liclit, 3950 

ilezi/ uns under wege nit. 
ite Giljes namen 
l ich endeliche vore gän" 
1 der herzöge von Merän. 

vin sich bit liste 3955 

!rren vonme tiske. 
re dö vore gienc: 
)in sicherliche hir. 
scouwe wer so wille". 
chen koniuge alle 3960 



) ,,Es iat seinem »taudc nicht angemessen^'. 

) ,,Hält gebunden, vereitelt ihre plane?*' Der Zusammenhang dieser 

mterpolirteu steUe ist schwer verständlich. 



124 

drouweden ime an den lif; 
daz galt etlicher sint. 

Do sprach Ymelötis siine, 
der koninc Basilistium : 

„ich Wille dich heizen, Röther, 3965 

irtrenkin in deme mere. 
da vengist den vater min, 
daz gät dir an den lif din. 
du most verloren Werdin, 

swie du wilt irsterven". 3970 

„introuwen" sprach Constantin, 
„hc sal ovele irstervt'/ sin", 
dö sprach der koninc riche 
harde wiscliche: 

„w6r mir nü der lif, 3975 

sone mochte ich doch genesen nit. 
sies du jenez geberge stan 
vor deme walde lossam? 
dar wil ich hangin. 

nu gobuet dinen mannin, 3980 

daz sie der helfen dar zö. 
du Salt mer selve den döit tön; 
iz ist in mime lande recht" 
sprach Kuther der guode knecht, 

.,5öwaz einen vorsten gesche, 3985 

daz iz der ander ane se. 
hie ist ein michil minie, 
drizic koninge, 
die kumin dir alle 

unde hant mich in dem scalle, 3990 

daz ist dir cre getan, 
fdö gienc Ymelötis man] ') 
du htlst dich wol gerochin". 
daz wart durch list gesprochen: 



1) V. 31»i>2 passt durchaus nicht in den Zusammenhang und beruht 
vielleicht auf einem misglückten versuch des Schreibers ein unvollständig 
überliefertes verspaar zu ergänzen. V. 31)1)3 ist jedenfalls noch von RothBr 
gesprochen. Daran knüpft der dichter die crklärung, warum sich Bother 
gerade diesen platz ausgesucht hat. 



125 

3 sich bat hän, 3995 

ch sin here näin, 

chenede rechte die stat, 

e riese Aspriän lach. 

melöt heiz die koninge 

^öster Babilonie 4000 

re van, 

•Idin selve hän. 

awen" sprach Constantin, 

vvillich helfe wesen din, 

3 uns icht inrinne. 4005 

ilde mit deme barde, 

öwit die lüde harte 

jrverten ovir lant. 

wir sie alle samt, 
vreiskin die Romere 4010 

nimmir mere, 
ie koninc si kumin, 
tvie her sin ende have genomin", 
är nä den stundin 

re wart gebundin. 4015 

äten Ymelötis man. 
arte trüren began 
nge koninginne 
virwandelöte die sinne 
rözir herzeleide. 4020 

unde weinin 

die vrouwin 
iezendeu ougin. 
rfte nieman vrägan. 

igete wif unde man 4025 

:6theres not; 
alf der riche got 
de, daz her in benam 

koninge vreissam. 

otheris hähin 4030 

1 so witine märe 

nstantinopole, 

il meren bürge. 



126 

den kuiiiii wijrandin 

uz van Hiunigin landin. 4035 

<iie liefin weinande 
t'ine jstraze zu tale. 
niichil was der ir schal, 
sie sj>racliin: „waldindijrer j^ot, 

war iinibe has du des virliengut, 4040 

daz her hie gebunden stat, 
der unsieh al generet hat**? 
Do hette gehuwit liarte 
mit düsint marken, 

die ime Kuthere gaf — 4045 

ime dieneren in der stat 
sivin Imndrit lossani, 
die warin mit handin') sine man — 
der heiz grave Arnolt. 

her hette silver unde golt, 4050 

des was der lielit milde, 
zweit* hundrit sehilde 
brachter z6 deme schalle 
unde bat die herren alle, 

daz sie lösten mit iren lianden 4055 

Rutheren uzen bandin. 
..nü stat her gevangin 
unde wirt her hüde gehangin, 
sone virwinde wir in niet. 

in nemach euch die romiske diet 4060 

nimmir mcre virklagin. 
ir nehortit'-*) nimmir [mer] gesagen 



1) Bezieht sich auf den bei der lehnshuldigung eingehaltenen gebrauch, 
dass der maun dem herrn die gefalteten hände darreichte, der tie rwisdlMi 
die seinigen nahm. 

2) Hier tritt das erste Münchener fragment ein : Mrmt» fUr geaagtm 
von sineme gnoze selten, vcir suln im huite gelten^ daz uns dtr tugmthttfi* 
man von den dürftigen nam. nuota, guote chnechtet lat ig o» iwfmii 
trehtin, helfet ime frumicliche! ia dienet ir daz gotes rieht : twXherimU» 
hie Wirt enlagen, des sele muz gnade haben*' tprcth AntoUt ein gmot dkMdU 

,,/uoren wir daz gotes recht! die heidene snln veir ItttUtn, da dtnck« «dk 

sanete Johannes an der heilige daz Ruother teere der uUm* twitU 

man der t e . . . . 



127 

von sinen genözc [injselden. 

wir sulin ime hüte geldin, 

daz der tugenthafter man 4065 

van deme armöte iinsich nam. 

nü när, göten knechte, 

h\t it an miuen trechtin 

linde heifit ime vrömicliche. 

ir virdiuet daz himilriche" 4070 

sprach Arnolt ein göt knecht, 

,ja vöre wir godis recht. 

swer hie hüte wirt irsclagin, 

des sele sal genäde havin. 

die heiden sul wir slän. 4075 

dar denke Sancte Ylien an 

unde sanctus Johannes der töufere, 

daz Rothere were 

der aller türiste man 

der ie konincriche gewan". 4080 

Do scluffin die recken 
in staline röche, 
sie wunnin ein herliche schare, 
vunf düsint wole gare. 

die woldin alle den lib geven, 4085 

se nelösten Röthere daz leven. 

Sic huoven mit grözer menige 
drizic koninge 
von wöster Babilönie 

üzer Constantinopole. 4090 

dö vörte der Ymelötis sune, 
der koninc Basilistium, 
Röthere gevangin 
unde wolden haven irhangin. 

michel was der ir b[a]racht. 4095 

sie vörden in üz der stat, 
wol z§nzic düsint Valewin 
mit in zd deme galgin, 
unde als6^) manigin heidin. 



1) Rückseite des ersten Münchener fragments: (mant^)«n htidtn. do 



128 

du was deme recken leide: 4100 

Amolt der wigant, 

eine kefsin her an daz sper bant, 

die her in deme tome nam. 

sie refen unsin trechtin an 

unde dravetin in üz der stat na. 4105 

in was üflfe daz velt gä 

mit vunf düsint mannin 

in snßwizen brunien. 

Alse Ymelüt daz gesach, 
nü müdir hören wie her sprach: 4110 

„woch geniz sint die recken, 
die woldin uns irsreckin. 
an den gerechich minin zom. 
sie havent ouch den üb virlorn". 

Die beiden begunden nähen 4115 

dar man Röthere solde haben, 
dö riefin sie allenthalven: 
„nü richdit üf den galgin"! 
daz irbarmöte die recken s§re; 

ir weinte michel mere, 4120 

dan er e täte, 
dd was her in starker nöte. 
Amolt, der köne man, 
rief die eilenden an: 

„nü höret, göte knechte, 4125 

war umbe wir hüte vechtin. 
uns sint gebotin zwei lön 
(wi mugin iz deste gemer tön): 
daz eine ist sichirliche 
daz schöne himelrtche: 4130 



was den rechen laide: Amolt der tßxgant, eine eh^se er an «t'n »per bantt 
die er in deme vrone tuome nam. sie riefen unseren Herren an ttmde iUen 
in uz der stete nach, uf daz velt was in ml gach. (4107. 8 fehlen) aUo ä 
Imelot ersach, nu muoget ir hören wie er sprach: ,Jenez tint dt« recAm, 
die wolten uns erscrechen, an den erriche ich minen xorn^ ti habaU ocA üiUe 
den lip verlorn''. (4115—42 fehlen) Der heidene wicgeruste was harte ve»te. 
si truogen hurnin gtcant. die chefsen man hoher gebant vor den eJmone» 
rechen, si d{rav)eten gegen der 



129 

sw^ hie ligit tot, 

des sele wirt geledigöt 

iii daz wunnicblicbe leven. 

waz mochte dar bezzeris sin gege vin? 

daz ander ist also getan: 4135 

generder den getrüwin man, 

er vörit üch in sin lant 

unde behalt unsich alle samt". 

dö troveten ime die ougin. 

mit rechtime gelouven 4140 

bestündin sie die heidinschaft 

unde sclögin ir eine michele kraft. 

Daz heidine wicgero^ste 
daz was viie vaste. 

sie trougin hornin gewant. 4145 

die kefsin man over bant 
vor den könin reckin. 
sie hoven sich gegin der dicke, 
daz heilichdüm vor ze vorderöst. 

sie vuclitiii üf den godis tröst 4150 

mit s6 getäneme härme, 
daz in vor deme arme 
nicht inmochte bestän, 
iz nemöste alliz undergän. 

Die heidenen unde die Valewen 4155 

wichin von deme galgin 
durch die michelen not. 
dar lach manich helet döt. 
Arnolt, der wigant, 

gaf daz zeichen üzer hant 4160 

unde zouch ein swert daz hiez Mal. 
iz inwas negein stäl 
so hart noch so vast, 
iz nemöste bresten. 

des nämen von sinen henden 41 Co 

der koninge sesse ir ende, 
swaz he der andren ane quam, 
den tede he sicherliche sam, 

König Eotlier. Q 



130 

biz he in den herren benam 

unde Berkeren von Merän 4170 

unde Lüppoldin, 

den sie dar hän woldin. 

die böch newiile uns missesagen, 

iz nemochte ire nieman achte havin. 

die dar wären schadehaft, 4175 

si jähen iz däde die godes kraft. 

Alse Röther gesach, 
dat Amolt bi ime was, 
dö sprach die koninc rtche 

harde vromeliche: 41 SO 

„snitä, köne wigant, 
mi die bände von der hant! 
unde gebläs ich min horin, 
ir wirt michil m8 verlorn 

dan ir noch si getan. 4185 

uns kumit der helet Aspriän". 

dö die recken daz vemämen, ^ 

wie vrö si alle wären! 
in was zö deme storme vile lief, 

si nedächten an die vlucht nit, 4190 

die könin wtgande. 

Do stündin in deme sande 
dannoch siven koninge 
mit achzich düsint menie. 

lüde dö ein hom scal 4195 

over berich unde dale, 
daz bles Rötheres man 
Lüppolt von Meylän. 
lüte rief Aspriän : 

„min here ist weizgot bestän. 4200 

wol üf, helet Wolfrät I 
ich wene dinen neven not bestat 
nü wil ich Rötheres gedagin, 
inde wirt Lüppolt irslagin, 

he mochte uns imer rouwin, 4205 

hö ist gruntveste allir trouwe". 

Widolt gächete balde 



131 

üz deme walde. 

wie die balsberch kianc, 

dar he over die strüke spranc, 4210 

imde der heiet Aspriänl 

die zwelef riesen vreissan 

liefen ra inde siech. 

dar volgete manich göt knecht 

deme Tengelmpere ; 4215 

h6 brächte ein here mSre 

üz deme walde lossam, 

daz wären Rötheres man. 

dar gächete manich wigant 

wal gewäphenet over lant. 4220 

Der luden wart allinthalven. 
sie lösten in von deme galgin 
unde hörten die erden biven. 
dar liefen dö mit nide 

zwene riesen vreissam; 4225 

der eine was Aspriän, 
der ander was Widolt; 
verre lüchte ime daz golt 
von des skildis rande. 

Ymelüt irkande 4230 

Rötheres sinne: 
h8 wolde gerne intrinnen. 
dar wart die vlucht vile gröz. 
der wint von Aspriäne döz. 

Röther gienc ingegin in, 4235 

he sprach: „köne helt, virnim, 
die dort vor Lüppolde havin, 
den nesolin die riesin niuwet scaden. 
mir haven die selve herren 

geholfin grözer erin. 4240 

in trouwen, ich was gevangin, 
mich wolden hän irhangin 
die vreisliche koninge 
von Wüster Babilönie. 

wirt dar icht widir getan, 4245 

daz läz ich also bestan". 

9* 



132 

lüde rief do Grimme: 

„sine koment niemer hinne". 

Die riesen liefen alle in daz wal. 
dar wart des heres michil scal. 4250 

dar sclufh der lielet Aspriän 
alliz daz he ane «inam. 
Widolt nicht insprach, 
biz ime die stange zebrach. 

du zoucli der grimmige man 4255 

ein wafeii daz was vreissan. 
dö lugen üf den doden 
die tüere mar verscrodin. 
von den wiindin vloz daz blüt, 

da Wolfrat der helet got 4260 

zö deme volcwige quam 
unde andere Kotheres man. 
die könin wigande 
die vromeden mit iren banden 

daz man imer moz sagen, 4265 

wände wir daz orkunde havcn 
von den alden hOrren, 
die uticli vertrieven wären.*) 

Sich betten die siven koninge 
besundret von der menie 4270 

unde vluwen vreisliche dannen. 
Erwin rande ir einin an 
unde sclocht den selven välant 
durch sin hornin gewant 

von der aslin biz an den sadel. 4275 

da räch der helet sinin vader. 
ir wurdin vuuve irhangeu; 
iz was in ovele irgangin, 
sich höf der uncristine val. 

die siechen lagen in den wal; 4280 

swä sigein we rief, 
Widolt in ane lief 



1) Diese beiden vurBe sind nicht ganz vorständlich. Unter den oMen 
hirren (diu besserung al den htrren liegt nah) können nur Rother and seine 
mannen verstanden werden. 



133 

imde trat eme in den munt, 

der newart nimer gesunt. 

sie möstin durch not dagen 4285 

imde beiden düme[n]s tagis, 

daz dar nieman genas. 

Ymelöt, des die reise was, 

den h6z man hine läzen 

varen sine sträzen, 4290 

daz he dar heime mochte sagen, 

wer ime daz volc hette irsclagin. 

Dö wären der spilemanne 
wol hundret mit in gegangin, 

die heiz der helet Grimme 4295 

durch Ymelötis willen 
bit den zugeweichen staven 
vaste recken unde slän. 
dö vlü ein spileman, 

die Widolden ouch hie vore intran, 4300 

vor Constanttnen den rtchen 
harde hasticliche. 
dö vrägeten die vrosten alle 
Yon deme grözen scalle, 

der da ze velde were. 4305 

„ich sage ü starke mßre, 
sich hat irlerfiget der hafte; 
sie rident here mit heris krafte. 
swer ungeme hange, 

der nesizze nicht zö lange. 4310 

dar gevet der helet Widolt 
beide spise unde solt*) 
den heidenischen reckin. 
ich wart dar nider gestrecket, 

ich wart bevilt unde bescoren, 4315 

ich hette nach den Itf verlorn, 
ich wil iz ü wärliche sagen: 
die turlichen bulslage 
gaf Widolt mit der stangin. 

1) Vgl. 1712 dar gaf einer daz föter. 



134 

Basilistium ist irhangin. 4320 

iz negät dar niemanne an den v5z, 
man döt ime gare des Itves bdz. 
der tüevel nimc/ och mir den sin, 
daz ich so hovebäre bin 

unde och s6 lange hie stan. 4325 

nü vräget ouch einin andren man. 
swer hüde wirt begriffin, 
der ist immir beswichin". 
die hfteven sicli ze vluchtin. 

dö saz in leiden trechtin 4330 

Constantin der riche 
ime harde lasterliche. 
Dö die wtgande 
von römischen lande 

üz demo stürme giengin 4335 

unde die ros geveingen, 
dö hette Wolfrätis zom 
gemachit blutige spor[n], 
dife gerwunfl^in; 

manigen ungesundin 4340 

durch den heim verscrötin. 
minigin helt götin 
vromete der wtgant 
mit siner ellonthafter haut 

zc leiden tagedingin. 4345 

er was von Tengelingin, 
der düresten diete, 
riche an overmüde, 
mit wisdümis sinne. 

der liz ouch stme kunne, 4350 

daz tö imer vorsten namen^) hat 
die wile daz dise werelt stat. 



1) Dei reichsfUrstenstaud beruhte ursprUnglioli nicht auf kaiaerlioher 
crhcbung, sondern auf einem durch besitztum, horkunft u. 8. w. begrfindet«n 
ansprach, zu dem kaiserliche anerkennung hinzutreten mussto. In der mitte 
des 12. jahrh. konnten auch grafen wie die von Tengelingen als reiohiflirBten 
gelten. 



135 

Do ginc der herzöge von Merän 
vor den gräven Arnolde stän 

unde mit ime Wolfrät, 4355 

der alliz guot verdienet hat, 
unde Erwin, der sich ie vore nam, 
swä man vromicheide began 
vrö unde späde; 

he konde wol geraden 4360 

eime götin knechte, 
daz ime sin dinc rechte 
beleif unz an sin alder. 
den mochte man wole behaldin. 

nach den ginc ein wis man 4365 

Lüppolt von Meylän, 
der hatte in sime lande 
gewonit äne scande 
unde was durchnechte 

bit züchten an o verbrechte. 4370 

he wiste wol ze rechte, 
en betten göde knechte 
gevört biz he swert nam. 
Köther unde sine man 

bodin Arnolde, 4375 

of he iz nemen wolde, 
sie wenn ime ungeswichin 
zö allen sinen sachen. 
do le veter äne sorge. 

daz heter irworven 4380 

in deme volcwige 
mit sinen könin live, 
von du wirt iz ime lichte göt, 
swer s6 icht vromelichis getöt. 

Sich beriet der helet Aspriän, 4385 

wie iz Constanttne mochte irgän. 
„dar möz he" sprach Grimme, 
„in der burich brinnen. 
nü neme wir die tochter sin, 

nä der wir gevaren sin, 4390 

unde tragen daz vür an. 



136 

Widolt sal vor die dure stän:^) 

swer dan dar üz gkt, 

wie wol uns dß gerichit dat! 

virmissit sin der helet göt, 4395 

wir lazenz immir äne not". 

„entrouwin" sprach Aspriän, 

ir läzit die burc stän. 

sich havent dar geiäzin nidere 

der zwelefboden sivene-) 4400 

unde die vile göde 

Constantinis möder, 

Helena, die daz crüce vant, 

dar got die werlt ane intbant, 

nach der fiflferstande 4405 

löste mit stner hande. 

der Adamen valde, 

er nicht vermtden newoide 

daz ime der aide got verbot.^) 

die unsich hat gebiledöt, 4410 

her hettis allia gewalt. 

beide berc unde walt 

scüf her unde die lüfte 

mit sinin mänkrefte. 

swer deme icht gedienit, 4415 

deme wirt wol gelönit, 

daz ime sine dinc wole Stent 

unde ime nimmir me zegent 

von ewin wan zen ewin. 



1) Vgl. V. 3603—11. 

*i) Bei dieser dem interpolator angehörigen beratung über das Schicksal 
Oonstantinopels hat der Wolfdietrich vorgeschwebt vgl. in der bearbeitnng 
H 925 Vil lüte ruofte lidche ein fiirsU\lohesam „mir hänt die burgeere vil 
ze leide getan, diu stat diu muoz verbrinnen^* sprach der küene mant „ich 
gibe in des min triuice, ez muoz in an daz leben gän". 926 Xeinä lieber ge- 
sellt* sprach Wolfdietrich, „du soll ir gerne schönen^ daz stdt dir tugent» 
lieh, sich hänt hie nider läzen** sprach der küene man „der xwel/boteM 
sibene des suln unr si geniezen län**, 

3) Der Zusammenhang dieser verse mit den vorausgehenden ist nicht 
ganz deutlich. Mit dem, was der teufel nicht unterlassen wollte, scheint 
der tod Christi gemeint zu sein. 



137 

nü sconit des aldin herren" 4420 

sprach des riese Aspriän, 
„daz diinkit mich göt getan". 

Widolt vorchte den heilant, 
des wart he over alle die lant 

gemeine sit den recken. 4425 

her sprach: „heiliger trechtin, 
waz woldis du minis armen man? 
nü ich die wizze nine hän, 
so der lif irstervit, 

waz sal der seien werden? 4430 

owi daz ich ie geborin wart! 
mir riet der tüvel sine vart, 
daz ich arme töre 
die burc wolde zestören. 

groz sint mine sculde. 4435 

ich hette dine hulde 
gerne, trechtin here, 
imde vorchte vile sere, 
so du mich lieze gewerden, 

du läzes mich irstervin 4440 

also in minin sundin. 
nü ist daz afgrunde 
gesezzit den unrechten, 
wie harde ich vorchte 

sanctum Michäelen. 4445 

er ist tröst allir seien, 
vor deme der tüvel gelac — 
her tede ime einen michelen slach — 
in vüre und in glüde. 

von sime overmüde 4450 

is he verstözen 
von allin sinen genözin". 

Die riesen allentsament 
worfln die stangin üz der hant. 

durc den ewigen got, 4455 

der in ze levene gebot, 
liezen sie Constantinople stän; 
iz newäre anders nicht getan. 



138 

Rüther beiz vor sich gän 
Lüppoldin den getr&win man 4460 

unde Berkeren den riehen, 
der riet ime wisliche. 
he sprach: „nü scöne, koninc hdre, 
godis unde diner sele, 

des hästü gröze ere, 4465 

unde heiz die burc läzin stan. 
wirt Constantino icht getan, 
s6 st wir sculdich irkorn 
unde sin eweliche verloren. 

Constantinum den rtclien 4470 

vorchtich vreisliche. 
nü sal he des geniezen. 
der uns gewerden hieze, 
got der giidit harde vil. 

swenne sich der mensche ovir wil, 4475 

so tut he unrechte, 
ja sprichit unse trechtin, 
swer in bit trüwen meine, 
der si in ewin reine. 

nü sende, trüt lierre mm, 4480 

nä deme wive din". 

Do sprach der koninc riche 
harde wiscliche: 
„sint mir der vater starf 

und icht der bevolen wart, 4485 

so werest du minir eren 
wiilich im mir mere. 
du trüdis mich nacht unde tach, 
daz mir ze leide nicht gescach 

unde du zugis mich alse din kint — 4490 

daz wären kristenliche dinc — 
unde lerdis mich göde knechte 
haven nach iren rechte, 
nü läze dich got der guode 

durch stn otmöde 4495 

geniezen aller trüwin. 
du salt mich immir rouwin; 



139 

is daz ich dich overleve, 

sone mochte mir nimir leidir wesin". 

Des koningis geköse 4500 

was ime valslöse. 
sie höten sich der sunde. 
done dorsten se vor den scanden 
gereden nehein helet göder, 

wan des ime was ze möde 4505 

wider iegeltchen man. 
dö wären die vorsten lovesan 
unde leveten inme rtche 
mit trouwin städicliche. 

Constantin der riche 4510 

der vorste ime vreisliche. 
h^ sprach z6 der koningin: 
„owi trüt vrouwe min, 
daz ich ie den lif mtn gewan! 

mich slänt Rötheres man. 4515 

wie grözer kintheit ic gewelt,^) 
daz ich ime sin wif nam! 
dar gescach mir ovele an, 
iz was euch alliz äne not. 

he hette mir wol gedienöt. 4520 

des wol dich deme riehen 
hüde bösliche 
lönin mit deme galgin. 
iz begegenit allinthalvin 

dicke den man, 4525 

swaz he dan hat getan, 
die gröve hetich gegravin, 
ic möz dar selve in varin, 
so iz allir wetliche^^ ist, 

mich innere der wald^nrfige Crist 4530 

unde die güde koningin. 
nü nim die scöne tochter mtn 
unde vöre sie deme helede 



1) Es fehlt ein ven mit entsprechendem reim ohne dass eine lücke 
im sinne hervortritt. 



140 

üz der burc intgegene 

unde bide in durch got den gödin 4535 

gedenkin iiiinir node, 

daz he mich hvze genesen. 

ich wii imuiir me wesen 

zö Constantinopole werchait, 

daz man sit biz an den tomis tach 

») 4540 

daz he ze Constantinopole hat getan, 
do in Eöther nine Uz irhän*\ 
Do sprach die koningin: 
„wes vorstis du, Constantin? 

der helfint die konini^^ 4545 

von woster Babilönie, 
daz du Rötheren häis. 
waz of du in noch geväis? 
dinis overtrftwen^ sca[n]den,2) 

ich nemochtis dir ze . . . nie gesagin. 4550 

da versmädes harde got, 
der uns ze levene gebot, 
unde volgedis deme vertrivenin, 
die legede[n] dich dar nidere. 

umbe diesin wer iz bezzir; 4555 

gener leget dich in daz wazzir,^) 
dar du inde dine gadin 
nemugin geswimmin noch gewadin. 
von du machdü wol verstau, 

daz nechein dinc dem man 4560 

grözeren scaden düt 
dan der leide overmüt, 
dar von der tüevel gewan, 
daz ime nimer zeran, 
ochis noch achis 4565 



1) Es fehlen wahrscheinlich 2 verae, des inhalts: (dass man bis ram 
jüngsten tag) von mir sagen soll: dass was er einst verschuldet hat, hat 
er durch das wieder gut gemacht u. s. w. toercha/t in y. 4539 {werohaft hs.) 
,, tätig, arbeitsam". Bück, liest verhaft und ergänzt anders. 

"2) „Den aus deiner Selbstüberschätzung erwa'hsenen schaden (?)" 

3) Die höUe ist gemeint. 



141 

noch allis ungemachis, 

des hat he immer genüch, 

und giveris och dir, of du nä ime düst". 

Constantin saz in trechtin, 
wie he genesen mochte 4570 

vor Rötheres gestin. 
dö dächte he des bestin, 
sine tochter heiz her vore gän 
in ire gewande iossam. 

dö zierede [man] megede unde wif 4575 

mit vlize den iren lif; 
sie trögin kurzebolde, 
gelistet mit deme golde, 
unde mit edelen gesteine 

gewiret vile kleine. 4580 

vor Constantinin den richin 
giengen gezogenlichen 
achtich scöne vrouwin 
mit*) goldinen krönen. 

Dö quämen die zeldere inde die ros 4585 

üflfe den Pöderamus hof. 
da klappende daz gesteine 
mit den isperlin kleine 
an den vorebougin. 

mit samite grünin 4590 

wären die sadele bezogin, 
iz inhaven de buche gelogin. 
dar säzen Constantinis kint 
üf ein sidin gewin/. 

der koninc reit äne sine man 4595 

under den vrouwin lossam. 



1) Hier beginnt das zweite Münchener fragment: guldinen eronen. 
man zoch da zeiter unde ros an den Podrammes hof. da claffete daz ge- 
steint uf isperlin clainen an den furbuogen. mit sabene gruonen waren 
die satele bezogen, uns nehaben diu scophbuoch gelogen. do saz daz Con- 
ttantines kint uf ain sidin gwint. der chunec rait ane alle sine man under 
den frouwen lussam^ neben der chunigin und bi der lieben tohter sin, der 
luhte ein carbunkel — der wart nie tunchel — obene uz der throne, aheee 
froutcen scone fürte der chunec Constantin mit der lieben tohter «in ... . 



142 

bi deme reit die koningin 

unde die lieve tochter stn. 

dar lüchte ein karbunkil — 

dar newart nimmir dunki/ — 4600 

ovene üz der krönin. 

achzich vrouwin scone 

vörde der koninc Constantin 

mit der Kevin tochter sin 

Rotbere deme lielede 4605 

uz der biirc intgegene, 

daz sie deme Ilotheres .... 

') 

Wie die zoume khmgin, 
du die vrouwin drungin 

üz der burc in widerstriti 4610 

dar lüchte daz Rotheres wip 
vor andren wiven over lant 
als ein bernender jächant. 
daz irsach der gräve Erwin, 

he sprach zö deme harren stn: 4615 

„dar komit din leide swägir, 
du salt in wol intfahen. 
gedenke der aldin züchte und erin, 
wie hie bevoren die herren 

ir leit liezin durc got. 4620 

nu nemache der 2) werlde necheinin spot 
an deme gödin knechte, 
daz komit dir rechte, 
nü der kuninc Constantin 
ridit üz intgegin dt, 4625 



1) Schluss von 4G07 und 4608 (bis auf den letzten bachstaben . . . r) 
sind ausradirt. 

2) Bückseite des zweiten Münohener fragments: werlt nshein tpot 
an deme guoten chnechte. herre dax chumet dir rechte, Sit der ehuHee Com- 
stantin ritet uf die gnade din, nu laxe ime sinen lip ; er bringet ein 9U 
seone wip**. „ex wäre des halp vil woV* sprach Asprian f,wurde im dtA 
ein mulslac getan** Berther der riche sprach do wisliche: neina, helt AtprUm^ 
din zucht sol huite für gan. sit er under die frouwen ist ehotnen tmd heter 
minen chinden benomen allen den lip, so rmiosen wir eren disiu wip am 
dem chuninge oder ix chome uns vil übele. swenne der 



143 

daz du ime läzis den lif. 
he bringit dir daz sconiste wif *. 
„iz were vil wol" sprach Aspriän, 
„worde ime ein bolslac geslän". 

Dö sprach gezoginliche 4630 

Berker der rtche: 
„neinä, herre Aspriän, 
hie sal die ziicht vore gän; 
uü he imdir den vrouwin ist komin 

imde hette her beniimin 4635 

allin minin kindin den lif, 
wir salin eren dise wif 
an deme riehen koninge, 
iz queme uns anders ovele. 

alse der man genädhin gerit, 4640 

iz ist recht der in gewerit". 

Köther der riche 
sprach gvöcliche: 
„nü när, wigande, 

von römischen lande! 4645 

intfät Constantinin 
durch den willin minin!" 
dö ginc der herzöge von Merän 
iutgigin der vrouwen lossam. 

Lüppolt unde Erwin 4650 

iutfiengen die koningin. 
Röther kuste sin wif, 
si was ime alse der lif. 
he kuste ouch die aldin koningin 

unde heiz si willekome sin. 4655 

Wolfrät der wigant 
nam Constantine bi der hant. 
du in Widolt gesach, 
ovilliche he sprach,^) 

her lach inde beiz in die stangin, 4660 

daz die vöris flamme 
dar üz vören dicke, 



1) Wol sack. 



144 

die vrcislichcn blicke 

sach man an deme könin man. 

dar nemochte neman z5 gegän, 4665 

sine rededen ime vil evene midc. 

he liof die meisten imside, 

des he inimir began, 

ze wilichen hantwerke he quam. 

Wie rechte die koningin gesach 4670 

daz Widolt unsitich was! 
zö Constantino deme riehen 
sprach si gezogeuliche: 
„du solt vor Küthere stan. 

dort steit Asprianes man: 4675 

sin gemöte ist herte. 
waz of dich dinis gevertis 
noch hüde selve irvilt? 
nü warde wie jenez kint spilit, 

daz ime die vuirfiammin 4680 

scrickint fiz der stangin. 
wene durch des koningis ere 
dune bescouwedis nimmer mere 
weder lüde noch laut, 

dich slöge der selve välant. 4685 

inbreche her von den lannin, 
din levent were irgangin". 

Die koningin ir tochter nam, 
. eine vrouwe lossam : 

„Rüther, herre min, 4690 

diz ist die echone din, 
die nim in dine gewalt, 
swie du gebüdist, helet balt. 
got löne dir maniger eren 

unde allin disin heren, 4695 

die si zu mir hänt getan. 
Berker von Merän, 
du bist ein üz irwelet helt, 
zö allin trouwin irwelt, 

unde irkennis och unsin trechtin. 4700 

din mödir müze sälich sin, , 



145 

daz si dich ie getrüch. 

du bist biderve unde gdt. 

din zucht is hüte wole sein, 

stt der koninc Constanttn 4705 

mit deme IJve intgät, 

so vile he dir leides getan hat". 

si sprach deme götin knechte 

wol mit grözeme rechte: 

im was ie allir haz leit; 4710 

des beherdint die buch die wärheit. 

D6 sprach der koninc Constantin: 
„Röther, live h^rre mtn, 
heiz Arnolde here vore gän, 

ich wil deme tugenthaften man 4715 

durch sine dugint gevin, 
daz her immir samfte mag levin, 
der dich nerin wolde". 
dö kronete man in mit golde 

unde lech ime ein laut dar. 4720 

dö wart he koninc n Gr^ciä. 
die vonf düsint herren, 
die mit ime geriden wären 
üz der burich lossam, 

die wurdin bit banden sine man. 4725 

dö reit he vröliche 
in daz sin riebe 
inde levete mit grözin 6rin, 
die hetter immir mere 

bizze an sinin tot. 4730 

sus wart ime gelönöt. 
gedächte des noch etllch junc man — 
iz nistünde ime nicht ovele an — 
unde dienete vlizliche, 
ime lönete etliche. 4735 

Die herren rümpten iz dar. 
Araolt vor in Gröciä. 
die koningin ginc umbe 
unde kuste besunder 
allo Rötheres man. 4740 

König Bother. \0 



146 

si heiz sie gode bevolin varin. 

Wolfrät der wigant 

nam aclizicb düsint bi der hant 

und brächte si vile seire 

zü eime seonin kiele, 4745 

die vörde der koninc Röthere 

mit sinerne wife over mere. 

dö heiz der riese Aspriän 

die lüde in den kiel gän. 

die heren vören alle samt 4750 

wider hein in ir lant. 

dö reit der herre Constantin 

unde die riebe koningin 

z6 Constanttnopole. 

der mären bürge. 47W 

in neroii sin tochter nicht: 

Rütheres ere was ime lief. 

Die kiele begimdin evene gän. 
Röthere unde sine man 

vören vröliche 4760 

ingegen römeschew riebe 
her wider ze Bare uf den sant. 
dar vromete man ros unde gewant 
und alliz dat in deme kiele was. 

die vrouwe Pii>inis genas 4765 

an deine selveii tage, 
dö si (]urimcn zö deme Stade. 
Lfippolt der getrüwe man 
geinc vor Rötheren stän. 

he sprach : ,,vrö weset, herre, 4770 

der lieven nimcre 
die ich iu willin sagin. 
iur wif hat ein in sun gedragin". 
der koninc vor leive up spranc: 

,.here got. nü havc danci 4775 

waz du genäden hast getan 
zü mir vil sundigin man! 
ich sie wal, dO bit di bestät, 
dat ime nimmer zegät 



147 

des ewigen richis. 4780 

du hilfis ime städencltche". 

Sic büven capelläne, 
dö sie die rede vernämen, 
unde touften daz kindelin, 

daz wart geheizen Pippin. 4785 

dö quam vil manicb amme 
in die burc gegangin 
unde zugen daz kint bit vorten. 
sin beslif it Berten, 

eine vrouwen vile gut, 4790 

die Sit Karlen getrftch. 
von du nesulit ir dit lit 
den andren gelicbin nit, 
wandit so manich recht hat, 
danne ime die wärheit instät.^) 4795 

Röther in deme hove saz: 
wie michil dat gedranc was 
vor deme koninge lossam! 
dö hugede iegelich man 

wider heim in sin lant, 4800 

wände si in der herverde 
manige zit harde 
hetten gewunnin. 
beide alden ande jungin 

bädin in gevin urlof, 4805 

si woldin rümen den hof. 
der koninc sich in zö vözin bot 
unde bat si durc got: 
„neinä, mäge unde man, 

ir sult mit mir bestän. 4810 

nfi wart durch got scöne, 
biz ich iu gelöne. 
iz wäre die meiste scande 
die in sicheine/i lande 

ie ^uich man gesach". 4815 

manich gut knecht dö sprach: 



1) Vgl. V. 3490. 91. 

10* 



148 

„nein ir, herre, wdzgot, 

ir havet uns wal gelönet". 

dö sprac der riese Asprian: 

„wir sulin hie bestän. 4820 

ich nekome nimmir hinne 

äne des koningis minne'^ 

Röther der riche 
lönede vromicliche 

den güden knechten allent samint. 4825 

P^ch he die riehen Scottelant 
unde]*) deme helede Grimme, 
der büete dar inne 
bit michelen eren. 

Aspriäne gaf h6 R6mis 4830 

unde loch ime die marke, 
der hette gedienet starke, 
den zen riesen^) allent samt 
l§ch he die riehen Scotland. 

Zotringin unde Bräbant, 4835 

Vriesen unde HoUant 
gaf he vier hören, 
die mit ime wären 
dz ir lande gevarin, 

die betten herzogin namen. 4840 

h§ merten allin ir gut, 
sie betten ime wol gedienöt. 

Rötber saz bit voller hant 
und deilte widene die laut, 

he rtchede manigen. 4845 

Erwine gaf he Ispanien. 
Sassen unde Turinge, 



1) Wenn auch die ganze stelle dem ursprünglichen gedieht wol nicht 
angehört, so erklären sich die eingeklammerten worte doch nur durch ein 
▼ersehen des Schreibers, der erst von ▼. 4825 auf ▼. 4833 Übergesprungen war 
und dann auf die ausgelassenen yerse wieder zurückkam. Yermatlich iit anoh 
dem Grimme eine Stadt yerliehen worden. Ganz sinnlos wäre die verbindiuiig 
von V. 4825 mit 4826. 

2) Sonst ist von 12 riesen die rede, aber Grimme und Asprian, die be- 
sonders belehnt sind, werden hier nicht mitgezählt. 



149 

Plisnin*) und Swurven^) 

gaf he zön gräven 

die mit Lüppolde wären 4850 

over mere gevaren. 

her nam ir allir göde wäre. 

die ime icht lieves hetten getan, 

die neverluren da nit an. 

dane was nch^n scaz m8 lief^ 4855 

er neböt och die rosse nit, 

mit der breidin erdin 

müsten gelönet werden. 

Hie saget uns der richtßre^) 
von deme liede möre, 4860 

dat is den vromin allin lif, 
die bösen negelouvent is nit, 
sine hänt der vromechdde nicht getan 
und ingetrüwen^ der geinen man. 

Röther saz in trechten 4865 

unde gaf alliz daz hö mochte, 
dö heiz he ime gewinnin 
den herren von Tengelingin 
unde gaf ime Osterrtche, 

her gaf ime wärliche 4870 

Behein unde Polen, 
daz he sich deste baz mochte begän. 
done gewas bt dem mer 
weder sit noch er 

nech^n so stadehafter man. 4875 

iz was ime allez underdän. 
her hette des gödes michele macht 
unde was der rechten vorsten slach 
die alle so irsturbin, 
dat sie nie bezigin newordin 4880 



1) Der gau Flisni, das heutige Sachsen-Altenburg und die angrenzen- 
den gegenden umfassend. 

2) Das land der Sorben, die Lausitz, damals zur thüringischen Ost- 
mark gehörig. 

3) Nicht soviel wie ,,bearbeiter", sondern dem sinne nach = tichtire^ 
wenn nicht überhaupt hieraus verlesen. 



160 

vaUkes widir niheinin man. 
ir ende was göt unde lovesam. 

Rüther wol gedächte 
wer ime wole gedienit häte. 

Lüppoldin den getrüwin man 4b85 

her heiz vor sich gän 
unde machete den helt jungin 
koninc zö Karlungin 
unde gaf ime Berkeris gewalt,*) 

Pulge unde Ceciljinlant. 4890 

von du wart ime sin 18n breit, 
daz Berker mit sime scilde bereit, 
manigin winter kaldin 
vil dicke deme alden 

sin bart rinne began: 4895 

er was ein unbedrozzin man. 

Die herren gertin alle samint 
geleidis üffe daz laut, 
du sprach Aspriän: 

„wan riti^ ir dar an? 4900 

swen dar ieman bestat, 
wie gewis er den minin schilt hat!" 
des antwerde d6 Witolt: 
,4ch bin in allin holt, 

die Röther sin underdän: 4905 

der neläzich nimmir nicheinin man, 
swä ich von ime höre sagen, 
dar mich die vöze mögen getragen", 
dö sprächan Aspriänes man, 

sine woldin dar heime nicht bestän, 4910 

bedorster immir mere 
Röther der herre: 
„swer ime iecht wolde dön, 
wir zebrächin in alse ein hön". 
do gezöme^) .... beide nit unde spot 4915 



1) Bother überträgt auf Lupoid Berten herschaft, in deren betlti 
dieser aber noch verbleibt. Zu Meran wird auch noch Apulien und Sioilien 
hinzugefügt. 

2) Ausfall mehrerer verse. 



161 

virbütit der waldindigir got, 

alsiz was witin 

bi Rötheres gezltin. 

d5 neplac sin nieman, 

iz nemöste ime an den lif gän. 4920 

von du wistin sie wole 

beide heime unde zö hofe, 

swer deme andriw icht geheiz, 

daz her dat war liet, 

iz nebeneme ime der tot 4925 

oder ehaft not. 

Röther dö kuste — 
wie wol in des gelüste! — 
manigin wärhaftin man. 

die ros man satiiin began 4930 

widir heim in ir lant. 
dö reit üflfe blankin marhe 
in lechtime geserwe 
von Röthere deme riehen 

ein herre werliche. 4935 

der vörte an den beinin 
mit edilime gesteine 
zwo hosin wol geziröt, 
mit golde gewiröt. 

er vörte an sinem Schilde 4940 

ein tier samt iz spilde 
üz deme golde erlich, 
eime capelüne^) gelich, 
dar umme lägin steine 

gröz unde kleine, 4945 

die daz leicht bärin 
alsiz sterren wären, 
ime stünt umme des schildis rant 
manich göt jächant ; 

in deme satilbogin sin 4950 

stündin swanin guldtn. 



1) Ein drachenähnlioheB tier, auch gabilün, gampilün vgl. Martin 
Kudrun 101, 1. 



152 

üife deme helme lac ein stein, 

der umme mitte nacht schein 

in allen den gebären 

alsez liecht tac wäre. 4955 

den brächte Alexander 

von vremidime lande, 

dar nie nichein kristin man 

weder 6 noch sin nequam. 

Der stein hiez Claugestiän»), 4960 

den vörde ein aldgrtsir man, 
deme was die bart harte breit, 
ei wie vermezzeltche her reit! 
ime ginc daz marc in Sprüngen 

baz dan eime jungin. 4965 

nrlof her z6 deme koninge nam; 
iz was der herzöge von Merän, 
nach deme dar heime 
stn wlf dicke weinite. 

der riche got von himele 4970 

santin ir sit widere. 

Dö der herzöge von Merän 
z6 deme koninge urlof genam, 
dö rietin sie alle dannen. 

die h§rren dö sungin, 4975 

die marc begundin springin; 
dar wart von den vrouwin 
michil schouwin. 
Röther wranc die hande: 

„nü bin ich eilende. 4980 

noch sal die weit gewis sin, 
möz ich haven den lif min, 
daz ich gerne min guot, 
same der edele am tot, 



1) Es ist wol dor stein gumeint, der dein Alexander aus dorn Para- 
dioso zugeworfen wurde, vgl. Lamprechts Alexander ed. Weismaun v. 5894 ff. 
Hier wird ahor weder ucr name des steinea genannt, noch wird er in über- 
einstimmender weise geschildert. Zacher in seiner zeitschr. X 109 1 ver- 
mutet darum, dass eine andere tradition als quelle gedient habe. Über den 
namcn Ciaugestiän ist nichts ermittelt. 



153 

wil teilin geliche 4985 

annin unde riehen, 

swer iz an mich söchit 

unde is mit eren gerochit, 

die wiie ich ein brot hän". 

Widolt unde Aspriän 4990 

unde andere Rotheres man 

vörin in ere riche 

unde begingin sich vromeliche 

mit grözin erin, daz is war, 

zwei unde zw^nzic jär. 4995 

Under des gewöchs Pippin, 
daz her koninc mochte sin. 
Rüther der riche 
half ime vromichliche, 

alse noch manich man 5000 

sime sone grözir erin [ge]gan. 
Röthere saz dar heime — 
got irliet in aller leide — 
unde zöch Pippinin, 

den lieven sone sinin, 5005 

mit grözin erin, daz is war, 
vier unde zwenzic jär, 
bit der türiicher degen 
gerae swert wolde nemen. 

dö wart ein lantspräche 5010 

gebodin hin z6 Ache, 
dar vil manich vrome man 
mit sime hergesellen quam, 
gevazzit vromicliche, 

witin üz deme riche. 5015 

üffc den hof quämin Rotheres man, 
dar Pippin dat swert nam. 
dar quam die riese Aspriän 
unde Widolt der köne man 

unde der helt Grimme, 502.0 

der ricsen Ingesinde, 
der was griuweliche getan, 
dö brächte der riese Aspriän 



154 

sivin hundrit manne 

mit tserinen stangin. 5025 

D5 reit durch frenkische lant 
Wolfrät der wlgant 
mit scöneme ingesinde. 
der h^rre von Tengelin^n 

der vörte wundirinköne man, 5030 

drizic düsint lossam, 
nfife den hof zd Ache 
zd der lantspräche. 
von Ispaniä Erwtn 

und Lüppolt der meister stn, 5035 

die wären beide rtche 
unde vörin gezogenliche. 
durch Pippingis willin 
brächte von Eerlingin 

Lüppolt der getrüge man 5040 

sechzic düsint lossam. 
hei wie lieve Röthere was, 
wände her sie alle gerne gesachl 

Dar z5 Ache wärin sie over nacht 
unz an den andrin tach. 5045 

alsiz des morgenis tagete, 
üife deme rosse havete 
Pippin der helt göt 
mit golde wole geztrdt. 

die mar begundin springin 5050 

under den jungelingi«. 
dö burd^rete manich man, 
dar Pippin swert nam. 
Widolt unde Grimme 

liefin in deme ringe. 5055 

die riesen dö tunidin 
daz die erde bibite. 
zö Ache was die hßrscaft 
drö tage unde drt nacht. 

dö höbin sich geliche 5000 

arme unde riebe, 
die bestündin alle samt 



165 

von Rötheres sone daz lant, 

alse sin vater sturve, 

daz Pippin keiser wurde. 5065 

Die swertleite was getan, 
dö zöch iegellch man 
hin zo sime lande, 
dar leveten sie äne schände. 

Röther der riche 5070 

der levete vromicltche. 

D6 der koninc Pippin 
vor Röthere deme vatir sin 
daz swert umbe gebant, 

dö reit her mit manigeme üf daz l&nt 5075 

unde richte nach rechte 
herrin unde knechten, 
dö scheit sich zö Ache 
die gröze lantspräche. 

Dö quam gestrichin over lant 5080 

ein snewizer wigant, 
daz hette dat alder getan, 
ime volgeten sin^ hereman, 
zwei düsint, daz ist war. 

ime was daz edile här 5085 

bt den örin ave geschorin. 
er was von gründe üf geborin 
zö deme aller trüwistin man 
den ie sichein kuninc gewan. 

er reit durch nümäre, 5090 

waz dar zö Ache wäre. 
sin res was zoumstrenge. 
iz nestünt borlange, 
unz in Röther gesach. 

nü mugit ir hörin wo er sprach: 5095 

„wol mich, daz ich min lif hän. 
dort kumit der helt von Merän. 
nu intfat in alle die hie sin", 
„daz dön ic" sprach di koningin. 

die vrouwe lossam 5100 

kuste den helt von Merän 



156 

wie kftme Rdthere irbeite 

bit ßerker üf den hof rei/! 

selve intfinc h6 sin rosfert, 

des was der helt wole wert 5105 

do intfiengin Rötheres man, 

8waz mit Berkere quam. 

die götin knechte 

datin al rechte, 

wan diz hette der helt göt 5110 

vil wole virdienöt, 

d5 sine tage dochten 

unde sd hg ritin mochte. 

D6 Berk^r vimam 
waz Pippin hette getan, 5115 

Röthere deme riehen 
reit her wisllche: 
„nü volge mer, koninc göte, 
des mer is zö mdte, 

unde helf der armin s81e, 5120 

daz ist tugint aller erin. 
du gräwist, hörre min, 
daz dinc nemac immir nicht sin. 
iz stat den götin knechtin 

in ir aldere rechte, 5125 

daz sie mit göte virdieneten 
so sie von diser werlde endin. 
din dinch stünt gröze. 
der minir genöze 

quämen sechsz^ne 5130 

ftf ir alemöne ^) 

unde klagetin, trüt hörre min, 
dene liebin vatir rfin, 
der lac in sinin ende 

unde bevalch dich mir bi der hende. 5135 

Sit han ich dir bi gestan. 



1) Die IG genossen sind wol die 16 söhne Berchters, wie sie die uz- 
«prünglicbe sage kennt (vgi. einl. s. 3). Wie hier Rother dem Berohter, wird 
Wolfdietrich dum Eerchtung von seinem rater Uugdietrich auf dem Sterbebette 
anempfolen : Wolfdietrich B 262. üf ir alemfne ist nicht genügend erklftrt. 



167 

daz dir nichein man 

argis nicht neböt, 

her hette uns beiden gedröt. 

^)nu nemach ich, trüt herre min, 5140 

der nechein vrome sin, 

dune volgis mtneme ra,de, 

s6 bistü aller nöde 

irläzin immer mere 

unde helfist och der sele". 5145 

Köther swigete dö. 
Berker sprach ime aber z6: 
„daz ist war, koninc edele, 
ich neräde dir nicht ovele. 

nü koufe dir selve göte wort 2), 5150 

ja is der schaz alse ein hör 
leider unreine; 

wir nevindin sin nicht dar heime. 
swe vil der man gewinnit, 

wie schire ime zerinnit! 5155 

daz ist uns alle tage schtn. 
nü volge deme räde min 
unde helf der armin sele, 
die levet immir mere. 

nunc läz dich nicht beträgin; 5160 

swer der gotis genädin 
rechte wird et innin, 
der moz sie immir minnin.^) 



1) Umarbeitung in dem hier eintretenden Amswaldischen fragment: 
so daz du nemanne übel hast getan. unde nü nemachich, irut herre min, 
vorbaz dir nehein vrome «tn, dune volgest mineme rate^ — iz nis noch 
nicht zo spate — so bistu irlaten aller ruwe: des solt tu mir herre ge- 

ruwen". Ruther swigete do. Bercher sprach im aver to: ,.daz itt war^ 
koninc here, ich rate dir dine ere, ich spreche diner seien wort. Ja ist 
.... hört leyder vil unreine . . . 

2) Geht wol auf die fürsprache der heiligen. 

3) Amswaldisches bruchstück: iz wäre umme dich also getan, du 
wer est ie vil rtcA«, din dinch stunt grozKche, »ich waz hilf et dir daxt 
getut ein vil arem man baz, der wil din obergenoz »in. nu volge mir trut 
herre min unde vare wir hin tzo Vulde: »wer gerne geneten wulde, der 
mochte da vil gerne broder »in. ufir moneken un» trut herre min. wir »olem 



158 

du were ie riche, 

din dinch stünt grözliche. 5165 

waz heifit nü daz? 

getöt ein ander bat, 

er wil din overgendz sin. 

nü volge mir, trüt herre min, 

und z6 wir hin zö walde. 5170 

swer genesen wolde, 

der mochte dar gerne bröder sin. 

wir munichin uns, trüt herre min. 

wir sulin der armin sele wegen; 

diz ist ein unstäde leven". 5175 

dö sprach der koninc göte, 

daz her dat gerne däte. 

Röther bi der hant nam 

die vrouwen also lossam 

unde sagete ir sin gemö[ch]te. 5180 

dö sprach die vrouwe göte: 

„iz ist der bezziste rät, 

den Berker getan hat. 

nü volge uns, koninc edele, 

iz nekumit dir nicht ubele". 5185 

dö sprach der^) .... 



also iz noch hüte stät 

daz iz vil manige ere hat. 

dö clüsete sich de konigin, 

got der gab ir den sin. 5190 

dö stünden die römischen riche 

harde vredeliche, 

wente Pippin irstarb 

unde Karl daz riche irwarb. 

der levcte sit scöne 5195 

unde richte wol dö kröne. 



der armen sele plegen, iz ist uns anders wtgfiewegen**. do sprach de kun4m§ 
stete, daz her iz vil gerne tete. Ruther an de hant nam .... 

1) Dio Heidelberger ha. bricht hier ab. Die sohlussTerse bietet da« 
Amswaldisohe fragment. 



159 

Hi hat [ouch] daz buch ende, 
nft valdet üwer hende 
unde biddet alle got, 
der uns z6 levende gebot, 

daz her deme richtSre*) gn^dich st 5200 

unde üuch iuwer nicht ne . . . 



1) Vgl. V. 4859, 



Abweichnngen yon der handschrift. 

Die Urheber der aufgenommenen conjecturen sind be- 
zeichnet (M = Massmann, R = Rückert, E = Edzardi). 
Stillschweigend gebessert sind die zalreichen Schreibfehler 
der hs. z. b. Verwechselung von b und Ä, m und w. Nicht 
berücksichtigt sind femer die orthographischen änderungen; 
nicht besonders aufgezählt auch die fälle des vor vocale vor- 
tretenden Ä, das schwinden des inlaut. r, n nach vokalen, 
des inlaut. t nach eh. 

1 — 40 nach M, jetzt grösstenteils unleserlich vgl. Ger- 
mania 20, 405 f. IS er von R ergänzt — 23 alle unleserlich 
— 41 unde M] daz — 55 gesiruiste — %1 er fehlt — 115 re- 
dete R] redet — 159 nichein\ incheim — 190 swer R] sunü 
wer — 201 ir kiele M] vor ziele — 259 mic] mer — 274 alle 
R] al — 332 der von R ergänzt — 344 sie fehlt — 364 

mugider R] mugide — 414 schazze^ nur e deutlich — 

425 gervunnin M] gervinnin — 534 daz is sin] des is kin — 
543 schadehaftin R] schade afin — 559 er unleserlich — 
609 willicliche R] rvülisliche — 626 bedorßer] bedorfte — 
637 den R] der — 733 wole R] wolde — 739 virwostent E] 
virwosten — 752 aller] alle — 767 von] v — 807 die M] sie — 
880 gescheit aus geschein corrigirt — 923 irkinne] in kinne — 
925 heizet R] heiz — 936 tuginthafter M] zugint hafter — 
955 holden M] hoden — 970 minnicUche R] minniliche — 976 
is von R ergänzt — 1002 rvicgewete R] wieg erver e — 1020 
machten trunken R] machent getrukint — 1025 mer R] mere — 
1109 die R] der — 1151 warf] war — 1171 an R] in — 
1193 in] an — 1219 zo von R ergänzt — 1258 neheinen B] 
nehein — 1294 unstadehaft R] vnstadichat — 1309 besckei- 
nete R] beschinete — 1322 riehen R] riche — 1337 geazm